EU-Fonds „Scale-up Europe“ soll Technologie-Start-ups mit Milliarden fördern
Hızlı Bakış
- Der neue EU-Fonds „Scale-up Europe“ soll über fünf Milliarden Euro für Technologie-Start-ups mobilisieren.
- Novo Holdings-Chef Kasim Kutay sieht darin eine Chance für Europa, seine Innovationsführerschaft in Sektoren wie KI und Quantentechnologie auszubauen und mit China zu konkurrieren.
Yapay zekâ özeti
Neden Önemli?
Der EU-Fonds „Scale-up Europe“ soll die Entwicklung von Firmen in strategischen Branchen wie Halbleiter, Quantencomputer, KI, Biotechnologie und Cybersicherheit beschleunigen. Er wird von der schwedischen EQT verwaltet und soll im Herbst starten.
Kopenhagen. Der neue Wachstumsfonds der Europäischen Union „Scale-up Europe“ könnte mehr als fünf Milliarden Euro an Kapital für heimische Technologie-Start-ups mobilisieren. Das sagt Kasim Kutay, Chef der dänischen Investmentgesellschaft Novo Holdings, im Gespräch mit dem Handelsblatt.
Novo Holdings ist größter Anteilseigner des dänischen Abnehmspritzenherstellers Novo Nordisk und einer der großen Kapitalgeber für den EU-Fonds, der im Herbst starten soll. Mit ihm beteiligt sich die EU erstmals direkt an Start-ups. Ziel ist, die Entwicklung von Firmen in strategischen Branchen wie Halbleiter, Quantencomputer, Künstliche Intelligenz (KI), Biotechnologie oder Cybersicherheit zu beschleunigen.
Start-ups aus diesen Sektoren sollen Finanzierungsrunden von mehr als 100 Millionen Euro ermöglicht werden. Entscheidend sei, die Mittel in Bereiche zu lenken, in denen Europa einen Vorsprung ausspielen kann, sagt Kutay. Neben der Biotechnologie zählte er dazu die Quantentechnologie.
Die Beteiligung an dem EU-Fonds sei unter Investoren begehrt, berichtet Kutay. Es gebe das in der Branche bekannte Phänomen des „Fear of missing out“, kurz Fomo – also die Furcht, bei ambitionierten Finanzierungsprojekten nicht dabei sein zu können.
Der frühere Banker der US-Investmentbank Morgan Stanley hat sein Büro in Kopenhagen und verwaltet von dort das Vermögen der Novo Nordisk Foundation, dem Mehrheitseigentümer von Novo Nordisk. Das Vermögen liegt bei umgerechnet 93 Milliarden Euro. In Europas Innovationsszene zählt Kutay zu den einflussreichsten Geldgebern.
Weitere beteiligte Investoren an dem EU-Fonds sind der Versicherer und Vermögensverwalter Allianz, die dänische Förderbank Eifo, die spanische Beteiligungsgesellschaft Criteria Caixa sowie der Investmentarm der spanischen Bank Santander. Verwaltet wird der Fonds von der schwedischen Investmentgesellschaft EQT.
Der Start des Fonds fällt in eine Phase, in der in Europa deutlich mehr Geld in Verteidigung und digitale Souveränität fließt. Dadurch haben einige Start-ups überhaupt erst das Stadium erreicht, in dem sie für große Scale-up-Runden infrage kommen, sagt Kutay.
Von dem Fonds erhofft er sich zwei Demonstrationseffekte: Erstens soll er zeigen, dass die EU mit der richtigen Struktur schnell handeln kann. Zweitens könne der Fonds, sofern er attraktive Renditen liefere, weiteres Kapital anziehen.
Private Investoren hätten bei Aufbau und Entwicklung eine aktive Rolle gespielt, sagt er. „Wir sind in einem Jahr von einer Idee zu einer Realität gekommen – mit Milliarden, die bereits eingesammelt sind. Das ist ziemlich schnell.“
Gegenüber den Volumina, die im US-Markt in Jungfirmen investiert werden, ist es aber wenig. Dort flossen 2025 rund 274 Milliarden Dollar in Start-ups, wie Daten des Analyseanbieters Crunchbase zeigen, der Finanzierungsrunden weltweit erfasst und auswertet.
Kutay bleibt für Biotech und Medizin in Europa dennoch optimistisch. „Wenn Sie schauen, wo Europa führend ist, ist es in Life-Sciences. Europäische Pharmakonzerne entwickeln und bringen immer wieder einige der größten Medikamente der Welt auf den Markt“, sagte er. „Die Frage ist: Wie halten wir diese Stärke?“
Europäische Innovation befindet sich seiner Ansicht nach in einem goldenen Zeitalter. „Wir kratzen erst an der Oberfläche – etwa bei Zell- und Gentherapien.“ In den Feldern Quantentechnologien und nukleare Fusion könne Europa seine Führungsrolle künftig nicht nur halten, sondern ausbauen.
