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GeriPorsche-Mitarbeiter fordern Standortgarantie für Stellenabbau
Porsche-Mitarbeiter fordern Standortgarantie für Stellenabbau
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Porsche-Mitarbeiter fordern Standortgarantie für Stellenabbau

Hızlı Bakış

  • Porsche-Chef Michael Leiters plant einen harten Personalabbau, um die Margen zu steigern.
  • Die Arbeitnehmer fordern im Gegenzug eine zehnjährige Standortgarantie, was auf Widerstand der Eigentümerfamilien Porsche und Piëch stößt.
  • Auch VW-Chef Oliver Blume sieht sich mit ähnlichen Problemen konfrontiert.

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Porsche-Chef Michael Leiters plant einen Umbau zur Steigerung der Profitabilität, der einen erheblichen Personalabbau vorsieht. Die Arbeitnehmervertretung fordert im Gegenzug eine langfristige Standortgarantie.

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Die Arbeitnehmer wollen Michael Leiters’ harten Personalabbau nur mit einer Standortsicherung auf zehn Jahre akzeptieren. Das ist der Familie Porsche zu lang – und nicht nur ihr. Martin-W. Buchenau, Lazar Backovic 12.07.2026 - 12:23 Uhr Artikel anhören

Porsche-Chef Leiters: Margenkorridor zwischen 10 und 15 Prozent. Foto: Bernd Weißbrod/dpa

Stuttgart, Düsseldorf. Volkswagen hatte bereits seinen ersten „Tag der Wahrheit“, bei Porsche steht dieser noch bevor: Was die Aufsichtsratssitzung am 9. Juli in Wolfsburg war, dürfte für den Sportwagenbauer der 22. Juli in Stuttgart-Zuffenhausen werden.

Dann will Porsche-Chef Michael Leiters dem Aufsichtsrat seine Personalpläne präsentieren, um die VW-Tochter zurück auf Renditekurs zu bringen. Die Tage darauf will er erste Ergebnisse kommunizieren. Ein Zwischenstand irritiert Beobachter allerdings.

So könnte nach Informationen des Handelsblatts bei den Verhandlungen mit der Arbeitnehmerseite eine Standortsicherung auf zehn Jahre Bestandteil der Lösung sein, um die geplanten Stellenstreichungen durchsetzen zu können.

Mit einer so langen Bestandsgarantie für die Werke in Zuffenhausen und Leipzig sowie das Entwicklungszentrum Weissach (bei Stuttgart) würde Leiters aber einen Konflikt mit den Eigentümerfamilien Porsche und Piëch riskieren.

Gleichzeitig würde er Oliver Blume, Chef des Mehrheitsaktionärs Volkswagen, in die Bredouille bringen – der im VW-Konzern seinerseits aktuell Werkschließungen durchsetzen will und auf massiven Widerstand trifft.

Einen ersten groben Einblick, wie er Porsche umbauen will, gab der Vorstandsvorsitzende bei der Hauptversammlung vor zwei Wochen. Ziel ist ein Margenkorridor zwischen zehn und 15 Prozent. Zum Fundament der Strategie 2035 gehören dabei drei Säulen:

Personalabbau mit Produktivitätssteigerung durch schlankere Strukturen

weniger, aber sportlichere Modelle

der Verkauf von Randaktivitäten

Der seit Jahresanfang amtierende Porsche-Chef verhandelt daher seit Wochen mit den Arbeitnehmervertretern über ein zweites Sparpaket. Der Abbau von 3900 Stellen wurde bereits von Blume beschlossen, als er noch selbst Porsche-Chef war. Unter der Führung von Leiters erhöhte sich die Zahl um zusätzliche 500 Stellen, die durch Schließung von Tochtergesellschaften wegfallen.

Es muss eine gute Investoren-Story werden

Bei den aktuellen Verhandlungen stehen darüber hinaus noch mehrere Tausend Stellen auf der Kippe. Zunächst war von bis zu 4000 Stellen die Rede. Jetzt sollen es noch mehr sein. Kommentiert werden solche Zahlen vom Konzern nicht. Die Arbeitnehmerseite und Leiters haben Stillschweigen vereinbart.

Vergangenes Wochenende saßen beide Seiten zusammen. Nur im Intranet haben sich Leiters und der Gesamtbetriebsratschef Ibrahim Aslan intern generell zum Stand der Dinge geäußert, ohne auf Einzelheiten einzugehen.

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Auf diesen Beitrag mit seinen allgemein gehaltenen Aussagen verweist das Unternehmen auch bei der Anfrage nach einem Kommentar zur Standortsicherung auf zehn Jahre bis 2035: „Es waren lange, intensive und an einigen Stellen auch schwierige Gespräche“, wird dort Leiters zitiert. Aber man sei ein gutes Stück vorangekommen. „Jetzt geht es um die Detailarbeit, ehe wir Ende Juli die Ergebnisse vorstellen.“

Porsche-Gesamtbetriebsratschef Ibrahim Aslan erklärte im gleichen Beitrag, es gehe voran, es gebe aber „schon noch einige Brocken aus dem Weg zu räumen“. Da lasse man nicht locker.

Porsches Gesamtbetriebsratschef Ibrahim Aslan führt die Verhandlungen mit dem Porsche-Management. Foto: Marijan Murat/dpa

Die Standortsicherung bis 2035 ist den Handelsblatt-Informationen zufolge ein zentraler Punkt der Gespräche. Die Maßnahme entspräche genau dem Zeitraum von Leiters’ grundlegender „Strategie 2035“, die er am 7. Oktober auf einem Kapitalmarkt detailliert der Öffentlichkeit vorstellen will. Der Erfolgsdruck ist da: Es muss eine gute Story für die Börse werden.

