BMW-Prognose enthüllt tiefe Krise der deutschen Industrie
نظرة سريعة
- BMW erwartet nur noch 1-3% Gewinnmarge im Autogeschäft, was auf eine existenzielle Krise der deutschen Industrie hindeutet.
- Das bisherige Geschäftsmodell ist in Gefahr, Wohlstand bedroht.
- Mehrere Faktoren, insbesondere das schwächelnde China-Geschäft, belasten die Branche.
ملخص مُنشأ بالذكاء الاصطناعي
لماذا يهم
BMW hat seine Prognose für das Geschäftsjahr 2026 drastisch gesenkt und erwartet nur noch eine Gewinnmarge von 1-3% im Autogeschäft. Dies wird als Zeichen einer existenziellen Krise der deutschen Industrie gewertet.
Die Krisenmeldung wirkte harmlos, fast nüchtern, schien eher etwas für Spezialisten: »BMW passt Prognose für das Geschäftsjahr 2026 an« stand da als Betreffzeile am frühen Dienstagabend. Doch das, was zu lesen war, ist gar nicht harmlos. Die Bayerischen Motoren-Werke erwarten, dass die Gewinnmarge im Autogeschäft nur noch bei einem bis drei Prozent liegen wird. Bisher wurden vier bis sechs Prozent prognostiziert, auch das war schon nicht besonders positiv. Wobei die Zahlen noch für viel mehr stehen: Es ist die bislang deutlichste Nachricht, dass die deutsche Industrie in einer existenziellen Krise ist.
Denn die Bayerischen Motoren-Werke waren bislang der Leistungsträger. Wenn selbst dieser fast kein Geld mehr verdient, geht es nicht nur um Managementfehler. Dann ist klar: Das Geschäftsmodell der deutschen Wirtschaft ist in akuter Gefahr. Und damit auch der Wohlstand in diesem Land.
Schon die Gewinneinbrüche der Konkurrenten in den vergangenen Monaten waren drastisch. Aber man konnte sie immer auch ein wenig erklären mit Managemententscheidungen, die sich im Nachhinein als ungünstig herausstellten. Mercedes hatte sich im Luxus verloren und Autos am Kundengeschmack vorbei gebaut. Volkswagen ist sowieso immer schwierig, weil so viele mitreden. Audi ist gebeutelt von ständigen Führungswechseln. Und bei Porsche waren sie zu forsch beim Wechsel hin zur Elektromobilität. Die sollten sich mal ein Beispiel an BMW nehmen, hieß es immer.
Tatsächlich arbeitete das Management des Münchner Autobauers bislang sehr ordentlich, wurde manchmal sogar Musterschüler genannt von der Konkurrenz: Das Unternehmen war kaum in den Dieselskandal verstrickt, stattdessen war BMW Pionier in der Elektromobilität mit dem i3. Die Münchner haben ihre Autos und die Werke so flexibel entworfen, dass ihnen das Auf und Ab bei der E-Auto-Nachfrage kaum schadete: Sie können sich der Nachfrage viel schneller als die Konkurrenz anpassen. Der Umgang mit den Zulieferern ist so vorausschauend, dass BMW meist alle Teile beisammen hatte, während alle Welt über fehlende Halbleiter klagte. Und die Technik war so gut, das Image so stark, dass die Münchner ihre Wagen trotz hoher Preise stets erfolgreich in alle Welt verkauften, selbst in Krisenzeiten und selbst in China, dem allerwichtigsten, aber mittlerweile auch allerhärtesten Automarkt der Welt.
Doch damit ist es vorbei. Selbst BMW gelingt es nicht mehr, durch die Krisen zu steuern. Es sind zu viele und zu große gleichzeitig. Der Krieg im Iran habe Kunden in aller Welt verunsichert und die Kosten hochgetrieben, erklärt der Konzern. Der wohl wichtigste Grund ist aber: Das China-Geschäft, das bislang für ein Drittel von Absatz und Umsatz verantwortlich war, bricht weg. Die Chinesen kaufen viel weniger Autos als erhofft, vor allem kaum noch Verbrenner – und zugleich buhlen immer mehr Hersteller um sie. Das drückt die Preise so sehr, dass die Autobauer fast nichts mehr verdienen. Zumal jene wie BMW, die Autos aus Deutschland heraus verkaufen wollen, zu deutschen Kosten, zu deutschen Preisen.
Dem lag ein erfreuliches Selbstbewusstsein zugrunde: Die Münchner dachten bis jetzt, dass weiß-blaue Ingenieurkunst für immer auf dem gesamten Planeten Erfolg hat: Erdacht und gefertigt in Bayern oder zumindest nach weiß-blauer Art in chinesischen Fabriken. Dieser Glauben an die Kraft der Heimat ist vielleicht die einzige gravierende Fehleinschätzung der vergangenen Jahre. Aber eine, die besonders schmerzt, weil es wohl nie mehr so wird wie früher.
