Deutsche Bahn kritisiert ZDF-Doku von Dunja Hayali als 'unseriös'
Das Unternehmen wirft der Reportage vor, auf Behauptungen zu basieren und Fakten auszulassen, während das ZDF zwei Korrekturen vornimmt.
نظرة سريعة
- Die Deutsche Bahn bezeichnet eine ZDF-Dokumentation von Dunja Hayali über die Probleme der Bahn als „unseriös“, da sie auf Behauptungen basiere und wichtige Fakten auslasse.
- Das ZDF verteidigt die Recherche, korrigierte aber nachträglich zwei Punkte nach Hinweisen der DB.
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Eine ZDF-Dokumentation von Dunja Hayali untersuchte die Probleme der Deutschen Bahn, darunter Unpünktlichkeit und mangelnde Servicequalität.
Moderatorin Dunja Hayali wollte in einer ZDF-Doku den Problemen der Deutschen Bahn auf den Grund gehen. Unter dem Titel „Unsere Bahn: geliebt, verflucht – und gefährlich?“ sammelte sie Erfahrungen von Reisenden zusammen. Wenig überraschend umfasste die Liste: immer unpünktlich, immer kaputte Toiletten, immer unzureichende Servicequalität im Bistro und bei den Reise-Informationen.
Alles nicht neu, und so machte sich Hayali zusammen mit Sebastian Bellwinkel an die Ursachenforschung. Und genau die stößt bei der Deutschen Bahn auf Kritik. In einer Pressemitteilung reagiert das Unternehmen mit deutlichen Worten – bezeichnet die Reportage etwa als „unseriös“.
Der Film basiere „in weiten Teilen rein auf Behauptungen und Meinungen“. Weiter heißt es, dass entscheidende Fakten bewusst ausgelassen worden seien. Die Leistungen der Mitarbeiter würden „in keiner Weise gewürdigt“. Das Ergebnis: Der Film sei laut DB keine sachliche Aufarbeitung, „sondern ein Zerrbild für die Zuschauenden“.
Wer es besser macht? Laut Hayali: Belgien. Dort seien die Züge zu 92 Prozent pünktlich, die DB melde 60 Prozent. Auch sei die Bahn im Nachbarland innerhalb von zehn Jahren modernisiert worden. Genau bei dem Punkt sieht die Deutsche Bahn methodische Fehler und hinterfragt die fachliche Expertise. „Hier werden Kirschen mit Kürbissen verglichen.“ Die 92 Prozent Pünktlichkeit umfassen sämtliche Zugverkehre. Dabei fahren dort „überwiegend Nahverkehrszüge auf einem Netz von gerade einmal einem Fünftel des deutschen Schienennetzes“.
Würde man den Personenverkehr betrachten – „ein ehrlicher, direkter Vergleich“ –, käme die DB auf ein annähernd gleich hohes Niveau. „Im Jahr 2025 lag der Wert bei 88 Prozent.“ Diesen Vergleich bleibe der Film schuldig. Das Fazit: „im hohen Maße unseriös“.
Verschwiegen werden laut Mitteilung zudem die Fortschritte bei der Sanierung der deutschen Schieneninfrastruktur, und die digitalen Stellwerke.
Das ZDF reagierte derweil auf die Kritik und widerspricht: „Die Dokumentation ist journalistisch sorgfältig recherchiert und bildet verschiedene Perspektiven umfassend ab.“ Trotzdem berichtigte der Sender zwei Dinge, auf die die Bahn hingewiesen hatte.
Nachträglich geändert wurde etwa die in einer Grafik gezeigte Zahl der digitalen Stellwerke in Deutschland: Es gibt demnach bereits drei, nicht null. Zudem passte der Sender beim Vergleich mit der belgischen Bahn an, dass sich die angegebene Pünktlichkeit dort auf nicht nur auf den Fernverkehr, sondern den gesamten Personenverkehr bezieht.
أسئلة مفتوحة
- Wird die DB weitere Schritte gegen die Doku unternehmen?
- Wird das ZDF weitere Korrekturen vornehmen?
- Wie reagieren die Zuschauer auf die Kritik der DB?



