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Gedenken am OEZ: Angehörige fordern Aufklärung und Anerkennung als rechtsextreme Tat
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Gedenken am OEZ: Angehörige fordern Aufklärung und Anerkennung als rechtsextreme Tat

Hızlı Bakış

  • Am Gedenktag für den rechtsextremen Anschlag am Olympia-Einkaufszentrum (OEZ) in München forderten Angehörige vehement Aufklärung und die Anerkennung der Tat als rechtsterroristisches Verbrechen.
  • Bundespräsident Steinmeier und bayerische Politiker nahmen teil, wobei Steinmeier die rassistische Natur der Tat betonte und ein Klima gegen Fremdenfeindlichkeit forderte.

Yapay zekâ özeti

Neden Önemli?

Der Artikel beschreibt die Gedenkfeier für die Opfer des rechtsextremen Anschlags am OEZ in München, bei dem Angehörige ihre Wut und Forderungen nach Aufklärung und Anerkennung der Tat als rechtsterroristisch äußerten. Die Staatsregierung hatte die Tat zunächst über drei Jahre lang als unpolitischen Amoklauf bewertet.

Yazı boyutu

Im Freistaat ist Trauerbeflaggung angeordnet, um 17.51 Uhr, zu jener Zeit, als damals die ersten Schüsse fielen, stehen die städtischen Busse und Bahnen still. Und am OEZ versuchen Repräsentanten des Staates, die Angehörigen mit Worten zu umarmen. Diese sprechen ihren Ärger über das staatliche und politische Handeln an und formulieren ihre Forderungen. Sie tun das nicht vorsichtig und diplomatisch, sondern sehr vehement.

Manche Passage ist eine laute Anklage: Die Angehörigen fordern mehr Informationen über die Ermittlungen und vor allem eine Erklärung, warum die Staatsregierung die Tat mehr als drei Jahre lang als unpolitischen Amoklauf bewertete und nicht als rechtsextremes Verbrechen. Die Spitze der Staatsregierung hört zu, Ministerpräsident Markus Söder, Innenminister Joachim Herrmann und Justizminister Georg Eisenreich (alle CSU) sind gekommen. Immer wieder werden die Reden der Angehörigen von Applaus unterbrochen.

Er sei gekommen, „um die Trauer mit Ihnen zu teilen“, sagt Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zu den Angehörigen. Kurz vor der Gedenkfeier hat er sich mit ihnen in kleinem Kreis getroffen. Die „rassistische Tat“ vom OEZ betreffe nicht nur die Opfer und ihre Angehörigen, nicht nur München und Bayern, „sie betrifft unser ganzes Land, und sie geht uns alle in diesem Land an“.

Steinmeier sagt, es habe „wohl allzu lange gedauert, bis eindeutig und öffentlich der rechtsterroristische Anschlag auch als solcher anerkannt worden ist“. Er fordert, ein Klima zu bekämpfen, „das feindlich gegenüber Menschen mit Zuwanderungsgeschichte ist“. Steinmeier: „Begreifen wir es endlich: Zuwanderungsgeschichte haben nicht nur einzelne Menschen – unser ganzes Land hat sie. Deutschland ist ein Land mit Migrationshintergrund.“

Die Bühne steht zwischen Einkaufszentrum, Media Markt und McDonald’s. Hier ist es geschehen. Viele Besucher tragen weiße T-Shirts mit den Namen und Bildern der Ermordeten, darauf Motto und Forderung der Angehörigen-Gruppe: „München OEZ Erinnern!“

Die Stadt hat Metallgestelle errichtet, darauf überlebensgroß Porträts der Getöteten. Verteilt auf dem Gelände der Gedenkfeier stehen weitere Porträts der Opfer, Fotos in schwarz-weiß, davor jeweils ein Blumengesteck. Auf der Bühne, hinter dem Rednerpult, ist ein großes Transparent aufgespannt, darauf die Zeile: „München OEZ war rechter Terror.“ Auf dass es niemand mehr anders benenne.

Auch Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) wendet sich direkt an die Angehörigen: „Wir können Ihr Leid nicht heilen, nicht einmal lindern. Aber wir können versprechen, die Opfer nie zu vergessen.“ Unter dem Gefühl des Vergessen-Seins leiden viele Angehörige bis heute. Sie beklagen Desinteresse von Politik und Gesellschaft in den ersten Jahren nach dem Anschlag.

Aigner hat sich vor ein paar Wochen mit Angehörigen getroffen, jetzt sagt sie: „Die Zeit heilt nicht alle Wunden. Aber eines, eines möchte ich Ihnen so gerne nehmen: Das Gefühl, mit Ihrem Schmerz, Ihrer Trauer und Ihrer Wut allein zu sein. Wir sind bei Ihnen. Wir hören Sie. Wir sehen Sie.“

Sie geht auf die Gefühle vieler Angehörigen ein: „Ich weiß um Ihre Wut, Ihre Enttäuschung, Ihr Gefühl von Ungerechtigkeit, weil Sie zu schwer kämpfen mussten, für die Wahrheit, für Respekt, für Anerkennung, für Ihre Rechte und Verständnis. Ich verstehe Sie.“

Münchens Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) sagt, das Gedenken an die Ermordeten sei auch Mahnung, „dass wir tagtäglich eintreten müssen für eine humane und offene Gesellschaft“. Er fragt: „Warum fällt es unserer Gesellschaft immer wieder so schwer, rechtsextremen Terror als das zu benennen, was er ist?“ Diese Frage tue weh, „aber wir müssen sie uns stellen, wenn wir strukturell etwas verändern wollen“.

