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GeriLinde wegen geplatztem Russland-Deal vor deutschen Gerichten
Linde wegen geplatztem Russland-Deal vor deutschen Gerichten
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Linde wegen geplatztem Russland-Deal vor deutschen Gerichten

Hızlı Bakış

  • Drei deutsche Banken verklagen Linde wegen eines geplatzten Gasprojekts in Russland auf hohe dreistellige Millionenbeträge.
  • Der Industriegase-Konzern Linde stoppte das Projekt wegen Sanktionen, woraufhin russische Gerichte die Auszahlung von Garantien durchsetzten.
  • Nun fordern die Banken das Geld von Linde zurück.

Yapay zekâ özeti

Neden Önemli?

Nach dem Überfall auf die Ukraine stoppte Linde ein Großprojekt in Russland. Daraufhin setzten russische Gerichte die Auszahlung von Garantien durch die beteiligten deutschen Banken durch. Nun fordern die Banken das Geld von Linde zurück.

Yazı boyutu

München/Frankfurt. Ein nach dem Überfall auf die Ukraine geplatzter Großauftrag in Russland hat für den Industriegase-Konzern Linde ein juristisches Nachspiel in Deutschland.

Drei deutsche Banken haben Klagen in hoher dreistelliger Millionenhöhe eingereicht. Allein die Deutsche Bank fordert 244 Millionen Euro von dem Industriekonzern. Nach Informationen des Handelsblatts kommt es in Kürze zum ersten Prozess.

Hintergrund ist ein Gasprojekt, das die Ruschemalliance (RCA), ein russisches Gemeinschaftsunternehmen von Gazprom und Rusgasdobycha, gemeinsam mit Linde realisieren wollte. Das Projekt 120 Kilometer westlich von St. Petersburg hatte allein für Linde ein Volumen von etwa fünf Milliarden Dollar. Der Konzern sollte den Bau und Betrieb einer Gasverarbeitungsanlage und eine Ethantrennung übernehmen.

Als der Ukrainekrieg ausbrach, stoppte Linde das Projekt, weil die Fortführung aus Sicht des Konzerns gegen westliche Sanktionen verstoßen hätte. Aus dem gleichen Grund weigerten sich die Banken, die Garantien auszuzahlen. RCA setzte daraufhin vor russischen Gerichten die Auszahlung der Garantien bei den deutschen Banken durch und ließ die Beträge in Russland beschlagnahmen.

In welchem Umfang die einzelnen Banken davon betroffen waren, geht aus britischen Gerichtsdokumenten hervor. Mehrere Institute hatten sich in London gegen die Beschlagnahmungen gewehrt. Die Hypovereinsbank war mit 448 Millionen Euro betroffen, die Deutsche Bank mit 244 Millionen Euro, die BayernLB mit 273 Millionen Euro, die Commerzbank mit 93,5 Millionen Euro sowie die LBBW mit 52 Millionen Euro.

Zumindest drei der fünf Institute wollen das Geld von Linde zurückholen und haben Klagen eingereicht: die Deutsche Bank (Az. 2-12 O 29/25), die Unicredit-Tochter Hypovereinsbank (Az. 28 O 16540/25) sowie die Commerzbank (Az. 40 O 13598/25). Die zuständigen Landgerichte Frankfurt und München bestätigten die Klagen auf Handelsblatt-Anfrage.

Am weitesten ist die Klage der Deutschen Bank: Das Verfahren beginnt am 14. Juli, wie das Frankfurter Landgericht bestätigte. Linde bestätigte den Vorgang ebenfalls. Bei der Anhörung gehe es um „komplexe Sachverhalte“. Zu laufenden Gerichtsverfahren äußere man sich grundsätzlich nicht.

Auch die Deutsche Bank wollte sich nicht dazu äußern. In ihrem Geschäftsbericht deutet die Bank jedoch verklausuliert an, dass sie sich Geld im Zusammenhang mit der RCA-Garantie erstatten lassen will. Die Bank spricht davon, dass ihr ihrer Ansicht nach „ein wirksamer Erstattungsanspruch zusteht“ und sie „ihre Rechtsposition gerichtlich verteidigen“ werde. Laut Geschäftsbericht geht es um 244 Millionen Euro. Laut Industriekreisen könnten noch Zinsen hinzukommen.

Dass die Bank dafür Linde verklagt, lässt sich indirekt aus dem Geschäftsbericht schließen: Eine sogenannte Anti-Suit Injunction (ASI) Order verbietet es der Deutschen Bank, juristisch außerhalb Russlands gegen RCA vorzugehen. Das bedeutet, dass die Bank sich das Geld nur von ihrem deutschen Kunden, also Linde, zurückholen kann.

Bei dem Verfahren in Frankfurt wird es nicht bleiben, wie die in München anhängigen Klagen von Hypovereinsbank und Commerzbank zeigen. Die Commerzbank wollte sich zu ihrer Klage nicht äußern. Ein Sprecher der Unicredit-Tochter HVB verwies auf den Geschäftsbericht des Instituts. Darin heißt es, die Bank habe im Dezember 2025 „zur Sicherung ihres Rückgriffanspruchs eine Klage gegen den deutschen Garantiekunden eingereicht“. Dass damit Linde gemeint ist, zeigen britische Gerichtsdokumente.

Linde weist in seinem aktuellen Geschäftsbericht im Zusammenhang mit dem gescheiterten Projekt Eventualverbindlichkeiten in Höhe von 1,2 Milliarden Dollar aus. Das bedeutet, dass der Konzern ein gewisses Risiko sieht, dass Banken im Zusammenhang mit dem RCA-Rechtsstreit Geld in dieser Höhe zurückfordern könnten.

Allerdings ist unklar, ob andere Institute dem Beispiel von Deutscher Bank und Hypovereinsbank folgen. „Die LBBW hat gegen Linde keine Klage erhoben“, sagte ein Sprecher der Landesbank auf Anfrage. Das Institut erwarte aus den Rechtsstreiten in Russland „keine signifikanten finanziellen Belastungen“. Die BayernLB äußerte sich nicht zu dem Thema.

Wie die Verfahren ausgehen, gilt als offen, da es kaum Präzedenzfälle gibt. „Das Spannungsfeld der Sanktionen ist nicht geklärt“, heißt es bei einem der betroffenen Unternehmen. Es gebe keine Präzedenzfälle, vermutlich müsse der Fall am Ende vom Europäischen Gerichtshof entschieden werden. Die Problematik müsse aber auch politisch geklärt werden. „Wer trägt das Risiko eines politischen Unrechtsstaats?“

Schon das bisherige juristische Tauziehen war komplex: Zuständig für Streitfragen wäre den Verträgen zufolge eigentlich der Internationale Schiedsgerichtshof in Paris gewesen, doch RCA zog in Russland vor Gericht. Dagegen wehrten sich die Banken und bekamen vor Londoner Gerichten recht. Diese verboten RCA, weiter in Russland zu klagen. Im Fachjargon werden solche Verfügungen Anti-Suit Injunction (ASI) Orders genannt.

Bundan Sonra Ne Olabilir?

Yapay zekâ öngörüsü — kesinlik taşımaz

  • Gerichtsentscheidungen könnten Präzedenzfälle für Sanktionsfolgen schaffen.

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Açık Sorular

  • Wer trägt das Risiko eines politischen Unrechtsstaats?
  • Wie werden die Gerichte entscheiden?
  • Werden weitere Institute klagen?

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Bu haber ilk olarak şurada yayınlandı: Handelsblatt.

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