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Moderna erwägt Investition in Biontech-Werke in Deutschland
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Handelsblatt17.06.2026Business5 dk okumaGermany

Moderna erwägt Investition in Biontech-Werke in Deutschland

Hızlı Bakış

  • Moderna erwägt die Übernahme von Biontech-Produktionsstätten in Deutschland, falls die Bundesregierung eine Partnerschaft eingeht.
  • Biontech schließt Werke wegen sinkender Umsätze mit Covid-Impfstoffen und will sich auf Krebsforschung konzentrieren.

Yapay zekâ özeti

Neden Önemli?

Moderna erwägt Investitionen in Deutschland, während Biontech Produktionsstätten schließt. Der US-Konzern fordert bessere Rahmenbedingungen von der Bundesregierung.

Yazı boyutu

München. Der amerikanische Biotech-Konzern Moderna will in Deutschland in eigene Produktionsstandorte investieren.

Interessant für die Pläne des Impfstoffherstellers sind die Werke, die der deutsche Konkurrent Biontech schließen will – und deren Personal. Das sagte Vorstandschef Stéphane Bancel im Gespräch mit dem Handelsblatt.

„Wenn wir die richtige Partnerschaft mit der deutschen Bundesregierung finden würden, wären diese Anlagen eine interessante Option – im Vergleich zu einem Neubau“, erläuterte Bancel. Auf die Frage, ob Moderna Mitarbeiter des Mainzer Biotechnologieunternehmens übernehmen würde, die durch Werkschließungen betroffen sind, sagte Bancel: „Wenn wir in ein Werk investieren würden – ganz sicher.“

Biontech hatte im Mai angekündigt, mehrere Standorte in Deutschland zu schließen, unter anderem in Marburg und Idar-Oberstein. Sie waren während der Coronapandemie zur Produktion von mRNA-Impfstoffen gegen Covid gebaut worden.

Als Grund für die Schließung nannte Biontech sinkende Umsätze mit diesen Impfstoffen. Bis zu 1800 Stellen könnten gestrichen werden – knapp ein Viertel der Biontech-Belegschaft. Das Mainzer Unternehmen will sich auf die Krebsforschung spezialisieren.

In die Lücke, die Biontech hinterlässt, könnte nun ausgerechnet Moderna stoßen. Die Amerikaner hatten sich schon während der Pandemie 2020/21 mit Biontech einen Zweikampf im Covidgeschäft geliefert und sind auch heute einer der größten Konkurrenten der Deutschen. Die Biontech-Werke würden zu Moderna passen, da der Konzern weiter aufs Geschäft mit Impfstoffen gegen Infektionskrankheiten setzt, anders als Biontech.

Beide Pharmafirmen konkurrieren auf dem Feld der mRNA-Technologie, die auf Boteninformationen der menschlichen Zellen basiert und gezielt Antikörper erzeugt. Mit diesem Verfahren sollen künftig etwa Krebserkrankungen bekämpft werden. Sowohl Biontech als auch Moderna forschen an solchen Mitteln.

Vor einem Investitionsbeschluss müsse Deutschland aber bessere Rahmenbedingungen für Pharmafirmen schaffen und eine klare Richtung vorgeben, forderte Bancel. „Es ist kein Zufall, dass ich aktuell in Berlin bin. Ich möchte wirklich investieren“, sagte der US-Pharmamanager. „Wir führen derzeit Gespräche mit der Regierung über eine langfristige Partnerschaft, wie wir sie im Vereinigten Königreich und in Kanada eingegangen sind.“

Sollte Berlin nicht mitziehen, will Bancel Alternativen in Europa prüfen. „Wenn die Bundesregierung keine Partnerschaft eingehen möchte, werde ich mit anderen europäischen Regierungen sprechen“, kündigte Bancel an. „Ich hoffe als Europäer, dass mindestens eine Regierung den Wert erkennt, mRNA-Produktion im Land zu haben – für Friedens- sowie für Kriegszeiten.“ Bancel ist gebürtiger Franzose.

Deutschland sei ein attraktiver Markt, aufgrund seiner Größe und der alternden Bevölkerung, an welche sich Modernas Produkte richteten. Neben potenziellen Krebsmitteln arbeiten die Amerikaner weiter an Impfstoffen gegen Infektionskrankheiten.

Der Moderna-Chef forderte langfristige Planungssicherheit und Stabilität bei Arzneipreisen und Mengen. „Wenn die Spielregeln mitten im Spiel geändert werden, ist es sehr, sehr schwer mitzuspielen.“

Bancel schließt sich der Branchenkritik an: „Das Spargesetz, das noch auf dem Tisch liegt, ist für die Industrie sehr beunruhigend. Es ist ein Crescendo der Unsicherheit.“ Planungssicherheit benötige die Branche aber besonders. So liefen Werke mindestens zehn Jahre. Die Entwicklung eines Medikaments koste rund eine Milliarde Dollar.

