BKA-Lagebild 2025: Deutlicher Anstieg sexuellen Missbrauchs an Kindern und Jugendlichen in Deutschland
Hızlı Bakış
- Das BKA-Lagebild 2025 zählt über 20.000 Opfer sexuellen Missbrauchs im Kindes- und Jugendalter in Deutschland.
- Die registrierten Fälle stiegen bei Kindern um 4,7% und bei Jugendlichen um 4%.
- Besonders stark nahm die Verbreitung missbräuchlicher Inhalte zu.
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Das Lagebild Sexualdelikte des Bundeskriminalamts (BKA) für 2025 zeigt einen Anstieg der polizeibekannten Fälle von sexuellem Missbrauch an Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Die Statistik basiert auf dem sogenannten Hellfeld und weist auf ein erhebliches Dunkelfeld hin.
In Deutschland sind im Jahr 2025 über 20.000 Opfer sexuellen Missbrauchs im Kindes- und Jugendalter gezählt worden. Das zeigt das Lagebild Sexualdelikte zum Nachteil von Kindern und Jugendlichen des Bundeskriminalamts (BKA). Die Zahl der registrierten Fälle von Kindesmissbrauch habe um 4,7 Prozent zugenommen. Bei Fällen von Jugendlichen seien es vier Prozent mehr, heißt es darin. Um ein Fünftel (19,9 Prozent) und damit besonders stark stiegen demnach die Fallzahlen im Bereich der Herstellung, der Verbreitung, des Erwerbs und des Besitzes von Inhalten mit Missbrauch von Jugendlichen. Minderjährige können in der Statistik mehrfach erfasst werden, wenn sie wiederholt Opfer von Missbrauch wurden.
Das Lagebild beruht auf Daten der polizeilichen Kriminalstatistik (PKS). Die Erhebung bildet das sogenannte Hellfeld, also die polizeibekannten Fälle, ab. Daher verweist der Bericht darauf, dass Schwankungen im Anzeigeverhalten die Statistik beeinflussten. Es sei von einem erheblichen Dunkelfeld auszugehen, heißt es.
Demnach wurden im vergangenen Jahr 17.126 Fälle von sexuellem Missbrauch an Kindern und 1.239 an Jugendlichen zur Anzeige »endbearbeitet«. 2024 hatte der Wert noch bei 16.354 beziehungsweise 1.191 gelegen. Damit wurden 2025 nicht nur mehr Fälle des sexuellen Missbrauchs von Kindern festgestellt als 2024, sondern auch mehr als im Fünfjahresdurchschnitt. Dieser liegt laut BKA bei 16.176,4.
Drei Viertel der Opfer waren weiblich
Das Lagebild zeigt auch, dass es 2025 mehr Opfer gab als in den Jahren zuvor. Demnach wurden im vergangenen Jahr 18.736 Opfer sexuellen Missbrauchs im Kindesalter gezählt. 2024 hatte die Zahl noch bei 18.085 gelegen. Bei den Opfern im Jugendalter stieg die Zahl ebenfalls – von 1.259 auf 1.315. Rund drei Viertel der Opfer, sowohl im Kindesalter als auch im jugendlichen Alter, waren den Angaben zufolge weiblich. Die große Mehrheit der Opfer im Kindesalter sei zwischen sechs und 13 Jahre alt gewesen, heißt es.
Eine besonders deutliche Zunahme zeigt die Erhebung im Fall des sogenannten sexuellen Missbrauchs von Kindern ohne Körperkontakt. Als Beispiel dafür nennen die Autoren das gezielte Ansprechen von Kindern im Internet zur Anbahnung sexueller Kontakte, das sogenannte Cybergrooming.
Besonders viele Fälle des sexuellen Missbrauchs von Kindern pro 100.000 Einwohner meldet das BKA aus Bremen (27,9), Berlin (27,5) und Thüringen (25,9). Sexuellen Missbrauch an Jugendlichen gab es demnach besonders häufig in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt (jeweils 2,3) sowie in Thüringen (2,2).
Tatverdächtige und Opfer kannten sich häufig
Mehr als die Hälfte der Tatverdächtigen kannte die Opfer im Kindesalter bereits vor der Tat, aus der Familie (22 Prozent), durch Freundschaften oder Bekanntschaften (27 Prozent) oder aus Institutionen, Organisationen und Gruppen (fünf Prozent). Auch die jugendlichen Opfer und Tatverdächtigen kannten sich in der Mehrheit der Fälle schon zuvor, es wurden jedoch weniger Taten in dem Bereich Familie (elf Prozent) und dem Bereich Organisationen und Gruppen festgestellt (vier Prozent). Viele jugendliche Opfer und Tatverdächtige kannten sich demnach auf Grundlage von Freundschaften oder Bekanntschaften (41 Prozent).
Der Bericht zeigt, dass ein Großteil der Tatverdächtigen männlich war. Bei Verdachtsfällen des sexuellen Kindesmissbrauchs waren es rund 94 Prozent, bei Fällen, die in den Bereich des sexuellen Missbrauchs von Jugendlichen fallen, waren es rund 97 Prozent. Auffällig ist, dass fast ein Drittel (31,4 Prozent) der Tatverdächtigen jünger als 18 Jahre alt war.
Einen besonders hohen Anstieg zeigt das Lagebild bei der Herstellung, der Verbreitung, dem Erwerb und dem Besitz jugendpornografischer Inhalte. Mit 11.515 Fällen stieg die gemessene Anzahl um 19,9 Prozent an. Dabei fällt auf, dass mehr als die Hälfte der Tatverdächtigen minderjährig gewesen sein soll.
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- Welche konkreten Präventionsmaßnahmen werden ergriffen?
- Wie kann das Dunkelfeld besser erfasst werden?
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