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Fußball-WM: Schiedsrichter unter Druck durch neue Regeln und FIFA-Einmischung
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Fußball-WM: Schiedsrichter unter Druck durch neue Regeln und FIFA-Einmischung

Noch nie wurden bei einer Fußball-WM derart viele neue Regeln und Regelauslegungen eingeführt wie diesmal, was die Schiedsrichter vor große Herausforderungen stellte und der Weltverband sie in anderer Hinsicht im Stich ließ.

Hızlı Bakış

  • Die jüngste Fußball-WM war von einer beispiellosen Einführung neuer Regeln und Regelauslegungen geprägt, was zu schwankenden Schiedsrichterleistungen und Kontroversen führte.
  • Besonders der VAR und die vollautomatische Abseitserkennung sorgten für Diskussionen, während die FIFA wegen ihrer Kommunikation und politischer Einflussnahme in der Kritik stand.

Yapay zekâ özeti

Neden Önemli?

Bei der jüngsten Fußball-WM wurden so viele neue Regeln und Regelauslegungen eingeführt wie nie zuvor, was zu schwankenden Schiedsrichterleistungen und zahlreichen Diskussionen führte, insbesondere im Zusammenhang mit dem VAR und der Rolle der FIFA.

Yazı boyutu

Noch nie wurden bei einer Fußball-WM derart viele neue Regeln und Regelauslegungen eingeführt wie diesmal. Die Leidtragenden waren die Schiedsrichter. Zumal ihnen der Weltverband noch in anderer Hinsicht in den Rücken fiel. Eine Bilanz.

Gesamtniveau:

Das Niveau der Schiedsrichterleistungen bei dieser WM war sehr schwankend und insgesamt unterdurchschnittlich. Das ist jedoch kein neues Phänomen. Das bei einer WM stets große Feld von Unparteiischen aus allen Erdteilen ist seit je weniger homogen als etwa das in europäischen Topwettbewerben. Ein Makel ist das gar nicht zwingend. Die unterschiedlichen Stile in der Spielleitung können für das Turnier ebenso bereichernd sein wie die unterschiedlichen Spielstile der Teilnehmernationen. Iván Barton etwa, 1,69 Meter kleiner Unparteiischer aus El Salvador mit großer Stimme, wurde mit seiner rigorosen Art und einer donnernden Stadion-Durchsage erst zum Internet-Phänomen und dann zum Halbfinal-Schiedsrichter.

Unterm Strich aber gab es dort, wo es eine vom Weltverband vorgegebene einheitliche Linie gebraucht hätte, eine Art Zickzackkurs. Man begann mit einem Eröffnungsspiel, in dem auch durch Intervention des Video-Assistenten (VAR) drei Platzverweise verteilt wurden, und landete später bei einer Roten Karte, die nach Intervention des US-Präsidenten zur Bewährung ausgesetzt wurde.

VAR:

Das aufregendste unter den Aufregerthemen vieler Fußballfans hat nun auch bei der WM für reichlich Aufregung gesorgt. Bei den vergangenen WM-Turnieren hieß es noch oft: Na also, so geht das mit dem Videobeweis! Warum nicht auch in der Bundesliga so? Nun gab es den altbekannten Unmut über erfolgte und ausgebliebene Eingriffe des VAR auch beim Weltturnier. Sei es beim aberkannten deutschen Führungstreffer gegen Paraguay, der Haarspitzenballberührung des Kroaten Igor Matanovic, bei Ägyptens dramatischer Niederlage gegen Argentinien oder beim „Spidercam-Vorfall“ während Norwegens Duell mit England. Warum das so war? Das Gesetz der großen Zahl ist schuld. Mehr WM-Spiele heißt mehr Eingriffe, heißt mehr Fehler – oder zumindest mehr diskussionswürdige Entscheidungen. Und 104 Spiele gab es bei einer WM noch nie.

Was in all dem typischen VAR-Aufruhr wenigstens hierzulande nahezu unterging (besonders weil es das Gros der deutschen TV-Kommentatoren offenkundig nicht verstanden oder aber vergessen hat): Die vollautomatische Abseitserkennung, die bei der WM zum Einsatz kam, ist nicht weniger als die bahnbrechendste Neuerung beim Videobeweis seit dessen Einführung. Ein akustisches Signal wies die Linienrichter mit nur minimaler Zeitverzögerung auf Abseitsstellungen hin. Einzig die Überprüfung, ob der betreffende Spieler tatsächlich ins Spielgeschehen eingriff, war von ihnen oder dem VAR noch zu leisten.

