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Rock am Ring 2026: Festivalfans trotzen Schlamm und Gewitterwarnungen
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Die Zeit·3 sa önce·🇩🇪Germany·Kültür

Rock am Ring 2026: Festivalfans trotzen Schlamm und Gewitterwarnungen

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D
Die Zeit
Yayıncı
Yazı boyutu

Wenn die Bollerwagen voll Dosenbier und Ravioli mühsam durch den Schlamm gezogen werden, ist klar: Rock am Ring 2026 geht los – und das unter grauem Himmel mit Aussicht auf Gewitter. Doch die Festivalfans hält das nicht vom Nürburgring in der Eifel fern. Viele nutzen den Feiertag und reisen bereits am Donnerstag an. Überrascht ist niemand vom Wetter. «Schönwetterfestivals gibt es noch genug», sagt Alina (28). «Das ist die Eifel, hier ist alles möglich»

Rock am Ring findet nun seit 41 Jahren statt und ist mit rund 90.000 Tickets erneut ausverkauft. Rund 70 Acts sind vom 5. bis 7. Juni angekündigt, sie spielen zeitversetzt auch beim Zwillingsfestival Rock im Park in Nürnberg. Viele freuen sich besonders auf die Auftritte von Linkin Park, Iron Maiden, Volbeat, Limp Bizkit und weiteren.

Kracht oben und unten

Bis zum Nachmittag könnte es bereits stärker krachen – und das nicht nur aus den Lautsprechern der Camper: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) sagt kräftige Gewitter mit stürmischen, teils orkanartigen Böen für Rheinland-Pfalz voraus. Auch einzelne, kurzlebige Tornados seien nicht ausgeschlossen, heißt es von den Meteorologen. Ob diese auch die Eifel erreichen, wird sich zeigen.

Doch bis dahin halten sich die Rockfans eher mit Biertornados warm – man könnte es als eine besonders effektive Trinktechnik bei starkem Durst bezeichnen. Andere greifen dafür auch zum etablierten Trichter, so auch Hannah (28) und Robert (26). Ihr Ziel für das Wochenende: «bisschen Crashout gehen», also einfach mal komplett auszurasten.

Für Fynn (18) und seine Freunde ist es das erste Festival. «Wir sind bisschen überfordert gerade», sagt er neben seinem Bollerwagen im Schlamm stehend. Das Wetter treibt ihn gedanklich um. «Wir hoffen halt, dass die Sonne scheint und nicht so viel Schlamm - wär scheiße», sagt er – doch Zuversicht sieht anders aus.

Countdown bis zum Start

Bis die ersten Acts am Freitag auf die Bühne kommen, müssen sich die Fans noch etwas warmhalten. Die einen veranstalten einen Stuhl-Weitwurf-Wettbewerb, andere verwandeln den Campingplatz mit leeren Dosen und Pavillonstangen zu einem Golfplatz. Wieder andere setzen auf warme Gedanken und lesen gemeinschaftlich mit Mikro über Lautsprecher aus den Doktor-Sommer-Seiten der Bravo.

Bei Britta (54) und ihrer Tochter weihnachtet es dagegen sehr. Der geschmückte Weihnachtsbaum steht vor dem Camp und in ihrer Weihnachtsbäckerei rührt Britta mit ihrem rosafarbenen Makita-Rührgerät den Teig für ihren Eierlikörkuchen an.

Jan (25) und seine Festivalcrew setzen dem ebenso gewählten Weihnachtsmotto die Christbaumspitze auf: Sie sind mit rund 50 Litern Glühwein samt Durchlauferhitzer angereist und laden auf Dutzenden verteilten Flyern für den Abend zur «Merry Crisis»-Feier ein.

Krisenerprobt ist der 25-Jährige, was Rock am Ring angeht, auf jeden Fall: Er ist zum zehnten Mal dabei und hat auch das Unwetter-Drama von 2016 in Mendig durchgestanden. Damals wurden bei einem Blitzeinschlag mehrere Menschen verletzt, zwei Fans mussten reanimiert werden. Nach zwei Tagen wurde das Festival wegen Unwettern abgebrochen.

Blödsinn und Party mit «guter Mukke»

Cornelia (49) ist seit 2010 nahezu ohne Ausnahme bei Rock am Ring am Start. «Die Leute sind etwas anständiger geworden wie früher, was auch manchmal ein bisschen langweiliger ist», sagt sie und ergänzt lachend: «Es macht halt mehr Spaß, wenn man Blödsinn macht.» Sie freut sich darauf, «Party zu machen, mit vielen Menschen und guter Mukke». Die Unwetterwarnungen lösen bei ihr keine größeren Sorgen aus, sie setzt auf Erfahrung und etwa 30 Zentimeter tiefe Zeltheringe.

Für die Rettungskräfte des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) brachte das graue Wetter bislang eher eine verhaltene Zahl an Einsätzen mit sich. Bislang habe es 128 kleinere Einsätze gegeben, das sei verhältnismäßig wenig, sagt Armin Link vom DRK vor Ort. «Alle sind friedlich.»

Wie wird das Wetter am Wochenende?

Mit Blick auf den Wetterbericht schreiben die Veranstalter auf Instagram: «Haut eure Erdnägel rein» und «lagert eure Sachen möglichst trocken». Während die ersten Pavillons bereits vor offiziellem Festivalstart unbrauchbar im Schlamm liegen, versuchen andere ihr Camp mit extra festen Abspannseilen und beschwerenden Wasserkanistern zu sichern.

Der Freitag soll laut DWD wechselnde Bewölkung und Schauer in Rheinland-Pfalz mit sich bringen, die Temperaturen steigen auf maximal 17 bis 21 Grad. Im Norden sind auch wieder vereinzelt Gewitter möglich. Der Samstag soll demnach zunächst trocken beginnen, doch zum Nachmittag sollen die Schauer und zum Abend auch Gewitter zurückkehren – kalt dürfte es zumindest tagsüber mit bis zu 24 Grad jedoch nicht werden. Weitere Erleichterung bringt demnach der Sonntag, die Meteorologen erwarten nur noch einzelne Schauer.

Bu haber ilk olarak şurada yayınlandı: Die Zeit.

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