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Argentiniens Fußball-Legende Antonio Rattín ist tot
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Argentiniens Fußball-Legende Antonio Rattín ist tot

نظرة سريعة

  • Antonio Rattín, eine Ikone des argentinischen Fußballs, ist im Alter von 89 Jahren gestorben.
  • Er wurde weltberühmt durch seine Rolle im umstrittenen WM-Viertelfinale 1966 gegen England, wo er als Kapitän des Feldes verwiesen wurde.

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لماذا يهم

Antonio Rattín war eine zentrale Figur im umstrittenen WM-Viertelfinale 1966 zwischen Argentinien und England, das bis heute kontrovers diskutiert wird. Er spielte ausschließlich für die Boca Juniors und die argentinische Nationalmannschaft.

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Rattín übernahm bei einem der umstrittensten Spiele der WM 1966 in England eine tragende Rolle. Genauer: im Viertelfinale, das am Río de la Plata noch immer Gesprächsstoff hergibt. In einem Viertelfinale spielten Uruguay und Deutschland gegeneinander; im anderen duellierten sich Argentinien und England. Die Spielleitung galt den Südamerikanern als ein blanker Hohn: Uruguayer und Deutsche spielten nach der Pfeife des englischen Referees Ken Aston; Argentinier und Engländer bekamen den (west-)deutschen Schiedsrichter Rudolf Kreitlein zugeteilt. Jahrzehnte später wies Rattín darauf hin, dass der Fifa an einer Qualifikation der Engländer notwendigerweise gelegen war: Damals war eine der wichtigsten Einnahmequellen der Ticketverkauf, das Finalstadion würde sich am ehesten bei englischer Beteiligung füllen. Die Fakten untermauerten die Theorie Rattíns vorzüglich: Deutschland und England kamen weiter.

Uruguayer und Argentinier klagen bis heute, sie seien von den Schiedsrichtern nach Strich und Faden und vorsätzlich veralbert worden. Rattín platzte dabei der Kragen: Er wurde in der 35. Minute der zweiten Halbzeit von Kreitlein aufgefordert, den Platz zu verlassen – verbal, denn damals gab es noch keine roten Karten. „Ich hatte gesehen, dass dieser deutsche Herr alles zugunsten Englands pfiff. Ich habe ihm daher meine Spielführerbinde gezeigt – und minutenlang einen Dolmetscher eingefordert, um Erklärungen über sein Verhalten zu erhalten.“ Es kam aber kein Dolmetscher. Und Rattín musste den Platz verlassen.

Er tat das nicht ohne Protest. Erst setzte er sich auf den Bereich, wo der rote Teppich für Königin Elisabeth II. ausgerollt worden war. Dann wurde er dort verscheucht. Auf dem Weg in die Kabine kam er an einer Eckfahne vorbei; er zerknüllte sie und zog damit noch mehr Zorn auf sich – es war ein Union Jack. Volle Bierdosen flogen, Rattín flüchtete. Englands Trainer Alf Ramsey nannte die Argentinier „Tiere“, die Boulevardzeitungen griffen die Bezeichnung dankend für ihre Titelseiten auf: „Animals“. In der Heimat war das Echo umgekehrt: „Bravo, Argentinier“, schrieb El Gráfico.

Der Legende nach geschah die Eingebung vor einer Ampel

Rattín behauptete Jahre später, nicht alle hätten ihn gescholten. Das Publikum habe verstanden, dass die Argentinier verschaukelt worden waren: Anderntags hätten weder die Taxifahrer noch die Kassierer bei Harrod’s Geld von ihm nehmen wollen. „Ich musste sogar Autogramme geben.“ Kreitlein und Aston zogen ihre Konsequenzen: Sie entwickelten das Kartensystem. Der Legende zufolge war es Aston, dem vor einer Ampel ein Licht aufging – und der daher der Fifa vorschlug, zur WM 1970 Karten mit den Signalfarben rot (Hinausstellung) und gelb (Verwarnung) einzuführen.

Auf Klubebene war Rattín ausschließlich als Spieler von Boca Juniors tätig. Für den Kultklub der Hauptstadt Buenos Aires absolvierte er 382 Spiele (28 Tore), insgesamt gewann er vier Meisterschaften. Für die Nationalmannschaft bestritt er 32 Partien. Nach dem Ende seiner aktiven Karriere arbeitete er ohne größeren Erfolg als Trainer, unter anderem bei Boca Juniors, der nun den Tod Rattíns bestätigte. „Ich habe in meinem Leben nur zwei Trikots getragen, das von Boca und das von Argentinien“, sagte Rattín einmal. Er wurde 89 Jahre alt und starb, ohne sich einen Wunsch erfüllt zu haben: nach Wembley zurückzukehren, wo er weltberühmt wurde.

أسئلة مفتوحة

  • Waren die Schiedsrichterentscheidungen 1966 tatsächlich vorsätzlich?
  • Wie stark beeinflusste die Einnahmesituation der FIFA die Spielleitung?

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This article was originally published by Süddeutsche Zeitung.

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