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Putin trotz Drohnenangriffen und Bränden bei Wirtschaftsforum in St. Petersburg
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Putin trotz Drohnenangriffen und Bränden bei Wirtschaftsforum in St. Petersburg

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Sankt Petersburg mag qualmen, aber Wladimir Putin macht weiter, als wäre alles wie immer. Am Donnerstag absolvierte der russische Herrscher im Rahmen des Wirtschaftsforums in seiner Heimatstadt sein jährliches Treffen mit Leitern internationaler Nachrichtenagenturen, an diesem Freitag folgt sein großer Auftritt auf dem Forum. Neben ihm werden laut Ankündigung des Kremls die Präsidenten Usbekistans, Tansanias sowie Gäste aus China und Saudi-Arabien platziert. So illustriert der Kreml seine „multipolare Welt“ aus Partnern und Freunden.

Die auf Telegram verbreiteten Bilder vom Mittwochmorgen, dem Tag der Eröffnung des Internationalen Wirtschaftsforums, erreichten die Staatsfernsehzuschauer nicht. Man sah darauf etwa, wie ein Uniformierter mit einem Sturmgewehr vergeblich versuchte, eine Drohne abzuschießen, was feixende junge Männer filmten. Im Hintergrund brannte das Ölterminal am Petersburger Hafen, schwarzer Rauch stieg auf. Der war bald darauf auch vom im Süden der Stadt gelegenen Expogelände, wo das Wirtschaftsforum stattfindet, deutlich zu sehen. Ukrainische Aufnahmen sollten zudem eine große Explosion an Bord der Korvette Bojkij auf einer vom Militär genutzten Werft der Insel Kronstadt zeigen.

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Das Flugabwehrfiasko brachte Putins Funktionäre nur zu dürren Erklärungen. „Unsere Antworten werden systemischer Natur sein“, sagte sein Sprecher, Dmitrij Peskow. Die „spezielle Militäroperation“, der Angriffskrieg also, werde fortgesetzt, „damit es solche Schläge nicht gibt“.

Hochglanz statt Rauchwolken

Statt Feuer und Rauch zeigten die Staatsmedien Anzugträger, die in Hochglanzumgebung kleinere Schwierigkeiten zugaben und Zukunftschancen skizzierten. „Wir sehen die Perspektive, die Fischereibranche in der Volksrepublik Donezk zu entwickeln, aber in fortfolgenden Etappen“, sagte etwa der Besatzer Denis Puschilin der Staatsnachrichtenagentur TASS. Die dabei „leider eingelegte kleine Pause“ erklärte er nicht mit dem Krieg, sondern mit fehlender Regulierung. Er schilderte auch Weinanbau als Donezker Zukunftsmodell, dank Klimawandel.

Andernorts war der Krieg präsenter. Der einst vom amerikanischen FBI als russischer Agent festgenommene und 2010 ausgetauschte Andrej Besrukow, der heute Putins Weggefährten Igor Setschin an der Spitze des Ölkonzerns Rosneft berät, sagte in einer Gesprächsrunde zu „Bedrohungen Russlands“, man müsse sich noch auf ein paar Jahrzehnte Krieg einstellen. Der Eskalationsgrad steige, was man in Sankt Petersburg gesehen habe.

Einst als „russisches Davos“ bezeichnet, zog Putins Forum noch lange nach der Annexion der Krim und dem Beginn der Aggression in der Ostukraine 2014 auch westliche Staats- und Regierungschefs sowie Unternehmenslenker an. Das ist vorbei, isoliert sieht man sich trotzdem nicht. In diesem Jahr tragen zum internationalen Ambiente auch Politiker der AfD bei. Die Gastgeber zählen sie zu einer „Delegation“ aus Deutschland, obwohl die Bundesregierung die Reise kritisiert hat.

Die TASS zitierte den stellvertretenden Vorsitzenden der AfD-Bundestagsfraktion Markus Frohnmaier in Sankt Petersburg mit der Aussage, Deutschland würde durch gute Beziehungen zu Russland von „vorteilhaften Energiepreisen“ profitieren. Auch für eine Wiederinbetriebnahme der Nord-Stream-Pipelines sprach er sich demnach aus.

Putins Sonderbeauftragter schreibt im Trump-Stil

Frohnmaier traf auch Kirill Dmitrijew, Putins Sonderbeauftragten für Wirtschaftszusammenarbeit. Dieser postete auf der Plattform X, was zensurbedingt nur über einen VPN-Dienst möglich ist, ein Foto von sich mit Frohnmaier. Er freue sich darauf, „zusammen mit der AfD, Deutschlands beliebtester Partei, eine große ZUKUNFT zu bauen“, schrieb Dmitrijew in Kopie der Versaliengewohnheit seiner Hauptzielperson, US-Präsident Donald Trump. Er habe mit Frohnmaier auch darüber gesprochen, „den Russland-Deutschland-US-Geschäftsdialog neu zu starten“.

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Auch Amerikaner sind angereist, anderen voran der Vorsitzende der US-Kommission für bildende Künste, Rodney Mims Cook Jr. Der ist Architekt und betreut für Trump das Projekt eines Riesenballsaals im Weißen Haus. Cook berichtete TASS, Trump habe ihm „erlaubt“, die Einladung nach Sankt Petersburg anzunehmen. Außerdem habe er den Auftrag, einem Kloster der Stadt die Kopie einer Ikone zu übergeben, deren Original in einer Kirche im US-Bundesstaat Alaska aufbewahrt wird. So solle er „erwidern“, dass Putin einer Kirche dort anlässlich des Treffens der beiden Staatschefs in Anchorage im vergangenen August eine Ikone geschenkt hatte. Im Ringen um Trumps Gunst ist das für den Kreml, der Cook als Leiter einer „offiziellen Delegation“ der USA einführt, ein Erfolg.

Neben vielen anderen Kindern und Enkeln der Elite traten auch in diesem Jahr wieder etliche weibliche Verwandte Putins auf dem Forum auf, unter ihnen seine weiter nicht offiziell als solche bezeichneten Töchter Marija Woronzowa und Katerina Tichonowa. Letztere wurde wie 2024 und 2025 per Videoverbindung zugeschaltet.

Spekulationen rief in diesem Jahr Elwira Nabiullina hervor. Die Chefin der Zentralbank gilt als verkappte Kriegsgegnerin, seit sie 2022 kurz nach dem Überfall auf die Ukraine zu einer Sitzung ganz in Schwarz gekleidet kam. Aber am Mittwochabend hieß es plötzlich, Nabiullina komme nicht. Die kremlnahe Zeitung „Wedomosti“ begründete dies mit der Beerdigung eines ihrer Berater. Am Donnerstag teilte die Zentralbank dagegen mit, sie sei erkrankt.

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