Bundeswehr plant milliardenschwere Beschaffung von bis zu 500 Jagdbomberdrohnen
Hızlı Bakış
- Die Bundeswehr plant die Beschaffung von bis zu 500 Jagdbomberdrohnen bis 2029.
- Mehrere deutsche Rüstungsunternehmen wie Rheinmetall, Airbus und Helsing arbeiten an Lösungen, teils in Kooperation mit US-Firmen.
- Die Drohnen sollen im Verbund mit Kampfjets operieren und tief im gegnerischen Gebiet agieren können.
Yapay zekâ özeti
Neden Önemli?
Die Bundeswehr plant die Beschaffung von bis zu 500 Jagdbomberdrohnen, die im Verbund mit Kampfjets operieren sollen. Die deutsche Rüstungsindustrie hat sich für den milliardenschweren Auftrag positioniert.
Düsseldorf, Berlin. Es ist eines der wichtigsten Beschaffungsvorhaben der Bundeswehr. Für die Luftwaffe plant die Truppe neben F-35-Kampfjets zusätzlich mit sogenannten Jagdbomberdrohnen. Die unbemannten Fluggeräte haben eine Waffentraglast von bis zu 500 Kilogramm und eine Reichweite von mindestens 1000 Kilometern. Künftig sollen sie im Verbund mit den Kampfjets der Luftwaffe agieren und im Konfliktfall tief im gegnerischen Gebiet operieren können.
Insgesamt will die Bundeswehr bis zu 500 Stück dieser Drohnen beschaffen. Der Zeitplan ist extrem ambitioniert. Bis zum Jahr 2029 sollen bereits alle Drohnen einsatzbereit sein. Die deutsche Rüstungsindustrie rechnet mit einer baldigen Bestellung und hat sich für den milliardenschweren Großauftrag in Stellung gebracht.
Ein ranghoher Vertreter der Rüstungsindustrie sagt: „Deutschland wird höchstwahrscheinlich noch in diesem Jahr bei einem Unternehmen eine erste kleinere Menge dieser Drohnen, etwa 100 Stück, beschaffen.“ Ein Insider bestätigt, dass der vorgegebenen Zeitplan sonst nicht eingehalten werden könne und auch ein anderer erwartet die Bestellung noch im laufenden Jahr. Allerdings gehe er eher von rund zehn bestellten Drohnen zu Testzwecken aus.
So hat sich Rheinmetall mit der Australien-Tochter des US-Rüstungskonzerns Boeing verbündet. Deren Jagdbomberdrohne MQ-28 Ghost Bat absolvierte schon mehr als 150 Flüge. Konkurrent Airbus arbeitet gemeinsam mit dem US-Drohnen-Start-up Kratos an einer Lösung für die Bundeswehr. Noch in diesem Jahr soll die „Valkyrie“ einen Erstflug unternehmen.
Zudem entwickelt das größte deutsche Rüstungs-Start-up Helsing gemeinsam mit dem Sensorspezialisten Hensoldt eine Jagdbomberdrohne. Der CA-1 genannte unbemannte Kampfjet soll in der ersten Jahreshälfte 2027 seinen Jungfernflug haben.
Aus Industriekreisen heißt es, dass der Auftrag wohl nicht nur an eines der Konsortien vergeben werde. Ähnlich wie bei den Kamikaze-Drohnen für die Bundeswehr könnte der Auftrag aufgeteilt werden. Hier hatte das Beschaffungsamt den Auftrag an Helsing, Stark und Rheinmetall zu gleichen Teilen vergeben.
Eine solche Dreiteilung ist nun erneut denkbar. Angesichts der großen Herausforderung, eine komplexe Deep-Strike-Drohne in so kurzer Zeit zu entwickeln und herzustellen, könnte der Auftrag auf die drei involvierten Unternehmen aufgeteilt werden, sagen mehrere Personen mit Kenntnis der Vorgänge. Das wären dann Rheinmetall, Airbus und Helsing.
Für eine Aufteilung spricht auch, dass die Luftwaffe zwei unterschiedliche Ansätze verfolgt. Inspekteur Holger Neumann erläuterte kürzlich im Interview mit dem Handelsblatt, dass es zum einen um Drohnen gehe, die von einem Kampfjet aus eingesetzt und kontrolliert werden könnten.
Zum anderen gehe es aber auch um Drohnen, die ähnlich wie ein Marschflugkörper autonom Ziele anfliegen, bekämpfen und dann wieder zurückkehren würden.„Wir sammeln in beiden Bereichen Erfahrungen. Perspektivisch kann es sinnvoll sein, diese beiden Stränge zu verbinden“, erklärte der Generalleutnant.
Nach dem Aus für das deutsch-französische Kampfflugzeug FCAS ist die sogenannte Jagdbomberdrohne derzeit der einzige greifbare große Entwicklungsauftrag für die deutsche Luftfahrtindustrie. Es wäre gleichzeitig quasi die Eintrittskarte in das Geschäft mit großen militärischen Drohnen in Europa.
