Hinterlandanbindung des Ostseetunnels wird deutlich teurer
Berlin, Bonn, Kiel. Der Bau der sogenannten Hinterlandanbindung des Ostseetunnels zwischen Fehmarn und der dänischen Insel Lolland kommt die Steuerzahler deutlich teurer zu stehen als bislang geplant.
Dass es zwischenzeitlich zu Kostensteigerungen gekommen ist, sei unstrittig, sagte ein Sprecher des deutschen Bundesverkehrsministeriums.
Zuvor hatte das „Flensburger Tageblatt“ unter Berufung auf einen Vermerk des Bundesrechnungshofes berichtet, dass für die Gleise zum Tunnel nun mit Kosten von 10,7 Milliarden Euro gerechnet wird. Im November hieß es nach Angaben von Teilnehmern einer Sitzung des Haushaltsausschusses noch, Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) erwarte Kosten von 8,1 Milliarden Euro.
Die Sprecherin des Bundesrechnungshofes sagte, dass der entsprechende Bericht als Verschlusssache eingestuft sei und erst nach abschließender parlamentarischer Beratung zugänglich gemacht werde.
Der schleswig-holsteinische Wirtschaftsminister, Claus Ruhe Madsen (CDU), sprach von einer „unfassbaren Summe“. Eine Verdreifachung der Kosten sei untragbar: „Das muss schlanker und schneller gehen.“
Ein „Zurückrudern“ ist aus Sicht des Ministers allerdings nicht möglich: „Die Dänen legen ja schon munter Elemente in den Belt rein, dann können wir denen ja nicht mitteilen, wir haben uns das überlegt, wir machen doch nicht mit.“ In seinen Augen sei man quasi zur Umsetzung verdammt.