Quantentechnologien nutzen Effekte der Quantenphysik – etwa für Quantencomputer, hochpräzise Sensoren oder besonders sichere Kommunikation. Möglich werden hochkomplexe und dennoch schnelle Rechenoperationen, die mit herkömmlichen Computern nicht darstellbar sind. So können etwa neue Moleküle für Medikamente und neue Materialien in der Chemie entwickelt werden.
„Alle reden über KI. Aber Quantentechnologie ist der Bereich, in dem Europa führend sein kann“, sagt Kutay. Wenn Europa die Spitzenposition in dem Segment verteidige, könne das „unglaublich mächtig“ werden.
Nukleare Fusion zielt darauf ab, Energie nach dem Prinzip zu erzeugen, das auch in Sternen wirkt: Atomkerne verschmelzen, dabei wird Energie frei. Kutay sieht darin die Chance auf eine langfristig saubere Energiequelle – und auf mehr Energiesicherheit für Europa.
Die Novo-Stiftung und ihre Investmentgesellschaft haben sich früh und langfristig an die Entwicklung von Quantentechnologie gebunden. An die Fusionsenergie habe sich die Gesellschaft „sehr langsam herangetastet“. Novo Holdings investierte dafür in das dänische Unternehmen Subra, das Drähte herstellt, die ohne Energieverlust Strom leiten können und etwa für Magnetspulen in Fusionsanlagen gebraucht werden. Unlängst wurde Subra mit der deutschen Firma Theva zusammengeführt, einem Unternehmen aus demselben industriellen Umfeld.
„Wir müssen das brachliegende Kapital in Europa freisetzen“, sagt Kutay. Gemeint ist Geld, das in Ersparnissen, Versicherungen oder Pensionssystemen steckt. „Es gibt keinen Mangel an Geld in Europa, das kann ich Ihnen sagen. Die Frage ist: Wo wird es eingesetzt? Vieles liegt einfach herum“, sagt er. Dabei sei ein lebendiger Aktienmarkt nicht nur ein Treiber für Innovation, sondern auch ein Beitrag zur Wohlstandsgesellschaft. Deswegen brauche Europa einen Mentalitätswandel.
Der neu aufgesetzte Fonds sei für Europa die Chance, nicht erneut die Führungsrolle bei Innovationen zu verspielen, sagt Kutay. Speziell China sei ein immer wichtigerer Wettbewerber. Die Volksrepublik habe sich zu einer Innovationsmacht entwickelt, weil die Regierung Biotechnologie und Life-Sciences strategisch priorisiert habe. Daraus müsse Europa lernen: „Es liegt an der EU, dieses Niveau zu erreichen und sicherzustellen, dass wir mit China konkurrieren können.“
Kutay drängt darauf, dass die EU die Dringlichkeit erkennt und Regeln, Verfahren und Aufsicht spürbar vereinfacht. Die Probleme seien bekannt: Europas Kapitalmarkt sei fragmentiert, große Finanzierungsquellen fehlten – und viele Unternehmen gingen dorthin, wo sie leichter an Kapital kämen, etwa an die US-Technologiebörse Nasdaq.
Als Gegenmittel diskutiert die EU aktuell das „28. Regime“: einen optionalen EU-Rechtsrahmen, der neben den 27 nationalen Regelwerken steht. Start-ups könnten damit EU-weit nach einheitlicheren Regeln gründen, wachsen und sich finanzieren, ohne sich durch 27 Systeme arbeiten zu müssen – so der Plan. Kutay nennt das ein „interessantes Konzept“.
Wenn sich aber an den Grundproblemen nichts ändere, werde Europa die Dynamik eher über „Koalitionen der Willigen“ organisieren – also über Zusammenschlüsse von Staaten und Akteuren, die einzelne Themen ohne EU-weite Einigung vorantrieben. Beispiele dafür sind bereits der Nordics Compass, eine Kooperation nordischer Länder zur Koordination von Innovations- und Standortpolitik, sowie die European Life Science Coalition (ELSC), ein Netzwerk mehrerer Risikokapitalgeber und Investoren im Life-Sciences-Sektor.
Als Investmentrisiko sieht Kutay die geopolitische Lage. Man könne nicht mehr investieren, ohne diese Dimension mitzudenken. Es gebe Rivalitäten, Abhängigkeiten, man könne das eine Land verärgern, wenn man in einem anderen investiere. Zugleich würden neue Technologien ein Geschäftsmodell über Nacht verändern. Das Navigieren würde dadurch schwieriger.
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Yapay zekâ öngörüsü — kesinlik taşımaz
Der Fonds wird weiteres Kapital anziehen, sofern er attraktive Renditen liefert.
Muhtemel · Orta vadede
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- Wie werden die Renditen des Fonds aussehen?
- Können die regulatorischen Hürden in der EU gesenkt werden?





