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Proteste bei WM-Auftakt des Iran: Pfiffe bei Hymne, Flaggenstreit
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Die Welt16.06.2026Spor2 dk okumaGermany

Proteste bei WM-Auftakt des Iran: Pfiffe bei Hymne, Flaggenstreit

Hızlı Bakış

  • Beim WM-Auftakt des Iran in Los Angeles gab es Pfiffe bei der Nationalhymne.
  • Fans zeigten alte iranische Flaggen als Protest gegen das Regime, während die FIFA diese und regimefreundliche Plakate beschlagnahmte.
  • Das Spiel endete 2:2.

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Der politisch aufgeladene WM-Auftakt der iranischen Nationalmannschaft gegen Neuseeland in den USA war von Zwischenfällen geprägt. Fans protestierten gegen das iranische Regime.

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Der politisch aufgeladene WM-Auftakt der iranischen Nationalmannschaft gegen Neuseeland in den USA ist nicht ohne Zwischenfälle über die Bühne gegangen. Beim Abspielen der iranischen Nationalhymne vor dem Spiel gab es im Stadion in Los Angeles laute Pfiffe. Das verdeutlichen Videos in den sozialen Netzwerken. In der TV-Übertragung waren die Pfiffe – zumindest bei MagentaTV – kaum zu hören. Bilder zeigen Fans, die mit gesenktem Daumen auf die iranische Hymne reagieren.

Auf den Tribünen waren neben vielen normalen Iran-Flaggen zunächst Protestsymbole zu sehen. Viele Fans brachten alte iranische Flaggen aus der Zeit vor der Islamischen Revolution mit ins Stadion. Sie zeigt ein Löwen- und Sonnenmotiv und gilt als Symbol der Opposition und der Widerstandsbewegungen im Exil gegen das iranische Regime. Der Löwe soll Mut, Widerstand und Stärke repräsentieren, die Sonne die Wahrheit. Ein Zuschauer zeigte eine mit einem großen „X“ durchkreuzte iranische Flagge.

In der Arena hatte der Weltverband Fifa allerdings per Gerichtbeschluss das Recht, die sogenannte „Löwe-und-Sonne“-Flagge einzukassieren – immer wieder waren Ordner bei entsprechenden Maßnahmen zu sehen. Beschlagnahmt wurden auch den Kurs Teherans unterstützende Plakate.

Der iranische Verband hatte zuvor darauf gedrungen, dass nur die offizielle iranische Flagge in den Stadien gezeigt werden dürfe. „Die Fifa ist gemäß den Protokollen verantwortlich“, sagte Verbandspräsident Mehdi Tadsch der Nachrichtenagentur AFP. Die Protokolle sähen unter anderem vor, „dass die offizielle Flagge eines Landes im Stadion gezeigt werden muss“. Teheran hatte in der zurückliegenden Woche gewarnt, dass man besonders auf „Fahnen und Slogans“ achten würde, und drohte für den Fall feindlicher Symbole gegen die Islamische Republik mit einem Abbruch des Spiels.

Das Spiel verlief dann aber ganz normal. Die Spieler verzichteten auf ein politisches Statement. Während der Hymne standen sie mit der Hand auf ihrer Brust eng zusammen. Auch beim Mannschaftsfoto, zu dem sich alle 26 Spieler des Kaders versammelten, gab es keine großen Gesten. Sportlich erkämpfte sich der Iran ein 2:2 (1:1). Elijah Just brachte Neuseeland in der 7. und 54. Minute jeweils in Führung – Ramin Rezaeian (32.) und Mohammad Mohebi (64.) glichen jeweils aus.

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Schon vor Anpfiff waren rund um das Stadion zahlreiche symbolträchtige Fahnen und auch Protestbekundungen zu sehen. „Die Fußballmannschaft der terroristischen Islamischen Republik vertritt nicht die Menschen im Iran“, war auf einem Schild zu lesen. Südkalifornien gilt als Heimat der größten iranischen Gemeinschaft außerhalb des Irans.

Demonstranten entreißen Fan die offizielle Flagge

Viele Menschen schwenkten die alte iranische Flagge. Ein Video zeigte, wie Demonstranten einem Fan eine offizielle Flagge des Landes entrissen, diese zerrissen und auf ihr herumtraten. Fans, die sich mit offizieller Flagge zeigten, berichteten, von den Protestierenden beschimpft worden zu sein.

Während einige der Demonstranten erklärten, dem Spiel fernbleiben zu wollen, da dies als Unterstützung für die iranische Regierung gewertet werden würde, kündigten andere an, Symbole des Protests ins Stadion schmuggeln zu wollen. Das gelang ihnen offensichtlich.

Die WM-Teilnahme des Iran war lange fraglich. Die monatelange kriegerische Auseinandersetzung zwischen den USA und Israel auf der einen sowie dem Iran auf der anderen Seite hatte die Teilnahme zum Politikum gemacht. Zuletzt schwelte ein Streit um die Visavergabe bei der iranischen Delegation. So erhielten zwar alle Spieler ein Visum für die Einreise in die USA, nicht aber alle Mitglieder ihres Betreuerstabs, unter ihnen Verbandspräsident Mehdi Tadsch.

Wegen des Krieges hatte das iranische Team außerdem sein ursprünglich in Tucson im US-Bundesstaat Arizona geplantes Quartier ins mexikanische Tijuana verlegt.

luwi mit dpa/AP/AFP

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