Auch die Politik muss nachsichtig sein
Nun mag der Kenner einwenden, dass BMW ja gerade seinen Vorstandschef ausgetauscht hat, auch das vorbildlich mit Ruhe und Vorausschau. Oliver Zipse ging in Rente. Sein Nachfolger, Milan Nedeljković, könnte versucht sein, den Moment zu nutzen und die Lage etwas schlechter darzustellen. Dann lassen sich Sparmaßnahmen leichter durchsetzen, und die Geschichte vom Wiederaufstieg ist halt immer eine sehr hübsche. Aber: Bei BMW spielen sie solche Spielchen seltener als anderswo. Die Belegschaft ist selbstbewusst, der Aufsichtsrat akkurat, einen Vorstandschef als Retter in der Not, das braucht keiner. Die Krise ist echt, nicht vorgeschoben. Der Leistungsträger hat zu wenig Kraft.
Was folgt daraus? Made in Germany als zentrales Argument für hohe Preise, das ist ein für alle Mal vorbei. Alle Industriebetriebe werden sich stärker lokalisieren müssen, so wie es die Marke Volkswagen seit einiger Zeit macht mit Autos, entwickelt und gebaut in China und für China. Das wird Jobs in Europa kosten, das ist die unangenehme Wahrheit. Es kann aber helfen, die Existenz der vielen tausend großen und kleinen Unternehmen aus der Autoindustrie zu sichern, die in Europa mehr als 13 Millionen Menschen Arbeit bieten.
Reichen wird das aber nicht. Es geht auch um Politik.
Die Kosten müssen runter, vor allem für die Energie, weil an ihr so viel hängt – bei den Verbrauchern, in den Fabriken. Die Europäische Union hat mittlerweile ein Konzept vorgelegt, mit dem sich arbeiten lässt. Die Bundeswirtschaftsministerin muss ihrerseits aber endlich den Bürgern und Unternehmen klarmachen, was das Zielbild für Deutschland ist: Wie soll im Jahr 2030 klimaschonend günstiger Strom erzeugt und verteilt werden?
Die Politik in Brüssel wiederum, Kommission wie Parlament, muss in dieser Situation nachsichtig sein. Es ist gut und richtig, dass sich die europäische Politik in den vergangenen Jahren gegen widerständige Industriebetriebe und Wirtschaftsverbände durchgesetzt hat, die nur auf das eigene Wohlergehen fokussiert waren und die Umwelt ignorierten. Aber die heutige Generation von Managerinnen und Managern denkt anders. Keine ernst zu nehmende Führungskraft stellt noch in Abrede, dass der Globus und sein Klima geschützt werden müssen. Daraus folgt, dass die Politik zuhören muss, wenn diese Interessengruppe etwa eindringlich mahnt, die Regeln nicht zu überziehen. Die Antriebswende etwa wird kommen, sie ist unumkehrbar eingeleitet mit vielen Milliarden Euro. Unmittelbare Strafzahlungen wären jetzt das Falsche. An einem völligen Verbrenner-Aus festzuhalten, würde zu noch mehr Brüchen in dieser ohnehin angeschlagenen Industrie führen.
Aber auch die Industrie selbst muss die richtigen Schlüsse ziehen, insbesondere BMW. Die Münchner waren bislang überzeugte Freihändler. Sie haben jeden Zoll kritisiert, gerade wenn er gegen chinesische Wettbewerber gerichtet war. Sie glaubten, dass das allerbeste Produkt am Ende überzeugen wird und die Politik ihnen nicht ins Geschäft pfuschen soll, weil auf jeden Zoll ein Gegenzoll folgt. Das treibt die Preise nach oben, und das kann keiner wollen. Jetzt sollten die Münchner den unbedingten Widerstand gegen Schutzmaßnahmen aufgeben (von dem sich bislang leider auch das Wirtschaftsministerium leiten lässt). Denn China trägt den erbitterten Existenzkampf nach Europa in Form einer Produktschwemme, die auch noch den hiesigen Markt einbrechen lässt.
ما الذي يجب مراقبته
توقعات الذكاء الاصطناعي — احتمالات وليست حقائق
Industriebetriebe müssen sich stärker lokalisieren, z.B. durch Produktion in China für den chinesischen Markt.
مرجح · المدى المتوسط
Politik muss Regeln für die Antriebswende überdenken, um die Industrie nicht zu überlasten.
محتمل · المدى القصير
أسئلة مفتوحة
- Wie werden sich die Kosten für Energie weiterentwickeln?
- Welche konkreten politischen Maßnahmen sind zur Stützung der Industrie geplant?
- Wie schnell kann die deutsche Industrie ihre Geschäftsmodelle anpassen?