Leiters ist es bisher nicht gelungen, den Aktienkurs zu treiben. Mit 46 Euro liegt der Kurs etwa auf dem Niveau zu Jahresbeginn. Die Aktie bleibt damit nur noch halb so viel wert wie beim Börsengang vor dreieinhalb Jahren.

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Die Personalfrage steht jetzt zumindest zeitlich im Fokus. Mit einer Standortsicherung könnte Leiters die verbleibende Mannschaft besser für seinen Konzernumbau motivieren. Die Leistungsträger mit nahezu unveränderten Konditionen behalten und die schwächeren aussortieren, wäre nach Leiters Geschmack, um Porsche trotz „Downsizing“ wieder schlagkräftiger zu machen.

Auf diese Weise würde sich der Ex-McLaren-Chef zudem eine Hausmacht aufbauen. Er selbst gilt im Unternehmen als „klar und konsequent in seinen Vorstellungen, hart, aber verlässlich“. Wer bei der Straffung der Organisation übrig bleibt, muss dann selbst straff sein.

„Wir müssen made in Germany neu erfinden und uns unter Beweis stellen. Das wird am Ende darüber entscheiden, ob wir erfolgreich sind“, legte Leiters vor zwei Wochen auf der Hauptversammlung die Latte für die Belegschaft hierzulande hoch.

Eigentümer kritisieren Pläne für Standortsicherung

Die stillschweigenden Verhandlungsergebnisse mit den Arbeitnehmern müssen nun noch durch die Gremien. Und da droht Ärger mit den Eigentümerfamilien Porsche und Piëch. Sie zeigten sich mit der Arbeit in den ersten Monaten des neu von ihnen verpflichteten Chefs zwar sehr zufrieden. Allerdings sehen sie jetzt eine so lange Standortsicherung mit Beschäftigungsgarantie in der heutigen Zeit extrem kritisch, heißt es im Umfeld: „Leiters muss da aufpassen.“

Auch weil für VW-Konzernchef Blume eine Standortsicherung auf zehn Jahre bei Porsche die anstehenden Verhandlungen in Wolfsburg mit der Volkswagen-Belegschaft erschweren würde.

Impliziert ist mit der Kritik auch, dass bei der neuen Strategie ein Entgegenkommen der Arbeitnehmervertreter erwartet wird. Wohl nicht unbewusst hatte Aufsichtsratschef Wolfgang Porsche bei der Hauptversammlung vor zwei Wochen auf die Frage eines Aktionärs öffentlich erklärt, wie viel bei Porsche im Management verdient wird.

Exakt 9082 Mitarbeiter bekommen mehr als 100.000 Euro jährlich, das sind rund 40 Prozent der 23.000 Porsche-Mitarbeiter im Raum Stuttgart.

201 Mitarbeiter aus dieser Gruppe davon verdienen mehr als 300.000 Euro.

28 Mitarbeiter erhalten über 500.000 Euro pro Jahr.

Der Vorstand mit Gehältern jenseits einer Million Euro ist da nicht enthalten. Zudem gibt es drei Personen, die mehr als eine Million Euro verdienen und nicht zum Vorstand gehören.

Was wird aus Zuffenhausen?

Das Porsche-Stammwerk Zuffenhausen zählt mit Fabrikkosten pro Fahrzeug von deutlich über 10.000 Euro zu den teuersten Standorten im gesamten Volkswagen-Konzern. „Da frage ich mich schon, ob die alle ihr Geld wert sein können“, sagt ein angesehener Immobilienentwickler aus der schwäbischen Landeshauptstadt.

In den aktuellen Verhandlungen um die neuen Zuschnitte für die deutschen Standorte von VW, Audi und Porsche werden für Zuffenhausen nach Informationen aus Konzernkreisen derzeit zwei Varianten gehandelt: Entweder lässt man den Elektrosportwagen Taycan zum kommenden Jahrzehnt auslaufen oder das Auto könnte bald nach Leipzig verlagert werden. Dort sind die Kostenstrukturen besser.

Porsches Oberaufseher Wolfgang Porsche: „Der Aufsichtsrat wird diesen Prozess eng begleiten.“ Foto: dpa

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Wolfgang Porsche machte auf der Hauptversammlung klar, dass der Vorstand bei der Strategie 2035 die Richtung vorgebe. Er fügte aber auch hinzu: „Der Aufsichtsrat wird diesen Prozess eng begleiten, mit einem klaren Fokus auf Profitabilität, Kostendisziplin und nachhaltiger Wertsteigerung.“

In der Vergangenheit galten die Eigentümerfamilien eher als geduldige Beobachter, die auch deutliche Schieflagen über längere Zeit übersehen können – wie bei dem verspäteten Abzug von Oliver Blume nach Wolfsburg. Diesmal scheint Wolfgang Porsche alarmierter.

Mehr: Keine Mehrheit im Aufsichtsrat – VW-Chef Blume will Sparplan in Etappen durchbringen

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  • Porsche-Chef Leiters wird Ende Juli Ergebnisse seiner Verhandlungen mit den Arbeitnehmern präsentieren.

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  • Die Eigentümerfamilien Porsche und Piëch werden die zehnjährige Standortgarantie kritisch prüfen.

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Açık Sorular

  • Wie viele Stellen werden letztendlich abgebaut?
  • Wie reagieren die Eigentümerfamilien auf die Forderung nach einer zehnjährigen Standortgarantie?
  • Welche konkreten Maßnahmen sind Teil der "Strategie 2035"?

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