Wirtschaftsticker: Dortmund bestellt Stadtbahnen ohne Klimaanlage und aktuelle Quartalszahlen
Überblick über Unternehmensnachrichten: Dortmund verzichtet bei neuen Bahnen auf Klimaanlagen, Quartalsberichte von Hugo Boss, Toyota, Evonik, Lufthansa und weiteren Konzernen.
Hızlı Bakış
- Die Dortmunder Stadtwerke bestellen neue Stadtbahnen bewusst ohne Klimaanlage, um Strom und Kosten zu sparen.
- Gleichzeitig veröffentlichen zahlreiche Unternehmen wie Hugo Boss, Toyota, Evonik und Lufthansa ihre aktuellen Quartalszahlen.
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Verschiedene Unternehmen veröffentlichen ihre Quartalszahlen und kämpfen mit gestiegenen Kosten sowie verhaltener Nachfrage.
Business-Ticker :
Dortmund bestellt neue Stadtbahnen absichtlich ohne Klimaanlage
Die neuen Stadtbahnen des Typen „Vamos Dortmund“ haben keine Klimaanlage.dpa
Berenberg Bank verliert offenbar ihren KI-Chef +++ Hugo Boss: Verhaltene Nachfrage belastet Umsatz +++ Toyota hebt trotz Gewinnrückgang im Quartal Jahresziel an +++ Neuigkeiten im Unternehmen-Liveblog.
Trotz Hitze: Dortmund bestellt neue Stadtbahnen absichtlich ohne Klimaanlage
Volle Bahnen zu Stoßzeiten und das bei 30 Grad. Schon das ist für viele Menschen schwer auszuhalten. Die Dortmunder Stadtwerke haben nun jedoch bewusst neue Straßenbahnen ohne Klimaanlage bestellt. Die sollen 70 Millionen Euro günstiger sein, wie der WDR berichtet. Das Geld würde stattdessen in zusätzliche Fahrzeuge investiert. Die Stadtwerke wollen damit Strom sparen.
Der Betriebsleiter des Verkehrsbetriebs gesteht im Gespräch mit dem WDR ein, dass es sich um „Komforteinbuße“ handele. Die Begründung: Die meisten Fahrgäste würden nur wenige Haltestellen fahren und viele Fahrten führten durch Tunnel.
Dortmund ist damit nicht allein. Auch die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) argumentieren, Energie und Geld sparen zu wollen. Die BVG nennt auf ihrer Webseite noch einen weiteren Grund: „Klimaanlagen für Bahnen brauchen enorm viel Platz. Bei der U-Bahn ist eine sonst übliche Anbringung von Klimaanlagen auf dem Dach nicht möglich.“
Berenberg Bank verliert offenbar ihren KI-Chef
Die Hamburger Privatbank Berenberg, deren Chefs im Juni von der Bafin abgesetzt wurden, verliert offenbar einen zentralen Mitarbeiter. Nico Baum, der Head of AI und Head of Solutions, hat sich demnach entschieden, Berenberg zu verlassen. Das habe er auf Nachfrage der Finanznachrichtenagentur Bloomberg bestätigt.
Baum ist seit Juli 2018 bei Berenberg tätig. In seiner Funktion verantwortet er Forschung und Entwicklung von KI sowie die übergreifende KI-Transformation. Zuvor hatte er nach Angaben der Bank ein Asset-Management-Fintech mit Fokus auf künstliche Intelligenz und Big-Data-Analytics mit aufgebaut. Seine Karriere begann er im Investmentbanking einer anderen deutschen Bank mit Stationen in Frankfurt, London und Hongkong. Ein Sprecher von Berenberg wollte auf Anfrage von Bloomberg keinen Kommentar abgeben.
AMS-Osram zollt dem Umbau weiter Tribut
Der Sensoren- und Halbleiterhersteller AMS Osram hat im zweiten Quartal einen höheren Umsatz erzielt, musste beim operativen Gewinn aber einen Rückgang hinnehmen. Das Unternehmen übertraf jedoch die Analystenerwartungen. Zugleich trieb AMS Osram den Umbau zu einem Halbleiterunternehmen voran. Die in der Schweiz notierte Aktie legte vorbörslich mehr als sechs Prozent zu.
Der Umsatz stieg im zweiten Quartal auf 805 Millionen Euro nach 775 Millionen ein Jahr zuvor, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Getragen wurde das Wachstum von einem starken Halbleitergeschäft in den Bereichen Automotive und Industrie sowie einem robusten Geschäft mit Autolampen. Die Entwicklung glich den Wegfall der Umsätze aus dem verkauften Speziallampengeschäft weitgehend aus.
Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sank von 145 auf 136 Millionen Euro. Die entsprechende Marge verringerte sich von 18,8 auf 16,9 Prozent. Belastet worden sei die Profitabilität durch Währungseffekte auf der Kostenseite sowie weiterhin hohe Rohstoffkosten. Das bereinigte Ergebnis nach Steuern sank auf minus 55 Millionen Euro nach einem Gewinn von 18 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Nach Unternehmensangaben waren für den Verlust höhere Finanzierungskosten der Grund. Zusammen mit den Sonderkosten wie zum Beispiel für die Neuausrichtung beträgt der Verlust im zweiten Quartal 121 Millionen Euro. Im ersten Halbjahr weitet sich der Fehlbetrag auf 276 Millionen Euro aus. Deutlich mehr als im Vorjahreszeitraum, als ein Ergebnis von minus 81 Millionen Euro ausgewiesen worden war.
Für das dritte Quartal stellt AMS Osram einen Umsatz von 770 bis 870 Millionen Euro sowie eine bereinigte Ebitda-Marge von 14,5 bis 17,5 Prozent in Aussicht. Dabei dürfte die Dekonsolidierung des nichtoptischen Sensorgeschäfts den zugrunde liegenden Geschäftsaufschwung überlagern. AMS Osram hatte den Bereich an den Münchner Chiphersteller Infineon verkauft.
Den Ausblick für 2026 bestätigte das Unternehmen im Wesentlichen. Wegen der Veräußerungen und des schwächeren Dollars rechnet AMS Osram weiter mit einem leichten Umsatzrückgang. Die bereinigte Ebitda-Marge dürfte im Übergangsjahr unter anderem durch Veräußerungseffekte, Restkosten, höhere Edelmetallpreise und weitere temporäre Belastungen beeinträchtigt werden.
LEG Immobilien profitiert von höheren Mieten – wichtige Kennziffer könnte Rekord knacken
Der Immobilienkonzern LEG profitiert weiterhin von einer hohen Nachfrage nach Wohnungen in den Ballungszentren. Die Nettokaltmiete wuchs im ersten Halbjahr im Jahresvergleich um 3,4 Prozent auf 473,4 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Dienstag in Düsseldorf mitteilte. Die Miete pro Quadratmeter auf vergleichbarer Fläche stieg von 6,96 Euro pro Quadratmeter auf 7,21 Euro.
Die für das Unternehmen wesentliche Ergebniskennziffer AFFO (Mittelzufluss aus der operativen Tätigkeit bereinigt um aktivierte Investitionen) ging jedoch um 12,7 Prozent auf 110,5 Millionen Euro zurück. Das Unternehmen begründete dies mit höheren Investitionen. Diese seien in den ersten sechs Monaten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 10 Prozent auf 202 Millionen Euro gestiegen. Im laufenden Jahr peilt der Konzern weiterhin einen AFFO von 220 bis 240 Millionen Euro an – das wäre ein neuer Rekord.
Verhaltene Nachfrage lastet auf Umsatz und Ergebnis von Hugo Boss
Eine maue Konsumstimmung insbesondere in der europäischen Region sowie der laufende Konzernumbau haben auch das zweite Quartal des Modekonzerns Hugo Boss belastet. Der Umsatz ging im Jahresvergleich insgesamt um zehn Prozent auf 905 Millionen Euro zurück, wie das Unternehmen am Dienstag in Metzingen mitteilte. Währungsbereinigt betrug das Minus neun Prozent. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) sank um 28 Prozent auf 59 Millionen Euro. Unter dem Strich und nach Anteilen Dritter verdiente Hugo Boss mit 33 Millionen Euro, 29 Prozent weniger.
Die Jahresprognose bestätigte Hugo Boss dennoch. So erwartet das Management weiter einen Umsatzrückgang auf währungsbereinigter Basis im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern soll 300 bis 350 Millionen Euro erreichen.
Hugo Boss befindet sich nach einer schwachen Entwicklung im Umbau und sieht sich dabei einem Übernahmeangebot seines Großaktionärs Frasers gegenüber. Das Unternehmen hält den gebotenen Preis jedoch für zu niedrig. Das Angebot läuft noch bis 13. August.
