Fußball-WM könnte zu 17 Milliarden Dollar volkswirtschaftlichem Schaden führen
نظرة سريعة
- Eine Erhebung von UKG prognostiziert einen weltweiten volkswirtschaftlichen Schaden von über 17 Milliarden Dollar durch Produktivitätsverluste während der Fußball-WM 2026.
- In Deutschland wird der Schaden auf 1,3 Milliarden Dollar geschätzt, hauptsächlich bedingt durch späte Spielzeiten und Übermüdung der Arbeitnehmer.
ملخص مُنشأ بالذكاء الاصطناعي
لماذا يهم
Die Fußball-WM 2026 könnte laut einer Erhebung zu einem volkswirtschaftlichen Schaden von 17 Milliarden Dollar führen. In Deutschland hätte der Produktivitätsverlust vor allem einen Grund: Verspätet ins Büro kommen nach dem Public Viewing oder verkatert am Schreibtisch.
Deutschland-Fans in der Fanzone am Brandenburger Tor bei der EM 2024: Verspätet ins Büro kommen nach dem Public Viewing? Foto: Christoph Soeder/dpa
Düsseldorf. Zu spät im Büro, verkatert am Schreibtisch: Weil Spiele der Fußballweltmeisterschaft die Beschäftigten ablenken, rechnen Experten mit einem volkswirtschaftlichen Schaden in Milliardenhöhe. Weltweit könnte sich der Produktivitätsverlust auf mehr als 17 Milliarden Dollar belaufen, wie eine aktuelle Erhebung von UKG, einem der weltweit größten Anbieter von Personalanwendungen, zeigt. Allein auf die USA entfallen 11,7 Milliarden Dollar.
Um den Verlust zu prognostizieren, hat das Unternehmen etwa 8000 Beschäftigte zu ihrem wahrscheinlichen Arbeitsverhalten während der WM befragt. Demnach plant etwa ein Drittel der Beschäftigten, seinen Arbeitsplan wegen des Turniers anzupassen. Rund ein Viertel gab an, wegen der WM später ins Büro zu kommen oder früher gehen zu wollen. Mehr als jeder zehnte Beschäftigte rechnet sogar damit, verkatert bei der Arbeit zu erscheinen.
„Die Weltmeisterschaft ist ein Test dafür, wie gut Unternehmen reagieren können, wenn sich die Bedingungen schnell ändern“, sagt UKG-Produktchef Suresh Vittal. Die Auswirkungen seien direkt spürbar und kostspielig. „Auch die Arbeitsmoral wird beeinträchtigt, weil der Rest des Teams die Lücken füllen muss“, so Vittal.
WM 2026 so umfangreich wie noch nie
Für Deutschland beziffert die Personalplattform den Produktivitätsverlust auf 1,3 Milliarden Dollar. Laut einer weiteren Studie der Uni Hohenheim werden sich deutsche Arbeitnehmer durchschnittlich 26 Minuten pro Tag mit WM-Inhalten am Arbeitsplatz befassen – und damit deutlich mehr als bei den beiden vorangegangenen Weltmeisterschaften. Insgesamt gingen im Schnitt so zwölf Arbeitsstunden pro Mitarbeiter verloren.
„Digitale Medien machen es Beschäftigten heute deutlich einfacher, Turnierinhalte parallel zum Arbeitsalltag zu verfolgen“, sagt Studienautor Julius Schmid. Dadurch bleibe die WM auch während der Arbeitszeit ein relevantes Gesprächsthema. Hinzu kommt, dass sich die WM in diesem Jahr erstmals über fast fünf Wochen erstreckt – mit einer Rekordzahl von 104 Spielen.
Fußball-WM 2026
Kommt das amerikanische Sommermärchen? Die Zweifel wachsen
In Deutschland stellt sich noch eine weitere Herausforderung, sagt Philipp Byers, Fachanwalt und Partner der Kanzlei Dentons. „Hier kann eher die Übermüdung am Arbeitsplatz eine Rolle spielen, wenn Beschäftigte Spiele nach Mitternacht schauen und am nächsten Morgen früh zur Arbeit erscheinen müssen.“
Wegen der Zeitverschiebung läuft ein großer Teil der Spiele in Deutschland erst spätabends oder nachts. Wer zu spät zur Arbeit kommt, müsse mit einer Abmahnung rechnen. Bei beharrlichen Wiederholungsfällen drohe die Kündigung, sagt Byers.
„Macht ein Mitarbeiter im Siegestaumel die Nacht zum Tag und erscheint betrunken zur Arbeit, kann der Arbeitgeber ihn wieder nach Hause schicken“, sagt Byers. Das gelte dann, wenn er Ausfallerscheinungen zeigt oder den Arbeitsanforderungen nicht oder nur beschränkt nachkommt. „In solchen Fällen verliert der Arbeitnehmer auch seinen Lohnanspruch.“
Fifa-Präsident Gianni Infantino (r.) mit USA-Präsident Donald Trump im Weißen Haus: Turnier über fünf Wochen. Foto: Jacquelyn Martin/AP/dpa
In der UKG-Umfrage gab etwa jeder siebte Beschäftigte weltweit zu, die Spiele heimlich während der Arbeitszeit verfolgen zu wollen. „Ein Recht auf Fußballschauen gibt es im deutschen Arbeitsrecht nicht“, sagt Byers. Dafür brauche es das Einverständnis des Arbeitgebers, andernfalls drohe eine Abmahnung.
Toleranter hätten sich Arbeitsgerichte in Streitfällen gezeigt, wenn es ums Radiohören am Arbeitsplatz geht. „Solange Kollegen sich nicht gestört fühlen und die Arbeitsleistung nicht darunter leidet, kann ein Mitarbeiter grundsätzlich die WM am Radio mitverfolgen“, sagt Byers. Auch einen Liveticker am Smartphone zu verfolgen, werde regelmäßig möglich sein.
Positiver Wirtschaftseffekt durch WM
Gleichzeitig rät der Arbeitsrechtler zu Pragmatismus. „Für das Betriebsklima kann es mehr als förderlich sein, wenn Unternehmen proaktiv während eines WM-Spiels über Spielstände informieren oder ein gemeinsames Public Viewing im Betrieb anbieten“, sagt Byers. „Das stärkt das Gemeinschaftsgefühl und den Zusammenhalt innerhalb der Belegschaft.“
Der Produktivitätsverlust ist zudem nur die eine Seite. Umgekehrt kann die Wirtschaft auch mit einem Konjunktureffekt durch die WM rechnen, insbesondere in den drei Gastgeberländern. Allein für Mexiko, Kanada und die USA prognostiziert der Fußballweltverband Fifa zusätzliche Einnahmen in Höhe von 40,7 Milliarden Dollar.
Mehr: Die Maschinerie der Fußball-WM stößt an ihre Grenzen
Mehr Qualität in Ihren Suchergebnissen
ما الذي يجب مراقبته
توقعات الذكاء الاصطناعي — احتمالات وليست حقائق
Global productivity loss of over $17 billion due to World Cup 2026.
مرجح · المدى القصير
Germany faces $1.3 billion in productivity loss.
مرجح · المدى القصير
أسئلة مفتوحة
- How will companies manage productivity during the tournament?
- Will employees face disciplinary actions for World Cup-related absences?



