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Deutschlands Rentenreform: Wie Kenfo, Schweden und Norwegen als Vorbilder dienen könnten
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Deutschlands Rentenreform: Wie Kenfo, Schweden und Norwegen als Vorbilder dienen könnten

نظرة سريعة

  • Deutschland plant eine Rentenreform, die das umlagefinanzierte System um eine Kapitalrente ergänzen soll.
  • Dafür werden jährlich 35 Milliarden Euro benötigt, die durch Beiträge von Arbeitgebern und Arbeitnehmern finanziert werden.
  • Der Fonds Kenfo wird als möglicher Verwalter ins Auge gefasst.

ملخص مُنشأ بالذكاء الاصطناعي

لماذا يهم

Deutschland plant eine Rentenreform, die das umlagefinanzierte System um eine Kapitalrente ergänzen soll. Dafür werden jährlich rund 35 Milliarden Euro benötigt, die über zusätzliche Rentenbeiträge von Arbeitgebern und Arbeitnehmern finanziert werden sollen.

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Frankfurt. Mehr Rente für alle – das verspricht die geplante Rentenreform. Damit das auch funktioniert, soll das umlagefinanzierte System um die Kapitalrente ergänzt werden. Dafür sind jährlich rund 35 Milliarden Euro vorgesehen, die über zusätzliche Rentenbeiträge von Arbeitgebern und Arbeitnehmern finanziert werden sollen.

Die Beiträge sollen dabei zentral verwaltet und am Kapitalmarkt angelegt werden. Für diese Aufgabe kommt der Fonds zur Finanzierung der kerntechnischen Entsorgung (Kenfo) in Betracht. Er gilt als erster deutscher Staatsfonds und kann immerhin auf eine neunjährige Geschichte zurückblicken.

Andere Länder finanzieren ihre Alterssicherung bereits seit Jahren über Kapitalmarktanlagen. Wie erfolgreich diese Fonds dabei sind und wie sich der Kenfo im Vergleich schlägt.

Der Kenfo wurde 2017 mit dem Zweck gegründet, mit den Erträgen die Kosten für die Zwischen- und Endlagerung des radioaktiven Abfalls in Deutschland zu bezahlen. Dafür hatten die Betreiber der 25 deutschen Kernkraftwerke insgesamt 24,1 Milliarden Euro auf die Konten der Stiftung gezahlt. Aktuell verwaltet der Fonds, der aus einem rund 50-köpfigen Team besteht, rund 26,5 Milliarden Euro.

Die strategische Vermögensaufteilung umfasst unterschiedliche Anlageklassen, welche sich breit über verschiedene Branchen und Regionen verteilen. Die aktuelle Zielquote liegt laut Kenfo derzeit bei 35 Prozent Aktien, 25 Prozent Unternehmens- und Schwellenländeranleihen, zehn Prozent Staatsanleihen von Industriestaaten und 30 Prozent illiquiden Anlagen. Dazu zählen Unternehmensbeteiligungen und -kredite, aber auch Immobilien und Infrastrukturprojekte. Die Daten für die tatsächliche Vermögensaufteilung im vergangenen Jahr liegen noch nicht vor.

Da die Rentenkommission für die kapitalgedeckte Rente mit einer Rendite von drei bis fünf Prozent rechnet, lohnt sich ein Blick auf die vergangene Performance des Kenfo. 2024 erzielte der Fonds eine Rendite von 9,4 Prozent und konnte damit das Ziel von 4,1 Prozent deutlich übertreffen. 2023 lag sie beispielsweise bei 11,1 Prozent, im Jahr 2021 bei 10,4 Prozent.

Lediglich das Jahr 2022 war eine Ausnahme. Hier verlor der Kenfo 12,2 Prozent. Grund dafür waren der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine, der Energiepreisschock und Lieferengpässe.

Für die Kapitalrente könnte Schweden als Vorbild dienen. Dort wurde die Rente bereits in den 1990er-Jahren reformiert. Die Rentenbeiträge von 18,5 Prozent teilen sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber, wobei die Arbeitgeber circa 60 Prozent und die Arbeitnehmer ungefähr 40 Prozent tragen.

16 Prozent des Bruttogehalts fließen in die umlagefinanzierte Rente. Weitere 2,5 Prozent sind für die kapitalgedeckte Prämienrente vorgesehen. Die Arbeitnehmer dürfen dabei selbst entscheiden, wohin ihr Anteil für die kapitalgedeckte Altersvorsorge fließen soll. Mehrere Hundert Fonds stehen dabei zur Auswahl.

Wer sich nicht aktiv um einen der auswählbaren Fonds kümmert, wird automatisch dem staatlichen Standardfonds AP7 Såfa zugeordnet. Dieser verwaltet mittlerweile umgerechnet über 150 Milliarden Euro und kombiniert einen Aktienfonds mit einem Fonds, der in festverzinsliche Wertpapiere investiert.

