Inflation im Iran auf Höchststand seit Jahrzehnten
Mehr als drei Monate nach Kriegsbeginn ist die Inflation im Iran nach Angaben von Experten auf den höchsten Stand seit Jahrzehnten gestiegen. Der Verbraucherpreisindex in den städtischen Gebieten lag im Mai 77,2 Prozent über dem Vorjahreswert, wie die Staatsagentur Irna unter Berufung auf die Zentralbank berichtete.
Der Verbraucherpreisindex, der einen Korb von Waren und Dienstleistungen misst, lag damit 8,5 Prozentpunkte höher als im April. Die durchschnittliche Inflationsrate der vergangenen zwölf Monate betrug 53,9 Prozent.
Besonders stark verteuerten sich Güter und Dienstleistungen des täglichen Bedarfs. Dazu zählen nach Angaben der Zentralbank etwa Medikamente, Taxifahrten, Tabakwaren und Kommunikationsgebühren. In diesem Bereich stiegen die Preise im Vergleich zum Vorjahr um 113,8 Prozent.
Der starke Preisanstieg verschärft die wirtschaftliche Not vieler Menschen im Iran. Die Islamische Republik steht weiter unter einer US-Seeblockade, die die Fähigkeit des Landes behindert, Rohöl zu exportieren. Öl ist für den Iran eine zentrale Einnahmequelle. Viele Unternehmen und die Ölindustrie wurden durch Luftangriffe der USA und Israels schwer beschädigt. Dass viele Betriebe durch den Krieg unter Druck stehen, hat auch die Steuereinnahmen verringert.