Der OB würdigt das Engagement der Angehörigen, die immer wieder daran erinnern, dass das Attentat am OEZ als das benannt werde, was es war: „einer der schwersten rechtsextremen Anschläge in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland“.

Einige Angehörige gehen auf die Bühne und sprechen über das Leben danach, manche kämpfen gegen Tränen. Es sind Reden voller zärtlicher und voller wütender Worte. Man spürt, dass viele nicht bloß Trauernde sind, sondern kämpferische Bürger, die sich gegen rechte Gewalt und Hass engagieren und die Politik an ihre Aufgaben erinnern.

Margareta Zabërgja ist Schwester von Dijamant, ihre Eltern flüchteten 1993 aus Kosovo. Sie erinnert an ihren Vater, der nach dem Krieg gerne zurückgegangen wäre, aber der Kinder wegen blieb. Er habe gesagt: „Wir haben alles gemacht, was von uns erwartet wurde. Aber wir werden hier niemals ganz akzeptiert.“ Damals, sagt Margareta Zabërgja, habe sie diesen Satz nicht verstanden. „Heute verstehe ich ihn.“

Sie spricht zu ihrem toten Bruder: „Ich wünschte, ich könnte dir sagen, dass dein Tod etwas verändert hat. Dass wir als Gesellschaft verstanden haben. Dass niemand mehr wegen seiner Herkunft Angst haben muss.“ Sie wünschte, „dass heute niemand mehr erklären muss, warum er dazugehört. Aber das kann ich nicht.“

In sehr berührenden Worten erinnern Arbnor und Arberia Segashi an ihre Schwester Armela, sie war 14, als sie ermordet wurde. „Du lebst jetzt schon fast länger in der Erinnerung als du tatsächlich leben durftest“, sagt Arberia Segashi. Die Zeit heile die Wunden nicht, sie nehme den Schmerz nicht: „Sie verändert ihn nur“, sagt sie. „Man hört nie auf, zu vermissen.“

Ihr Bruder Arbnor Segashi berichtet, dass in der kosovarischen Heimatstadt ihrer Eltern inzwischen sechs Kindergärten den Namen von Armela Segashi tragen. „Du hast Spuren hinterlassen, die nicht verschwinden werden“, sagt Arberia Segashi, an ihre Schwester gewandt. „Ich liebe Dich bis zu meinem letzten Atemzug.“

Hacı Dağ ist der Ehemann von Sevda, sie ist mit damals 45 Jahren die Älteste der Ermordeten. Ihr Mann erzählt, dass seine Frau an jenem Tag im OEZ Geschenke für die Familie in der Türkei besorgt habe, der Urlaub in der Heimat stand kurz bevor. „Wir haben diese Reise letztlich angetreten“, sagt Hacı Dağ, aber „der Sarg meiner über alles geliebten Frau lag im Frachtraum eines Flugzeugs“.

Wie andere spricht er die politisch Verantwortlichen an: Der „Nebel um diese Tat“ sei „noch immer nicht vollständig gelichtet“. Als betroffene Familien wollten sie „die ganze Wahrheit wissen!“ Er bekräftigt die Forderung der Angehörigen nach einem Untersuchungsausschuss im Landtag.

Yasemin Kılıç, die Mutter von Selçuk, sagt, sie wolle nicht still trauern. „Mein Schmerz hat mich verändert. Er hat mir gezeigt, dass ich den Finger in die offene Wunde legen muss.“ Sie stehe hier „als Mutter und als Anklägerin“.

Sie stellt Fragen: „Warum wurde dieser rechtsterroristische Anschlag vom ersten Tag an mit allen Mitteln entpolitisiert?“ Sie will wissen, wer ein Interesse daran gehabt habe, die die Tat als unpolitischen Amoklauf darzustellen.

„Uns reichen staatstragende Worte und feierliche Gesten vor den Kameras nicht!“, sagt Yasemin Kılıç. Sie erwarte die Offenlegung aller Akten. „Herr Bundespräsident, an diesem Ort wird nicht mehr um Aufklärung gebeten. Wir fordern sie ein!“

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Yapay zekâ öngörüsü — kesinlik taşımaz

  • Ein Untersuchungsausschuss im Landtag zur Aufklärung des Anschlags wird gefordert.

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  • Warum wurde die Tat über drei Jahre als unpolitischer Amoklauf bewertet?
  • Wer hatte ein Interesse an der Entpolitisierung des Anschlags?

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