Toyota hebt trotz Gewinnrückgang im Quartal Jahresziel an
Toyota blickt trotz eines erneuten Gewinnrückgangs im Quartal zuversichtlicher auf das Gesamtjahr. Der weltgrößte Autobauer rechne nun mit einem operativen Gewinn von 3,4 Billionen Yen (18,8 Milliarden Euro), teilte der japanische Konzern am Dienstag mit. Zuvor hatte die Prognose bei 3,0 Billionen Yen gelegen. Als Grund nannte Toyota neben dem schwächeren Yen auch größere Marketinganstrengungen sowie alternative Logistikrouten in den Nahen Osten. Im ersten Geschäftsquartal von April bis Juni fiel der operative Gewinn jedoch das fünfte Mal in Folge. Er sank um neun Prozent auf 1,06 Billionen Yen, womit Toyota die Erwartungen von Analysten verfehlte. Grund für den Rückgang seien vor allem schleppende Verkäufe in China gewesen. Die Toyota-Aktie gab um 2,3 Prozent nach.
Toyota hob zudem sein weltweites Absatzziel für das bis Ende März laufende Geschäftsjahr um 100.000 auf 9,7 Millionen Fahrzeuge an. Der Konzern verwies dabei auf eine solide Nachfrage in Nordamerika und Europa. Die möglichen finanziellen Folgen des schweren Erdbebens auf der japanischen Insel Kyushu im vergangenen Monat sind in der neuen Jahresprognose allerdings noch nicht berücksichtigt. Das Beben hatte die Produktion bei Zulieferern gestört und Toyota gezwungen, die Fertigung in vier heimischen Werken vorübergehend einzustellen.
Schwieriges Marktumfeld: Gewinn von Evonik sinkt um ein Drittel
Der Spezialchemiekonzern Evonik sieht sich trotz Zuwächsen im zweiten Quartal in einem weiterhin schwierigen Umfeld. Wie bereits bekannt, profitierte der MDax-Konzern von Lieferengpässen der Konkurrenz aus Asien, die europäischen Anbietern zuvor das Leben schwer gemacht hatte. Diese litt wegen des Iran-Krieges und der teilweisen Sperrung der Straße von Hormus unter Versorgungsproblemen bei Rohöl. In diesem Umfeld konnte Evonik den Jahresgewinnausblick Ende Juni anheben. Vorstandschef Christian Kullmann betonte nun aber am Dienstag zur Vorlage der endgültigen Resultate des zweiten Quartals, dass er sich „über einen warmen Sommerregen“ freue, sich an den fundamentalen Problemen unserer Branche allerdings nichts geändert habe.
Bei einem Umsatzwachstum um 11 Prozent auf 3,9 Milliarden Euro steigert Evonik das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) im Jahresvergleich um rund ein Viertel auf 630 Millionen Euro; Ende Juni war von 600 bis 650 Millionen die Rede gewesen. Der Gewinn unter dem Strich sank um fast ein Drittel auf 84 Millionen Euro. Wegen des schwierigen Umfelds setzt Evonik aktuell ein Effizienzprogramm um, inklusive Stellenabbau. 2026 strebt Kullmann einen bereinigten operativen Gewinn zwischen 2,0 und 2,2 Milliarden Euro an. Damit soll im laufenden Jahr nun in jedem Fall ein Anstieg erzielt werden nach rund 1,9 Milliarden Euro 2025.
HSBC nimmt Aktienrückkäufe wieder auf – und steigert Gewinn um 23 Prozent
Europas größte Bank HSBC hat ihren Gewinn im ersten Halbjahr dank höherer Zinsen und eines starken Vermögensverwaltungsgeschäfts um 23 Prozent gesteigert. Die britische Bank kündigte zudem an, den Rückkauf eigener Aktien wieder aufzunehmen und das bisherige Ziel bei den Einsparungen zu erhöhen. Im zweiten Quartal legte der Gewinn vor Steuern um 60 Prozent auf 10,1 Milliarden Dollar zu, wie das Geldhaus am Dienstag in Hongkong und London mitteilte. Die um Sonder- und Währungseffekte bereinigten Erträge stiegen um rund sieben Prozent auf 19 Milliarden Dollar (16,5 Mrd Euro). Damit übertraf die Bank die Erwartungen bei diesen beiden Kenngrößen.
