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Schwere russische Luftangriffe auf Kyjiw: Mindestens 24 Tote, darunter drei Kinder
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Spiegel Ausland·15.05.2026·🇩🇪Germany·Monde

Schwere russische Luftangriffe auf Kyjiw: Mindestens 24 Tote, darunter drei Kinder

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Bei den schweren russischen Luftangriffen auf die ukrainische Hauptstadt Kyjiw sind mehr Menschen ums Leben gekommen als zunächst bekannt. Inzwischen wurden nach Angaben des ukrainischen Katastrophenschutzes auf Telegram mindestens 24 Tote aus den Trümmern geborgen. Die Zahl wurde mehrfach nach oben korrigiert.

Unter den Toten seien drei Kinder, hieß es. Die Einsatzkräfte hatten zuvor stundenlang in den Überresten eines zerstörten Wohngebäudes im Stadtteil Darnytskyji nach Opfern gesucht, nun sind die Sucharbeiten abgeschlossen. Den Angaben zufolge wurden 48 Menschen verletzt.

Laut dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj hatte Moskau mehr als 675 Angriffsdrohnen gestartet und feuerte 56 Raketen ab. Demnach wurden auch Städte im Süden und Osten getroffen.

»Es ist sicherlich kein Zufall, dass einer der längsten massiven russischen Angriffe gegen die Ukraine gerade zu dem Zeitpunkt stattfand, als der Präsident der Vereinigten Staaten zu einem Besuch in China eintraf – einem Besuch, von dem sich viele viel versprechen«, hatte Selenskyj bei X erklärt.

Der ukrainische Präsident forderte zudem schmerzhaftere Sanktionen gegen Russland. In ein Gebäude in Kyjiw sei ein Marschflugkörper vom Typ Ch-101 eingeschlagen, der im zweiten Quartal dieses Jahres hergestellt worden sei, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft unter Berufung auf vorläufige Angaben. Das bedeute, dass Russland die dafür nötigen Komponenten weiterhin beziehe und die weltweiten Sanktionen umgehe.

Selenskyj hatte zuvor die Hoffnung geäußert, dass US-Präsident Donald Trump auf China einwirken möge, damit die Volksrepublik ihre Unterstützung für den russischen Angriffskrieg beendet. Davon ist nach dem ersten Tag des Treffens in Peking keine Rede gewesen.

Mit den massiven Angriffen wollte Moskau den Druck auf die Ukraine erhöhen, sich auf die russischen Bedingungen für Friedensverhandlungen einzulassen.

Ukraine greift russische Raffinerie an

Die Ukraine attackierte derweil ihrerseits Raffinerien in der russischen Stadt Rjasan. Bei dem Drohnenangriff sollen nach russischen Behördenangaben mindestens drei Menschen getötet und zwölf verletzt worden sein. Zwei Wohnblocks und ein Industriebetrieb seien beschädigt worden, teilte Pawel Malkow, Gouverneur der Region südöstlich von Moskau, mit.

Bei dem Industriebetrieb handelte es sich nach Berichten auf Telegramkanälen um die Raffinerie von Rjasan, nach Branchenangaben die drittgrößte in Russland. Dort sei ein großer Brand beobachtet worden.

Das Verteidigungsministerium in Moskau berichtete von einem ungewöhnlich großen Drohnenangriff der Ukraine auf viele russische Regionen in der Nacht. 355 feindliche Flugobjekte seien abgeschossen worden, hieß es. Solche Militärzahlen sind nicht im Detail zu überprüfen.

Dauerbeschuss nach drei Tagen der Feuerpause

Die heftigen russischen Attacken folgten auf drei Tage Waffenruhe von Samstag bis Montag. Der russische Präsident Wladimir Putin konnte in dieser Zeit zwar ungestört eine Parade zum Weltkriegsgedenken abhalten, war aber abhängig davon, dass die USA die Feuerpause vermittelt hatten und die Ukrainer danach tatsächlich stillhielten.

Am Dienstag ließ Putin demonstrativ seine Militärs von einem gelungenen Test der neuen russischen Atomrakete RS-28 Sarmat berichten. Sie solle Ende des Jahres in Dauereinsatz gehen, sagte er. Allerdings ist die angebliche Einsatzbereitschaft dieses Raketentyps auch schon in früheren Jahren behauptet worden.

Der von Russland entfachte Ukrainekrieg dauert seit mehr als vier Jahren an. Die von den USA vermittelten Gespräche über ein Ende des Kriegs haben bisher keinen Durchbruch gebracht. In der vergangenen Woche hatten erstmals seit Ende März wieder Gespräche zwischen ukrainischen und US-Gesandten stattgefunden.

This article was originally published by Spiegel Ausland.

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