Das Besondere: Die Vermögensaufteilung richtet sich dabei nach dem Alter der Beitragszahler. Bis zum 55. Lebensjahr werden die Beiträge in Aktien investiert. Für Beitragszahler mit einem Alter zwischen 56 und 75 Jahren werden drei bis vier Prozent des Kapitals schrittweise in den Anleihefonds transferiert.

Hintergrund ist der unterschiedliche Anlagehorizont. Während Schwankungen am Aktienmarkt in jungen Jahren eher ausgesessen werden können, soll mit näher rückendem Renteneintritt vorsichtiger investiert werden. Ab einem Alter von 75 Jahren bleiben zwei Drittel des Kapitals für den Rest des Lebens im Rentenfonds.

In den vergangenen fünf Jahren lag die Rendite überwiegend im zweistelligen Bereich. Doch zwei Jahre bildeten eine Ausnahme. Zum einen das Jahr 2022 mit einem Verlust von 9,5 Prozent durch die Folgen des russischen Angriffskriegs. Im vergangenen Jahr lag die Rendite bei 4,2 Prozent. Laut Geschäftsbericht dämpfte vor allem die Aufwertung der schwedischen Krone das Ergebnis des Aktienfonds.

Um das Renten- und Sozialsystem zu stützen, setzt Norwegen auf den Government Pension Fund Global (GPFG). Dabei werden die Einnahmen aus dem Ölgeschäft des Landes investiert. Mit der Rendite werden Teile der Rentenausgaben finanziert.

Der Staatsfonds, der als größter der Welt gilt, wird von Norges Bank Investment Management (NBIM) im Namen des Finanzministeriums verwaltet. Die NBIM ist an die norwegische Zentralbank angegliedert, welche auch die Manager ernennt. Ein vom Ministerium eingesetzter Ethikrat kontrolliert die Einhaltung der Richtlinien.

Der Autor und Volkswirt Clemens Bomsdorf ist ein Kenner des Fonds. Für ihn ist der GPFG deshalb so erfolgreich, weil die Politik die Rahmenbedingungen vorgibt, ohne stark ins Management einzugreifen.

Der GPFG investiert in Aktien, Anleihen, Gewerbeimmobilien sowie Infrastruktur für erneuerbare Energien. Seit der Gründung vor knapp 30 Jahren lag die durchschnittliche jährliche Rendite bei rund sieben Prozent bei anfangs niedriger Aktienquote.

In den vergangenen Jahren war die Rendite jedoch deutlich zweistellig und lag 2025 bei 15,11 Prozent. Eine Ausnahme bildete jedoch auch hier das Jahr 2022 mit einem Verlust von 14,11 Prozent.

Damit die Rendite des Fonds vergleichbar ist, hat das norwegische Finanzministerium einen Benchmark-Index geschaffen. Von der Zusammensetzung darf der GPFG nur in gewissem Maße abweichen. Darüber hinaus gibt es eine Liste mit circa 150 Organisationen, in die nicht investiert werden darf. Dazu gehören beispielsweise Unternehmen, denen Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen werden.

Laut Fachmann Bomsdorf kann auch der norwegische Staatsfonds ein Vorbild für mehr Kapitaldeckung in der Rente sein. Das liegt vor allem an der „soliden langfristigen Rendite bei geringer Volatilität“.

Aber auch die niedrigen Kosten sind ein Vorteil. „Die Kosten sind prozentual nahezu vernachlässigbar, was auch an der Größe liegt. Es zeigt aber auch, dass klare und simple Anlagevorgaben dazu führen, dass die Kosten im Griff bleiben“, sagt Bomsdorf. Laut Geschäftsbericht lagen die jährlichen Verwaltungskosten im Zeitraum von 2013 bis 2025 bei 0,05 Prozent des verwalteten Vermögens.

Der Canada Pension Plan (CPP) ist Kanadas verpflichtendes, einkommensbezogenes Rentenprogramm. Es gilt in allen Provinzen – mit Ausnahme von Québec, das ein eigenes Programm etabliert hat. Die Leistungen werden aus Pflichtbeiträgen von Arbeitnehmern und Arbeitgebern sowie Einnahmen aus den CPP-Investments finanziert.

ما الذي يجب مراقبته

توقعات الذكاء الاصطناعي — احتمالات وليست حقائق

  • Die Rentenreform wird die Kapitalrente als Ergänzung zum umlagefinanzierten System einführen.

    مرجح · خلال أشهر

أسئلة مفتوحة

  • Wie genau werden die Beiträge verwaltet?
  • Welche spezifischen Anlageklassen werden für die Rente genutzt?
  • Wie wird die Übergangsphase gestaltet?

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This article was originally published by Handelsblatt.

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