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Dietmar Hopp will Dorfvereine bundesweit mit seiner Beratung stärken
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Handelsblatt22‏/5‏/2026سياسة5 د قراءةGermany

Dietmar Hopp will Dorfvereine bundesweit mit seiner Beratung stärken

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  • Dietmar Hopp, Mitgründer von SAP und Förderer der TSG Hoffenheim, will seine Vereinsberatung „Anpfiff ins Leben“ bundesweit ausweiten.
  • Die Initiative bietet kostenlose Workshops und Coachings für Sportvereine in Bereichen wie Finanzierung, Management und Digitalisierung, um deren gesellschaftliche Rolle zu stärken.

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Fußballfan Dietmar Hopp: Auch ein Herz für Dorfvereine. Foto: PR/ Ellen Klose

Heidelberg. Dietmar Hopp hat schon deutsche Wirtschafts- und Sportgeschichte geschrieben. Mit SAP hat er den derzeit wertvollsten Dax-Konzern mitgegründet, und er hat mit seinem Geld den Fußballkreisligisten TSG 1899 Hoffenheim in die Erste Bundesliga gebracht.

Nun will sich der 86-Jährige gesellschaftspolitisch noch stärker einbringen. Seine Jugendförderung und Vereinsberatung „Anpfiff ins Leben“, die in den vergangenen Jahren vor allem in der Rhein-Neckar-Region aktiv war, soll bundesweit tätig werden.

„Wir haben mit ‚Anpfiff ins Leben‘ ein McKinsey für den Dorfverein geschaffen“, sagt Hopp dem Handelsblatt. Unternehmen holten sich schließlich häufig Expertise von außen, Vereine verdienten diese genauso. „Denn“, sagt Hopp, „Vereine sind eines der letzten gemeinsamen Lagerfeuer unserer Gesellschaft. Wir müssen sie stärken, indem wir sie professionell unterstützen.“

Kostenlose Workshops zu Finanzierung und Management

Anders als bei SAP und der TSG Hoffenheim setzt der Unternehmer, Investor und Sportenthusiast Hopp bei seiner Vereinsberatung aber auf breite Unterstützung. Für „Anpfiff ins Leben“ braucht es seines Erachtens mehr als nur einen einzigen Mäzen.

Hopps Vereinsberatung gibt es seit 2019. „Anpfiff ins Leben“ unterstützt sowohl Vereine als auch Institutionen bei Dingen wie Ehrenamtsmanagement, Digitalisierung und Finanzierung sowie in der Entwicklung von Zukunftsstrategien – unabhängig von Sportart, Vereinsgröße und Spielklasse.

Die Beratung bietet den Vereinen kostenfreie Workshops und Coachings. Seit der Gründung haben sich mehr als 300 Sportvereine beraten lassen – darunter der Fußballregionalligist FC Astoria Walldorf, der Breitensportverein TV Edigheim oder die Kanuakademie Lampertheim. Damit wurden mehr als 350.000 Mitglieder, davon 290.000 junge Mitglieder, erreicht.

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Zudem fördert und begleitet der Verein schon seit 2001 auch einzelne Sportler und Sportlerinnen in Teams. „Anpfiff ins Leben“ übernimmt die sportliche Leitung für den Nachwuchs bei Amateursportvereinen und ist Bildungspartner für Profisportvereine und ihre Nachwuchsleistungszentren. Mehr als 3000 Kinder und Jugendliche werden jährlich direkt und individuell durch die Initiative in den Bereichen Sport, Schule, Beruf und Soziales gefördert.

Die meisten Probleme von Sportvereinen sind keine Strategie-, sondern Kapazitäts- und Kulturprobleme. Stefanie KunzelnickVereinsführung

Die operative Führung liegt bei zwei Frauen: Stefanie Kunzelnick und Simone Born. Zum Team gehören weitere 20 Beraterinnen und Berater sowie weitere 40 feste hauptamtliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, 270 Trainer und 120 Lernbegleiter, die als Übungsleiter im Minijob oder Ehrenamt tätig sind.

„Die Nachfrage nach unseren Angeboten ist sehr groß, wir sehen, dass es deutschlandweit einen Bedarf gibt“, sagt Co-Geschäftsführerin Kunzelnick. Sportvereine stünden vor ähnlichen Transformationsfragen wie Wirtschaftsunternehmen, hätten aber eben andere Beschäftigte und andere Kunden und keine großen Budgets, um zusätzliches Personal oder gar Berater zu engagieren.