HSBC-Chef Georges Elhedery geht außerdem jetzt davon aus, dass die jährlichen Kosten wegen des Sparkurses um 2 Milliarden Dollar sinken werden. Bisher hatte er mit 1,5 Milliarden Dollar gerechnet. Seit seinem Antritt an der HSBC-Spitze im Jahr 2024 hat Elhedery einen radikalen Umbau der Bank eingeleitet. Er strich tausende Jobs und stieß mehrere Geschäftsbereiche ab oder machte sie dicht. Die HSBC erzielt den größten Teil ihrer Erträge und Gewinne in Asien. Elhedery setzt auf den Ausbau des Geschäfts dort.
Zuletzt hatte die Bank in Hongkong die Komplettübernahme der dortigen Tochter für 14 Milliarden Dollar angekündigt. Deswegen kaufte die HSBC in den vergangenen Monaten keine eigenen Aktien zurück. Jetzt fühlt sich die Bank wieder mit genügend Kapital ausgestattet, um eigene Anteile vom Markt zu nehmen. Das neue Programm zum Aktienrückkauf hat ein Volumen von bis zu einer Milliarde Dollar.
Continental profitiert von starkem Reifengeschäft und verdient mehr als erwartet
Der Reifenhersteller Continental hat im zweiten Quartal weiter vom guten Lauf bei großen und teuren Reifen gezehrt. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern im Konzern lag mit 570 Millionen um ein gutes Drittel über dem Wert ein Jahr zuvor, wie der Dax-Konzern am Dienstag mitteilte. Die Hannoveraner erzielten in der Reifensparte eine unerwartet starke operative Marge von 15,3 Prozent. Das war ein Plus von 3,2 Prozentpunkten und auch mehr, als Analysten dem Geschäft zugetraut hatten. Der höhere Anteil von großen Reifen sowie günstigere Preise für Rohmaterialien und geringere Zoll- und Wechselkurseffekte halfen.
Der Umsatz im Konzern sank vorwiegend wegen des erfolgten Verkaufs eines Unternehmensteils der Kunststofftechniksparte von 4,9 Milliarden Euro auf 4,4 Milliarden Euro. Der Nettogewinn sank um fast die Hälfte auf 274 Millionen Euro, weil unter anderem im vergangenen Herbst das gesamte Autozuliefergeschäft abgespalten worden war. Den Ausblick auf das Geschäftsjahr passte Conti nach der vereinbarten milliardenschweren Veräußerung der restlichen Kunststofftechniksparte Contitech an. Insgesamt soll der Umsatz 2026 zwischen 13,2 und 14,2 Milliarden Euro liegen, die bereinigte operative Marge bei 12,0 bis 13,5 Prozent.
Zalando verfehlt Erwartungen und verringert Prognose
Zalando hat mit seinen Quartalsergebnissen die Markterwartungen verfehlt. Daraufhin äußerte sich Europas größter Online-Modehändler am Dienstag zurückhaltender zu den Aussichten für das Gesamtjahr. Das Wachstum des über die Plattform gehandelten Brutto-Warenvolumens (GMV) und des Konzernumsatzes werde voraussichtlich am unteren Ende der angepeilten Spanne von zwölf bis 17 Prozent liegen. Die Prognose für den operativen Gewinn engte das Unternehmen auf 680 bis 720 Millionen von zuvor 660 bis 740 Millionen Euro ein. „Die Konkretisierung der Jahresprognose spiegelt die Ergebnisse des ersten Halbjahres wider und keine geänderten Erwartungen für den Rest des Jahres.“
Im abgelaufenen Quartal wuchsen GMV und Umsatz jeweils um knapp 21 Prozent auf 4,92 beziehungsweise 3,42 Milliarden Euro. Wachstumstreiber war vor allem das Firmenkundengeschäft. Das bereinigte Betriebsergebnis verbesserte sich um rund zehn Prozent auf 204,8 Millionen Euro. Hierbei drückten die Kosten für die Integration des übernommenen Wettbewerbers About You auf die Marge.
Gewinn bei Lufthansa bricht wegen Kerosinkosten und Streiks ein
Die mit dem Irankrieg gestiegenen Kerosinkosten und eine Woche Streik im April haben die Lufthansa im zweiten Quartal schwer belastet. Das bereinigte Betriebsergebnis (Ebit) brach um 56 Prozent auf 383 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Wegen der Unsicherheit über die weitere Entwicklung der Ölpreise und eines Trends zum sehr kurzfristigen Buchen schließt der MDax-Konzern einen operativen Gewinnrückgang im Gesamtjahr nicht mehr
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Hugo Boss Übernahmeangebot läuft bis 13. August.
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