Wanderer nach sechs Tagen in Dolomiten gerettet: Italien feiert „Wunder“
Hızlı Bakış
- Zwei italienische Wanderer, Davide Cesaroni und Chiara Pesaresi, wurden nach sechs Tagen in den Dolomiten gerettet, nachdem sie sich auf einem Bergpfad verirrt hatten.
- Sie überlebten durch den Bau eines Unterschlupfs und das Trinken von Bachwasser, bis sie von einem Rettungshubschrauber entdeckt wurden.
Yapay zekâ özeti
Neden Önemli?
Ein italienisches Paar verirrte sich am 1. Juli auf einer mehrtägigen Wanderung in den Dolomiten und kämpfte sechs Tage ums Überleben, bevor es gerettet wurde.
Sechs Tage und sechs Nächte haben zwei Wanderer in Italien ums Überleben gekämpft. Nun feiert ganz Italien das „Wunder in den Dolomiten“. Davide Cesaroni (41) und seine Ehefrau Chiara Pesaresi (38) wurden auf rund 1700 Metern Höhe von einem Rettungshubschrauber entdeckt, nachdem sie sich auf einem abgelegenen Bergpfad verirrt hatten. Zahlreiche Helfer hatten nach ihnen gesucht.
Das Paar aus der italienischen Region Marken war am 1. Juli zu einer mehrtägigen Rundwanderung aufgebrochen. „Wir hatten eine Rundwanderung geplant, die Art von Route, die wir bevorzugen“, sagte Cesaroni der Zeitung „Il Resto del Carlino“. Eigentlich wollten die beiden zu ihrem Ausgangspunkt zurückkehren, doch auf dem Marini-Pfad verloren sie die Orientierung.
Als die Eheleute weder erreichbar waren noch wie geplant bei der Arbeit erschienen, schlug Davides Mutter Alarm und erstattete eine Vermisstenanzeige. Feuerwehr, Bergrettung, Polizei und Finanzpolizei starteten daraufhin eine großangelegte Suche. Zunächst fanden sie das Auto des Paares nahe dem Rifugio Pordenone – und konzentrierten sich deshalb auf diese Umgebung.
Das Paar war während der Wanderung vom Weg abgekommen und immer weiter in unwegsames Gelände geraten, aus dem es weder vor noch zurückkam. „Auf der einen Seite war die Schlucht unpassierbar“, schilderte Cesaroni der Zeitung „Il Resto del Carlino“ die Lage. Statt weiterzugehen, entschieden sich die beiden dann, in der Nähe der Ruinen einer Hütte auszuharren und auf Hilfe zu warten – eine Entscheidung, die ihnen womöglich das Leben rettete.
Die folgenden Tage wurden jedoch für die beiden zur Tortur. Zunächst errichteten die Wanderer einen notdürftigen Unterschlupf. „Wir bauten uns einen Unterstand aus zwei dicht belaubten Kiefern. Rundherum steckten wir Äste in den Boden, sodass er wie ein Iglu gegen Feuchtigkeit, Wind und Kälte schützte“, berichtete Cesaroni. Der 41-Jährige ist in seiner Heimatstadt Ancona als Rugby-Trainer bekannt. Seine Frau arbeitet als Architektin und Bauingenieurin.
Besonders dramatisch war jedoch die Versorgungslage mit Wasser. Erst am zweiten Tag entdeckten die beiden einen kleinen Bach. „Bis dahin hatten wir unseren eigenen Urin getrunken, um nicht zu verdursten“, sagte Cesaroni. Der Bach und wilde Erdbeeren hätten sie letztlich gerettet, berichtete der 41-Jährige weiter.
Immer wieder hörten die beiden während dieser Tage einen Hubschrauber über sich kreisen. Wegen des dichten Waldes und der tief eingeschnittenen Schlucht konnten sie jedoch nicht entdeckt werden. Nach Darstellung der Zeitung war die Rettung zeitweise „nur einen Wimpernschlag“ entfernt.
Erst am Dienstagmorgen gegen 5.30 Uhr gelang der Durchbruch. Denn Cesaroni hatte beschlossen, den Standort zu wechseln. „Ich hatte gesehen, dass der Hubschrauber in einer Schlucht landete, in der wir viel besser sichtbar gewesen wären. Deshalb beschloss ich, beim nächsten Rotorengeräusch dorthin zu laufen“, sagte er der Zeitung. Kurz darauf wurden die beiden von den Rettern entdeckt.
Der Moment der Rettung sei überwältigend gewesen: „Als die Retter mich sahen, fragten sie, ob ich Davide aus Ancona sei. Da wussten wir, dass wir in Sicherheit waren“, berichtete Cesaroni. Anschließend wurden beide mit dem Hubschrauber ausgeflogen, meldet auch „RaiNews“. Trotz sechs Tagen in der Wildnis erlitten die Wanderer keine schweren Verletzungen, waren nach ihrer Rettung jedoch stark entkräftet und erschöpft.