Stefanie Kunzelnick: Führt die Vereinsberatung „Anpfiff ins Leben“ mit ihrer Kollegin Simone Born. Foto: PR/ Simon Hofmann

Ein Fall für klassische Berater wie McKinsey und BCG seien die Sportvereine deshalb eben nicht, sagt Kunzelnick: „Die meisten Probleme von Sportvereinen sind keine Strategie-, sondern Kapazitäts- und Kulturprobleme.“ Sport sei zudem kein „normales Business“, sondern eines mit extrem hoher und sensibler Anhänger- und Vereinskultur. Zudem seien Vereine essenziell für den Fortbestand moderner Gesellschaften.

Viele Klubs, so die Betriebswirtin, scheiterten an interner Politik, mangelndem Netzwerk und fehlender Kompetenz. Die Zielkonflikte seien häufig strukturell verankert: Kurzfristiger Erfolg stünde gegen langfristige Stabilität oder Kommerz versus sportliche Leistung. Zudem gebe es häufig von Verbänden vorgeschriebene Reformen, die die Bedürfnisse kleiner Vereine nicht ausreichend berücksichtigten.

Ich kann jedem Unternehmer nur ans Herz legen: Investieren Sie in diesen ‚sozialen Motor‘. Dietmar HoppSAP-Gründer

Beispiele für gescheiterte Beratungsprojekte gebe es genug, sagt Kunzelnick. Mitglieder würden als Kunden wahrgenommen, der Fokus zu stark auf Wachstum und Marketing gelegt. Eine solche Strategie ignoriere die soziale Bindung und das Ehrenamt eines Vereins. Ein Thema sei vielerorts auch die Digitalisierung ohne Ressourcen. Oder es würden Apps, Plattformen und CRM-Systeme eingeführt, aber niemand pflege diese und entsprechend dysfunktional seien sie.

Ein und aus gehen Berater inzwischen in Profisportvereinen. Sport Business Advisory offerieren etwa die Beratersparten der beiden Wirtschaftsprüfungsgesellschaften PwC und Deloitte in Deutschland. Sie werben mit Projekten in der Formel 1 sowie im Internationalen Olympischen Komitee (IOC).

Auch die in Europa führende Personalberatung für Führungskräfte, Egon Zehnder, ist im „Fußball-Business“ aktiv. Eigenen Angaben zufolge steuerte die Beratung das Auswahlverfahren für den vorsitzenden Geschäftsführer des Bundesligavereins Bayer 04 Leverkusen. Den Amateursport lassen die großen Beratungen aber aus.

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Aktuell ist „Anpfiff ins Leben“ eigenen Angaben zufolge an elf eigens betriebenen Standorten in Deutschland präsent, davon sind neun Jugendförderzentren. Insgesamt wurden mehr als 100 Millionen Euro in Infrastruktur, Personal und Ausbildung investiert.

Das meiste Geld kam dabei aus der Dietmar-Hopp-Stiftung, der Rest von mehr als 120 Sponsoren und Spendern aus der Wirtschaft, etwa vom IT-Konzern SAP, dem Schmierstoffkonzern Fuchs, der Baumarktkette Hornbach und der LBBW sowie von gemeinnützigen Stiftungen.

„Immens“ ist für Kunzelnick das Potenzial von „Anpfiff ins Leben“. „Überall in Deutschland können Vereine professionelle Unterstützung gebrauchen.“ Mit 30 Millionen Mitgliedern seien die Vereine die größte Bürgerbewegung des Landes und das schlagende Herz der Regionen. Soziales Unternehmertum wie ihre Vereinsberatung könne hier sinnvoll wirken.

Hopp selbst plädiert: „Ich kann jedem Unternehmer nur ans Herz legen: Investieren Sie in diesen ‚sozialen Motor‘. Es ist eine Investition, die keine unmittelbare Dividende in Euro zahlt, aber eine Rendite für unsere gesamte Gesellschaft und die Zukunft unserer Kinder abwirft. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, dieses Beratungsmodell gemeinsam in die Fläche zu tragen.“

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