„Es ist die mangelnde Vorhersehbarkeit, die Investitionen wirklich untergräbt. Das muss die Politik verstehen“, sagte Bancel. Die ersten Firmen ziehen bereits Konsequenzen. Der US-Pharmakonzern Eli Lilly hat angekündigt, seine ursprünglich auf 2,3 Milliarden Euro angelegte Investition in Rheinland-Pfalz zu halbieren. Und Boehringer Ingelheim strich Investitionen in Deutschland von mehr als 900 Millionen Euro.

Der Gesetzesvorschlag zur GKV-Reform sieht beispielsweise vor, den Impfstoffpreis um sieben Prozent zu senken. Im November hatte Bancel gemeinsam mit zahlreichen Pharma-CEOs im Wirtschaftsministerium und beim Bundeskanzler vorgesprochen. „Das ist jetzt sechs Monate her. Das Spargesetz war damals nicht absehbar. Ich weiß also nicht, was diese Regierung nächstes Jahr und was die Regierung danach tun wird.“

„Dass es bald keine mRNA-Produktionskapazitäten mehr in Deutschland und Europa geben wird, ist ein massives Souveränitätsproblem“, sagte Bancel. Gleichzeitig würden in China gerade mindestens fünf mRNA-Unternehmen aufgebaut.

Auch Moderna leidet unter dem rückläufigen Geschäft mit Covid-Impfstoffen. Bancel sieht Gefahren wegen der niedrigen Impfbereitschaft vor allem in der Hochrisikogruppe, zu der Menschen über 60 Jahren und mit Vorerkrankungen zählen. „Es ist wirklich traurig, dass im 21. Jahrhundert ein solches medizinisches Werkzeug verfügbar ist und die Menschen es nicht nutzen. Vor hundert Jahren hätten die Menschen um solche Produkte gebettelt.“

Die Moderna-Aktie liegt rund 50 Prozent unter dem Niveau von 2021. In diesem Jahr stieg sie aber um 80 Prozent – unter anderem wegen der Beteiligung an der Entwicklung eines Ebola-Impfstoffs.

Aus dem reinen Covid-Impfstoff-Anbieter ist ein Mehrproduktkonzern geworden – vier zugelassene Impfstoffe hat Moderna auf dem Markt. Moderna setzt darauf, dass die Impfstoffe genug Geld einspielen, um die Krebsforschung zu finanzieren.

Im direkten Vergleich mit Biontech erzielt Moderna derzeit weniger Umsatz, investiert aber trotzdem mehr in Forschung und Entwicklung. Bis Ende 2027 erwarten Analysten einen höheren Nettoverlust als für Biontech.

Die Gewinnschwelle erwartet Bancel weiterhin für 2028, obwohl Analysten dieses Ziel frühestens 2029 für realistisch halten. „Ich bin zuversichtlich für 2028. Wir werden die Kosten weiter senken und viele neue Produkte auf den Markt bringen“, sagte der Moderna-Chef.

Zugleich treibt der Konzern den Einsatz seiner mRNA-Technologie in weiteren Therapien voran. Moderna arbeitet an einem Medikament gegen Multiple Sklerose und entwickelt gemeinsam mit dem US-Konzern Merck einen Hautkrebs-Impfstoff. Das nächste große Kapitel seien Typ-1-Diabetes, akute Lungenerkrankungen, rheumatoide Arthritis sowie Zerebralparese, also frühkindliche Gehirnstörungen.

Analysten kritisieren, Modernas Portfolio sei nicht diversifiziert genug aufgestellt und zu sehr auf mRNA-Technologie ausgerichtet. Die Strategie bleibe unverändert, entgegnet Bancel. „Wir glauben, dass mRNA eine sehr mächtige Technologie ist – als fundamentales Molekül des Lebens. Wir haben einen Überfluss an Medikamenten in der Pipeline.“

Gegenwind kommt aus den USA. US-Präsident Donald Trump und Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Junior stehen Impfungen sehr skeptisch gegenüber. Moderna baut deshalb das Geschäft außerhalb der USA aus. Im ersten Quartal verdreifachte sich der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nahezu – vor allem dank der Partnerschaft mit Großbritannien. Produktionsstätten betreibt der Konzern zudem in Mexiko, Brasilien, Kanada und Australien, ergänzend zu den Werken in den USA.

Bundan Sonra Ne Olabilir?

Yapay zekâ öngörüsü — kesinlik taşımaz

  • Moderna wird Gespräche mit der Bundesregierung über eine langfristige Partnerschaft führen.

    Çok muhtemel · Haftalar içinde

  • Biontech wird sich stärker auf die Krebsforschung spezialisieren.

    Muhtemel · Aylar içinde

Açık Sorular

  • Wird Deutschland auf Modernas Forderungen eingehen?
  • Welche konkreten Biontech-Werke kämen für Moderna in Frage?
  • Wie reagieren andere europäische Länder auf Modernas Interesse?

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Bu haber ilk olarak şurada yayınlandı: Handelsblatt.

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