Gaza-Hilfsflotte: Aktivisten werfen Israel Misshandlungen und sexualisierte Gewalt vor
Hızlı Bakış
- Aktivisten der Gaza-Hilfsflotte berichten nach ihrer Abschiebung aus Israel von schweren Misshandlungen, darunter Schläge, Hundebisse und sexualisierte Gewalt.
- Auch deutsche Aktivisten sollen betroffen sein.
- Das Auswärtige Amt bestätigte Verletzungen bei Deutschen.
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Aktivisten der Gaza-Hilfsflotte wurden von israelischen Sicherheitskräften gestoppt und abgeschoben. Die Flotte wollte die israelische Seeblockade des Gazastreifens durchbrechen und Hilfsgüter liefern.
Aktivisten der „Gaza-Hilfsflotte“ werfen Israel Misshandlungen und sexualisierte Gewalt vor. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes wiesen auch deutsche Aktivisten Verletzungen auf. Luisa Bomke 25.05.2026 - 14:09 Uhr Artikel anhören
Nesrin Zeaiter und Uwe Sander: Die von Israel abgeschobenen Aktivisten sind nach Deutschland zurückgekehrt. Foto: Moritz Frankenberg/dpa
Düsseldorf. Nach der Abschiebung von mehr als 400 Aktivisten der sogenannten Gaza-Hilfsflotte mehren sich Vorwürfe schwerer Misshandlungen durch israelische Sicherheitskräfte. Mehrere der Beteiligten berichteten nach ihrer Rückkehr in ihre Heimatländer von körperlicher Gewalt, Demütigungen und sexualisierten Übergriffen während ihrer Gefangenschaft in Israel.
Auch deutsche Aktivisten sollen betroffen sein. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes bestätigte, dass Diplomaten nach der Ankunft abgeschobener Deutscher in Istanbul Verletzungen festgestellt hätten. Die Bundesregierung sprach von „unsäglichem Verhalten“ und forderte die Aufklärung der „gravierenden Vorwürfe“. Eine menschenwürdige Behandlung deutscher Staatsangehöriger habe „absolute Priorität“, erklärte das Ministerium.
Die Organisatoren der Flotte werfen israelischen Behörden unter anderem Schläge, Hundebisse und sexualisierte Gewalt vor. Unabhängig überprüfen lassen sich die Vorwürfe bislang nicht. Israels Gefängnisbehörde weist sie zurück. Die Aktivisten seien respektvoll behandelt worden und hätten medizinische Versorgung erhalten, erklärte die Behörde.
Israelischer Minister Ben-Gvir verspottet fixierte Aktivisten
Die Vorwürfe erhöhen den internationalen Druck auf die israelische Regierung. Zuvor hatte bereits ein Video des rechtsextremen Ministers für nationale Sicherheit, Itamar Ben-Gvir, internationale Empörung ausgelöst. Auf den Aufnahmen ist zu sehen, wie der Minister in einem Gefängnis am Boden fixierte Aktivisten verspottet. Nach Angaben der „Süddeutschen Zeitung“ prüft die Europäische Union mögliche Sanktionen gegen Ben-Gvir.
Ein Video des israelischen Polizeiministers Ben-Gvir zeigt den rechtsextremen Politiker mit Aktivisten der gestoppten Gaza-Hilfsflotte, die gefesselt auf dem Boden knien. Auch Premierminister Netanjahu kritisierte seinen Kabinettskollegen.
Israelische Sicherheitskräfte hatten die aus mehr als 50 Booten bestehende Flotte Anfang der Woche in internationalen Gewässern nahe Zypern gestoppt. Rund 430 Aktivisten aus 40 Ländern wie Deutschland, Frankreich, Spanien, Italien, Kanada und Australien wollten nach eigenen Angaben die israelische Seeblockade des Gazastreifens durchbrechen und Hilfsgüter liefern. Israels Außenministerium bezeichnete die Aktion dagegen als „PR-Aktion im Dienste der Hamas“.
Mehrere Aktivisten schilderten schwere Übergriffe. „Wir wurden entkleidet, zu Boden geworfen und getreten. Viele von uns wurden mit Elektroschockern traktiert, einige wurden sexuell missbraucht, und einigen wurde der Zugang zu einem Anwalt verwehrt“, sagte der italienische Aktivist Luca Poggi nach seiner Ankunft in Rom der Nachrichtenagentur Reuters. Nach Angaben der Aktivisten sollen sich die Misshandlungen teils noch auf See, teils nach der Festnahme in Israel ereignet haben.
Viele von uns wurden mit Elektroschockern traktiert, einige wurden sexuell missbraucht, und einigen wurde der Zugang zu einem Anwalt verwehrt. Luca Poggiitalienischer Aktivist
Unter den Beteiligten waren auch mehrere Deutsche. Nach Angaben der Organisatoren kehrten am Wochenende unter anderem die 24-jährige ehemalige Bundeswehrsoldatin Nesrin Zeaiter aus Hannover und der Göttinger Aktivist Uwe Sander nach Deutschland zurück.
Zeaiter sagte nach ihrer Rückkehr, ihr seien unmittelbar nach der Festnahme die Augen verbunden und die Hände gefesselt worden. Auf einem israelischen Boot hätten Soldaten sie geschlagen und erniedrigt. Die Organisatoren von Global Sumud Deutschland erklärten zudem, Zeaiter sei von Hunden gebissen und mit Messerstichen verletzt worden.
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Auch Sander berichtete, israelische Streitkräfte hätten sein Boot zunächst mit Gummigeschossen beschossen. Anschließend seien Soldaten an Bord gekommen und hätten die Besatzung festgesetzt. Er selbst sei geschlagen und getreten worden. Die Organisation fordert eine Aufklärung der Vorwürfe.
Der „Spiegel“ berichtete unter Berufung auf einen deutschen Teilnehmer, er sei Teil jener Gruppe gewesen, die in dem von Ben-Gvir verbreiteten Video zu sehen war. Der Aktivist sprach von gezielter Propaganda.
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Untersuchung der Vorwürfe durch unabhängige Stellen.
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Mögliche Sanktionen der EU gegen Minister Itamar Ben-Gvir.
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