CSU-Minister kritisieren EVP-Chef Weber wegen mangelnder Wahrnehmung von Bauerninteressen
Landwirtschaftsministerin Kaniber und Europaminister Beißwenger werfen Manfred Weber vor, Anliegen bayerischer Bauern- und Waldbesitzerverbände nicht ernst zu nehmen und spielen auf seinen umstrittenen Pfingstbrief an.
Hızlı Bakış
- CSU-Minister Michaela Kaniber und Eric Beißwenger kritisieren EVP-Chef Manfred Weber in einem Schreiben scharf.
- Sie werfen ihm vor, Anliegen bayerischer Bauern- und Waldbesitzerverbände zu ignorieren und spielen dabei auf seinen umstrittenen Pfingstbrief an, der zuvor für Unmut in der CSU sorgte.
Yapay zekâ özeti
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Manfred Weber hatte Ende Mai einen "Pfingstbrief" verschickt, der einen Kurswechsel der CSU forderte und für Unmut sorgte.
In einem Schreiben von Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU) und Europaminister Eric Beißwenger (CSU) an den EVP-Chef und CSU-Vize Weber heißt es, Spitzenvertreter des Bayerischen Bauernverbandes, des Bayerischen Waldbesitzerverbandes und der Familienbetriebe Land und Forst Bayern »monierten vehement, dass sie von den Ansprechpartnern der EU-Ebene und auch von Dir nicht richtig gehört, sondern vertröstet oder gar nicht erst wahrgenommen würden.«
»Lieber Manfred, zu Recht mahnst Du an, dass gute Politik dem Richtigen folgen muss. Dass Politik programmatisch führen und dem Gemeinwohl dienen muss und nicht mit Überschriften«, schreiben die beiden CSU-Minister und spielen damit direkt auf den umstrittenen Pfingstbrief von Weber an, der Ende Mai in der CSU für Unmut gesorgt hatte. Darin hatte Weber fast wortgleich von der CSU eine »am Gemeinwohl orientierte Politik« gefordert, die CSU müsse »dem Richtigen folgen«.
Weber gilt in der CSU als Gegenspieler Söders. Sein fünfseitiges Schreiben, das er zu Beginn der bayerischen Pfingstferien verschickt hatte, bezeichnete er selbst als »Impuls zum Nachdenken«. Mit deutlichen Worten forderte er darin einen Kurswechsel seiner Partei. Söder kam in dem Brief mit keinem Wort vor.
Die Kritik an Weber wirkt nun wie eine späte Antwort auf das Schreiben. Um die Brisanz für den EVP-Chef zu unterstreichen, verweisen die Minister auf den Brandbrief der bayerischen Waldbesitzer, der Familienbetriebe Land und Forst sowie des bayerischen Bauernverbandes. Auch in diesem der dpa vorliegenden Schreiben an Weber werfen die Autoren Weber ungewohnt klar vor, seinen politischen Einfluss nicht ausreichend zu nutzen: »Wir möchten Sie bitten, Ihrer politischen Verantwortung als EVP-Fraktionsvorsitzender gerecht zu werden und sich gegen diese Vorhaben in der vorliegenden Form auszusprechen. Der ländliche Raum ist das politische Rückgrat der bürgerlichen Mitte und wir erwarten nun auch endlich Resultate.«
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