Blogger entdeckt chinesisches Überwachungstool – und sein eigenes Passfoto darin
نظرة سريعة
- Ein Blogger entdeckte ein chinesisches Überwachungstool, das Ausländer in Zhangjiakou verfolgt.
- Das System sammelt Daten aus Kameras, Reisedaten und Einkäufen, um detaillierte Profile zu erstellen.
- Der Blogger fand sogar sein eigenes Passfoto in der Software.
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لماذا يهم
Ein Blogger entdeckte ein chinesisches Überwachungstool, das zur Verfolgung von Ausländern in der Präfektur Zhangjiakou entwickelt wurde. Das System sammelt diverse Daten, um detaillierte Profile zu erstellen. Der Blogger fand sogar sein eigenes Passfoto darin, was die persönliche Betroffenheit unterstreicht.
Der Blogger Marc Hofer entdeckte zuerst ein unbekanntes chinesisches Überwachungstool – und dann sein eigenes Passfoto darin. Hier berichtet er über die Fähigkeiten des Programms und darüber, wie es sich anfühlt, selbst zum Ziel zu werden.
Von Christoph Giesen und Marcel Rosenbach
23.05.2026, 19.19 Uhr
SPIEGEL: Herr Hofer, Sie haben eine chinesische Polizeiplattform entdeckt, mit der Ausländer überwacht werden sollen. Was ist das für ein System?
Hofer: Der offizielle Titel lautet: »dynamische Kontrollplattform für ausländische Personen«. Das System stammt aus der Präfektur Zhangjiakou, die sich etwa 160 Kilometer nordwestlich von Peking befindet, dort fanden auch Wettbewerbe der Olympischen Winterspiele 2022 statt. Es handelt sich dabei um eine Überwachungssoftware, mit der die Bewegung von Ausländern anhand behördlicher Daten, Kamerabildern und Bewegungsinformationen verfolgt werden kann. Ich konnte über einen längeren Zeitraum beobachten, dass die Software offenbar regelmäßig weiterentwickelt wird. Ich habe alle paar Tage nachgesehen, irgendwann tauchten plötzlich neue Menüpunkte und Funktionen auf, so kann man jetzt etwa die Beziehungen zwischen verschiedenen überwachten Personen abfragen und visualisieren.
SPIEGEL: Was können die Verantwortlichen ansonsten damit überwachen?
Hofer: Die Plattform führt Daten aus ganz verschiedenen Quellen zusammen: Etwa aus den in China sehr weitverbreiteten öffentlichen Überwachungskameras mit Gesichtserkennung, aber auch individuelle Reisedaten wie Hotelübernachtungen fließen ein. Das Ziel ist offenbar, möglichst genau zu erfassen, was Ausländer in Zhangjiakou tun: wo sie sich aktuell aufhalten, wohin sie gehen, mit wem sie sich treffen, wo sie wohnen, für wen sie arbeiten. Sogar Krankenhausaufenthalte, Einkäufe oder Tankvorgänge sind als Datenpunkte vorgesehen. Für die Überwacher ergibt sich ein minutiöses Bild.
SPIEGEL: Das klingt nach Orwellscher Totalüberwachung. Wie sind Sie auf die Plattform gestoßen?
Hofer: Ich scanne für die Berichterstattung in meinem Blog NetAskari systematisch Teile des Internets, die nicht über Suchmaschinen auffindbar, aber frei über das Netz erreichbar sind. Ich suche dabei nach bestimmten Schlüsselwörtern, Verhaltensmustern von Servern oder technischen Fingerabdrücken von Webdiensten in China. Dabei bin ich irgendwann auf diese Plattform gestoßen.
أسئلة مفتوحة
- Wie viele Ausländer sind von diesem Überwachungstool betroffen?
- Welche weiteren Daten werden gesammelt und wie lange werden sie gespeichert?
- Gibt es ähnliche Überwachungstools in anderen Regionen Chinas?
- Welche Konsequenzen hat die Entdeckung für die diplomatischen Beziehungen?