Das führte dazu, dass Abseitsentscheidungen unmittelbar und mit mutmaßlich 100-prozentiger Trefferquote gefällt wurden. Nur ein einziges Mal, beim Vorrundenspiel zwischen Kanada und der Schweiz, als die Technik streikte und auf das „alte“ Modell mit der halbautomatischen Abseitserkennung zurückgegriffen werden musste, dauerte die Überprüfung fast fünf Minuten. Das erinnerte alle Fans und Zuschauer daran, warum der VAR ohne vollautomatische Abseitserkennung so unbeliebt ist.

Die TV-Kommentatoren bei ARD, ZDF und MagentaTV redeten in den vergangenen Wochen dennoch ständig davon, dass der Linienrichter „ein gutes Auge bewiesen“ habe oder davon, dass die halbautomatische Abseitslinie nun sicher noch angelegt würde, um die Szene nachträglich zu überprüfen. Was für ein überwältigender Erfolg die Einführung dieses technischen Hilfsmittels war, dürfte weiten Teilen ihres Publikums deshalb bislang verborgen geblieben sein.

Der Ligaverband der Bundesliga (ehemals Deutsche Fußball-Liga) muss nun so schnell wie möglich auch den Unparteiischen im deutschen Profifußball dieses Instrument zur Verfügung stellen. Es hat das Potential, einen gewaltigen Teil des Unmuts über den VAR im Keim zu ersticken – nämlich den ständigen Ärger über die lange Wartezeit bei Überprüfungen, die spät erfolgte Aberkennung von Toren wegen Abseits und die daraus resultierende Entwertung der Emotionen beim Torjubel.

Neue Regeln:

Wohl noch nie wurden bei einer Fußball-WM derart viele neue Regeln und Regel-Auslegungen eingeführt wie diesmal. Einige davon haben sich bewährt, andere nicht. So war es zum Beispiel für alle Beobachter wohltuend, dass die Spieler bei Auswechslungen durch einen Countdown dazu angehalten werden, sich zügig vom Feld zu bewegen. Das über Jahrzehnte zur Kunstform erhobene Zeitspiel beim Vom-Feld-Traben ist damit Geschichte. Beim Torabstoß oder bei Einwürfen scheint sogar schon das Abschreckungspotential des Countdowns auszureichen. Obwohl erste Analysen zeigen, dass die Auswirkungen auf die Nettospielzeit überschaubar sind, ist das eine positive Entwicklung.

Dass fälschlicherweise verhängte Eckstöße nun vom VAR überprüft werden können, sofern es schnell geht, ist außerdem zwar weiterhin in Teilen ungerecht (denn für fälschlicherweise verhängte Abstöße gilt das nicht), funktionierte aber trotz der anfänglichen Skepsis vieler Experten gut. Beim neu eingeführten Platzverweis für Spieler, die in einem Gespräch mit dem Gegenspieler ihren Mund hinter dem Trikot oder der Hand verstecken, schoss die FIFA dagegen mit Kanonen auf Spatzen. Dass das Schwert der Roten Karte zu scharf ist für dieses Vergehen, merkten die Offiziellen wohl bereits nach der ersten entsprechenden Sanktion gegen Paraguays Miguel Almirón im Gruppenspiel gegen die Türkei. Das würde zumindest erklären, warum Spieler mit größerem Namen, etwa Englands Jude Bellingham, danach in vergleichbaren Situationen nicht ebenfalls die Rote Karte sahen.

Es gibt allerdings auch zwei Probleme, die untrennbar mit den vielen Neuerungen verbunden sind. Zum einen: Die Vielzahl der neuen Aufgaben schien viele Schiedsrichter an ihre Kapazitätsgrenzen zu bringen, worunter die Qualität ihrer Entscheidungen auf dem Feld litt. Das ist ein Phänomen, das sich im Amateurfußball noch viel gravierender auswirken dürfte, wo die neue Aufgabenfülle oft ohne Assistenten bewältigt werden muss. Doch auch im Profifußball zeigte sich bereits, dass durch die Konzentration auf Neues der Fokus auf Altes verloren ging. Die vielfach gelobte „Kapitänsregel“ etwa, die den Schiedsrichter vor Proteststürmen durch ganze Mannschaften schützt, scheint völlig in Vergessenheit zu geraten. Das Ergebnis: Die Rudelbildung ist zurück.

