Gefängnis in den Sümpfen Floridas sperrt berüchtigten Abschiebeknast »Alligator Alcatraz« zu
Die Haftanstalt galt als Sinnbild für Donald Trumps überharte Migrationspolitik – die Kosten sind gigantisch. Nun schließt »Alligator Alcatraz« in der Wildnis Floridas. Grund ist angeblich auch das Wetter.
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- Das umstrittene US-Abschiebegefängnis »Alligator Alcatraz« in den Everglades-Sümpfen Floridas wurde nach knapp einjährigem Betrieb geschlossen.
- Gouverneur Ron DeSantis begründete dies mit dem Erfüllen des Zwecks und der bevorstehenden Wirbelsturm-Saison, während Menschenrechts- und Umweltorganisationen die hohen Kosten und Misshandlungen kritisierten.
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Das berüchtigte US-Abschiebegefängnis »Alligator Alcatraz« hat nach knapp einjährigem Betrieb zugemacht. Die Einrichtung im Bundesstaat Florida habe keine Insassen mehr und ihren Zweck erfüllt, erklärte der republikanische Gouverneur Ron DeSantis am Donnerstag bei einem Ortstermin mit dem US-Grenzbeauftragten Tom Homan.
Menschenrechts- und Umweltorganisationen hatten das Zentrum von Anfang an heftig kritisiert. Das Abschiebegefängnis in den Everglades-Sümpfen stand exemplarisch für die harte Migrationspolitik der US-Regierung, die von Florida unterstützt wird. Präsident Donald Trump hatte das Gefängnis in seiner Wahlheimat Florida im vergangenen Juli besucht und die harschen Haftbedingungen in dem von Alligatoren wimmelnden Sumpfgebiet gelobt.
Die Wahl des Standorts hatte die Regierung damit begründet, dass die Umgebung Häftlinge von einer Flucht abhalten sollten. Der Name »Alcatraz« spielt auf das berüchtigte Hochsicherheitsgefängnis in der Bucht von San Francisco an.
DeSantis sagte, es seien »viele gefährliche Leute« über »Alligator Alcatraz« abgeschoben worden. Nach seinen Angaben wurden insgesamt mehr als 22.000 Insassen durch das Zentrum geschleust. Die Einwanderungsbehörde ICE hatte die verbleibenden Migranten zuvor in andere Einrichtungen verlegt und dies mit der bevorstehenden Wirbelsturm-Saison begründet.
Der provisorische Bau mit Zellen für Migranten war vor knapp einem Jahr innerhalb von nur acht Tagen auf einem ehemaligen Flugplatz errichtet worden. Der Spitzname spielte auf das frühere Alcatraz-Gefängnis auf einer Insel vor San Francisco an, das heute ein Museum und eine Touristenattraktion ist.
Menschenrechtsorganisationen und Insassen berichteten wiederholt von Misshandlungen in dem Zentrum. Gegner des Projekts mahnten die käfigartigen Zellen für Häftlinge und mangelnde Hygiene an. Die Regierung bezeichnete die Vorwürfe als haltlos.
Umweltschützer und Ureinwohner vom Stamm der Miccosukee kritisierten zudem, die Einrichtung bedrohe das Ökosystem der Everglades. Sie gingen juristisch gegen das Abschiebezentrum vor und wollen weiterhin einen vollständigen Rückbau erreichen. Eine entsprechende Klage war im September 2025 allerdings gescheitert. Umstritten waren auch die hohen Kosten von geschätzt mehr als einer Milliarde Dollar (rund 880 Millionen Euro).





