Chinesische Marken dominieren Aufmerksamkeit auf der Automesse in Peking
Deutsche Hersteller setzen in China stärker auf lokale Technik und Kooperationen, während chinesische E-Autobauer auf Wachstum in Europa hoffen
Hızlı Bakış
- Auf der Automesse in Peking ziehen vor allem chinesische Marken und KI-Funktionen das Publikum an.
- Deutsche Hersteller reagieren mit stärker lokalisierter Entwicklung, während chinesische E-Autobauer auf höhere Nachfrage im Ausland setzen.
Yapay zekâ özeti
Mit Selfiestangen, Smartphones und Videokameras umringen chinesische Influencer die neuen Fahrzeuge auf der Automesse in Peking. Manchmal stehen sie so dicht, dass die Autos kaum noch zu sehen sind. Selbst der neue Luxus-Elektrovan der chinesischen Marke Zeekr verschwindet zeitweise in der Menge.
Nicht nur die Fahrzeuge selbst ziehen Aufmerksamkeit auf sich. Auch Stars wie der chinesische Schauspieler Huang Xiaoming locken Besucher an den Zeekr-Stand. Andere Hersteller werben mit Showtänzen und Models, BYD hat eines seiner Fahrzeuge als Einhorn verkleidet.
"Es ist sehr lebhaft hier", sagt der 28-jährige Automobilblogger Zhou Pengrui. "Viele Leute sind bei den chinesischen Marken, bei den ausländischen Herstellern ist nicht so viel los. Ich sehe, es haben immer mehr Autos KI-Technologie integriert."
Fahr- und Sprachassistenten nutzen KI. Das passt zum Motto der diesjährigen Messe: "Zukunft der Intelligenz". Im Mittelpunkt stehen nicht nur elektrische, sondern auch smarte Fahrzeuge.
Wie die neuen deutschen E-Auto-Modelle speziell für den chinesischen Markt ankommen, ist in diesem Jahr eine zentrale Frage. "Egal ob Preis-Leistungs-Verhältnis oder Intelligenz und Fahrgewohnheiten, in China passen die chinesischen Autos besser. Die verstehen den Lifestyle besser", sagt die chinesische Bloggerin Liang Yingxin.
Zhou Pengrui sieht auch Fortschritte bei deutschen Herstellern. "Eigentlich nutzen Joint-Ventures von BMW und Mercedes-Benz und Audi die Konzepte von chinesischen Anbietern, sie haben den Rückstand weitgehend aufgeholt." Er ist der Meinung, dass die deutschen Marken immer besser werden: "Viele Verbraucher erkennen ihre Qualität, Technologie und Design an. Mercedes-Benz hat schon eine Geschichte von 140 Jahren, auch BMW ist gut. Mit chinesischer KI-Technologie werden sie noch besser."
Besonders gut findet Zhou Pengrui den elektrischen Mercedes GLC, der bald auf den chinesischen Markt kommen soll. Zugleich verweist er auf den Preis: "Der ist schon teuer, da muss ich noch hart für arbeiten."
Die Preise bleiben ein entscheidender Unterschied. In China bieten die Hersteller günstige Modelle an. Die mehr als 100 Marken unterbieten sich gegenseitig. Das kommt bei den Verbrauchern an. Allerdings erzielen nur wenige mit ihren E-Autos Gewinne.
Deutsche Autohersteller tun sich seit einigen Jahren auf dem größten Automarkt der Welt schwer. Inzwischen bekommen sie auch bei teuren Luxusautos Konkurrenz durch chinesische Anbieter, etwa durch Stelato mit Software-Ausstattung des Technologiekonzerns Huawei oder durch Zeekr vom Automobilkonzern Geely.
Volkswagen versucht es nun auch im Einstiegssegment mit einem E-Auto der Submarke Jetta für umgerechnet rund 10.000 Euro. Dieses Modell ist nur in China erhältlich.
Deutsche Hersteller entwickeln zunehmend in China für den chinesischen Markt und arbeiten dabei direkt mit chinesischen Software- und Tech-Partnern zusammen.
"Natürlich haben Audi, BMW, Mercedes im Premiumsegment hier ihren Platz, was natürlich eine andere Preisklasse ist vom Anspruch her. Das wird momentan alles etwas verwässert durch diese Preiskämpfe", sagt Beatrix Keim, Automobilexpertin am Duisburger Mobilitätsforschungsinstitut Center Automotive Research.
"Alle arbeiten daran, noch mehr zu lokalisieren: mit lokalen Zulieferern - ob das jetzt ausländische Zulieferer sind oder chinesische - zu arbeiten, vielleicht auch in Kooperationen mit lokalen Herstellern zu arbeiten, um die Kosten zu senken."
Chinesische Hersteller erhoffen sich derweil im Ausland mehr Gewinne. Im vergangenen Jahr verkauften sie so viele E-Autos außerhalb Chinas wie noch nie. Jetzt könnten gestiegene Ölpreise durch den Iran-Krieg die weltweite Nachfrage nach E-Autos zusätzlich antreiben.
"Wir sehen dass die Nachfrage sprunghaft angestiegen ist in Ostasien, in Australien, aber auch in Europa", sagt Stella Li, die stellvertretende Chefin von BYD. "In Deutschland haben sich unsere Vorbestellungen fast verdoppelt."
Bislang sind noch nicht viele chinesische E-Autos auf deutschen Straßen zu sehen. Im ersten Quartal dieses Jahres machten chinesische Hersteller nach Angaben des Kraftfahrtbundesamtes nur rund drei Prozent der Neuzulassungen aus. Der Anteil ist noch gering, wächst jedoch rasant und könnte durch höhere Benzinpreise weiter zulegen.