Zum anderen hat der Umstand, dass der VAR diesmal viel häufiger in der Kritik stand, auch damit zu tun, dass ihn die FIFA immer mehr zu einer Art Oberschiedsrichter gemacht hat, der bei jedem vermeintlichen Unrecht korrigierend eingreifen soll. Am eklatantesten geschah dies bei den Schwalben, die in den Spielen zwischen den USA und Paraguay sowie beim Viertelfinale zwischen der Schweiz und Argentinien nachträglich mit Gelben Karten geahndet wurden. Im Fall der Schweiz entschied das die Partie, weil ein Platzverweis folgte.

Der Kniff: Die FIFA hatte die Regel, dass sich der VAR bei einer Spielerverwechslung einschalten darf, dahingehend ausgeweitet, dass dies auch für eine Verwechslung mit einem Spieler der gegnerischen Mannschaft gilt und den Eingriff so legitimiert. Diese überaus kreative Regelauslegung hat selbst in der Schiedsrichterszene für Verwirrung und Empörung gesorgt. Eine solche Trickserei bei den eigenen Regeln wird nämlich neben mehr Gerechtigkeit auch zwangsläufig zu mehr Streit führen – darüber, wann ein solcher Eingriff angemessen ist und wann nicht.

Die FIFA:

Generell hat die FIFA den Schiedsrichtern bei diesem Turnier in mehrfacher Hinsicht einen Bärendienst erwiesen. Das begann schon damit, dass der Verband keinerlei Protest erkennen ließ, als einem von ihm nominierten somalischen Schiedsrichter die Einreise verweigert wurde. FIFA-Präsident Gianni Infantino rief Journalisten noch zu, sie sollten „chillen und relaxen“, er würde hinter den Kulissen schon an einer Lösung gearbeitet. Geschehen ist allerdings nichts. Die Kommunikation des Weltverbands war in Sachen Schiedsrichter bei der WM generell oft katastrophal schlecht.

Von der neuen Maßgabe für Aktionen gegen den Torwart bei Standardsituationen beispielsweise erfuhren die allermeisten Menschen erst, als eine solche Situation Deutschlands WM-Aus besiegelte. Dazu gab es diverse diskussionswürdige Ansetzungen bei K.-o.-Spielen. Der Gipfel war aber selbstverständlich die Causa um den US-Spieler Folarin Balogun, dessen Rote Karte nach einem Telefonat von US-Präsident Donald Trump mit FIFA-Präsident Infantino plötzlich zur Bewährung ausgesetzt wurde. Wer sich in Schiedsrichterkreisen umhört, der erfährt, wie sehr dieser beispiellose Fall von politischer Einflussnahme auch dort für Aufruhr gesorgt hat. Weil er das Kernprinzip der Tatsachenentscheidung infrage stellt, obwohl es sich keineswegs um eine Fehlentscheidung handelte.

Wie geht es nach der WM weiter?

Die DFB-Schiedsrichter GmbH teilt auf F.A.Z.-Anfrage mit, man werde die Erkenntnisse des Turniers „gründlich auswerten – zum einen natürlich intern, zum anderen aber auch in Abstimmung mit der Kommission Fußball der Bundesliga und der UEFA“. Neue Regelungen wie der Countdown bei Abstößen, Einwürfen und Einwechslungen oder die Überprüfung Gelb-Roter Karten durch den VAR sind verpflichtend. Bei den optionalen Neuerungen, wie der Überprüfung von Eckstößen durch den VAR oder der Hand-vor-den-Mund-Regel werde zunächst geprüft, „ob sie auch hierzulande eingeführt werden oder nicht“.

Bundan Sonra Ne Olabilir?

Yapay zekâ öngörüsü — kesinlik taşımaz

  • Der Ligaverband der Bundesliga wird die vollautomatische Abseitserkennung schnellstmöglich im deutschen Profifußball einführen.

    Muhtemel · Aylar içinde

  • Die DFB-Schiedsrichter GmbH wird optionale neue Regeln der WM für den deutschen Fußball prüfen.

    Kesin · Haftalar içinde

Açık Sorular

  • Wird die Bundesliga alle optionalen neuen Regeln übernehmen?
  • Wie wird die FIFA den Vorfall politischer Einflussnahme auf Schiedsrichterentscheidungen aufarbeiten?
  • Welche Auswirkungen werden die neuen Aufgaben für Schiedsrichter im Amateurfußball haben?

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Bu haber ilk olarak şurada yayınlandı: FAZ.

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