Bei dem nun erwarteten Auftrag liege die Priorität laut Insidern vor allem auf der Lieferfähigkeit. Bis 2029 ginge es darum, serienreife Drohnen an die Bundeswehr zu liefern – keine Prototypen.
Mit Blick auf den Plan der Bundeswehr, die Drohnen schon bald einsatzbereit zu haben, hat sich Rheinmetall für eine Kooperation mit Boeing Australia entschieden. So präsentierte Deutschlands größter Rüstungskonzern die MQ-28 Ghost Bat von Boeing Australia bereits auf der Luftfahrtmesse ILA in Berlin.
Gemeinsam mit dem deutschen Lenkflugkörperhersteller Diehl und dem Elektronikspezialisten Rohde & Schwarz passen Rheinmetall und Boeing die ursprünglich für die australische Luftwaffe konzipierten Jagdbomberdrohnen für die Bedarfe der Bundeswehr an.
Diehl kümmert sich um die Bewaffnung der Drohnen, Rohde & Schwarz soll dazu beitragen, die Missions- und Kommunikationssysteme zu integrieren. Rheinmetall-Chef Armin Papperger versprach bereits, dass 60 bis 70 Prozent der Wertschöpfung der neuen Boeing-Rheinmetall-Gemeinschaftsdrohne in Deutschland erfolgen sollen.
Die Ghost Bat absolvierte schon 2021 ihren Erstflug. Verteidigungsminister Boris Pistorius konnte im März bei einem Staatsbesuch in Australien die Ghost Bat in Augenschein nehmen. Und Australiens Vizepremier und Verteidigungsminister Richard Marles rechnet der heimischen Rüstungsindustrie gute Chancen aus, zum Zuge zu kommen. „Wir glauben, dass Ghost Bat tatsächlich eine der besten Kampfdrohnen der Welt ist“, sagte er kürzlich im Gespräch mit dem Handelsblatt.
Die knapp 12 Meter lange Jagdbomberdrohne hatte bis Ende März schon mehr als 150 Flüge absolviert, auch mit Waffen oder entsprechenden Missionssystemen. Im Dezember gelang der „Geisterfledermaus“ der Abschuss einer anderen Drohne mit einer Luft-Luft-Rakete. Das Programm gilt als weit fortgeschritten.
Boeing Australia ist eine Tochter des US-Unternehmens Boeing. Rheinmetall verspricht zwar, dass die Technologie souverän von den deutschen Unternehmen weiterentwickelt und angepasst werden kann. Doch kürzlich war einem Fachbeitrag auf dem Branchenportal „Hartpunkt“ zu entnehmen: Die Bundeswehr könnte aufgrund der Dringlichkeit auf bestehende Designs und Nutzlastkonfigurationen mit einem geringeren Grad an Souveränität zurückgreifen.
In Berlin findet dieser Ansatz durchaus Zuspruch. „Wir brauchen die Jagdbomberdrohnen dringend und bald“, sagt Volker Mayer-Lay (CDU), Berichterstatter der Unionsfraktion für die Luftwaffe. „Aus meiner Sicht ist es vertretbar, erst einmal ein weit entwickeltes System wie die Ghost Bat zu beschaffen.“ Damit könne die Bundeswehr dann frühzeitig praktische Erfahrungen sammeln. Voraussetzung sei aber, dass eigene Software und Missionssysteme integrierbar seien.
Mayer-Lay betont allerdings: „Auf mittlere Sicht sollten unbedingt europäische und deutsche Hersteller zum Zuge kommen – nicht zuletzt aus Gründen der technologischen Souveränität und der Lieferkettensicherheit in geopolitisch unsicheren Zeiten.“ Er halte es deshalb für gut vorstellbar, dass die Bundeswehr künftig verschiedene Typen unbemannter Kampfflugzeuge einsetzen werde.
Eine europäische Lösung bietet bisher nur Helsing an. In einem früheren Gespräch mit dem Handelsblatt sagt die für die CA-1-Entwicklung zuständige Helsing-Managerin Stephanie Lingemann: „Wer den gesamten Prozess selbst kontrollieren will, der muss das System vor Ort herstellen.“ Das sei ein Argument pro Helsing. Denn die Mitbewerber hätten bislang noch keine Drohne im Programm, die ausschließlich in Europa entwickelt und produziert werde.
Bundan Sonra Ne Olabilir?
Yapay zekâ öngörüsü — kesinlik taşımaz
Erste kleinere Menge von ca. 100 Drohnen wird noch in diesem Jahr beschafft.
Muhtemel
Der Auftrag wird auf mehrere Unternehmen aufgeteilt.
Muhtemel · Kısa vadede
Açık Sorular
- Wie wird der Auftrag genau aufgeteilt?
- Welche spezifischen Systeme werden integriert?
- Wie wird die technologische Souveränität gewährleistet?



