Hamburger Tierschutzverein: Traurige Bilanz der Sommerferien – Tierheim am Limit
نظرة سريعة
- Der Hamburger Tierschutzverein meldet eine traurige Bilanz für die Sommerferien: Seit Juni wurden 183 Fundtiere aufgenommen, die nicht abgeholt wurden, wodurch das Tierheim Süderstraße an seine Kapazitätsgrenzen stößt.
- Viele Tiere werden ausgesetzt, was zu Aufnahmestopps und Problemen bei der Vermittlung von Langzeitschützlingen führt.
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Der Hamburger Tierschutzverein verzeichnet in den Sommerferien einen starken Anstieg an Fundtieren, die nicht abgeholt werden, was zu Kapazitätsengpässen und Aufnahmestopps führt. Viele Tiere werden mutmaßlich ausgesetzt, da Halter keine Betreuung für den Urlaub organisieren.
Der Hamburger Tierschutzverein zieht in den Sommerferien eine erste Bilanz - und die fällt eher traurig aus. Seit Anfang Juni habe das Tierheim Süderstraße 183 Fundtiere aufgenommen, die von ihren Haltern bislang nicht abgeholt worden seien. «Wir sind doch bei verschiedenen Tiergruppen an den Kapazitätsgrenzen», sagte Tierheim-Sprecher Sven Fraaß der Deutschen Presse-Agentur. Gleichzeitig waren seit Anfang Juni 33 gefundene Tiere - vor allem Hunde, Katzen und Brieftauben - von ihren Besitzern wieder abgeholt worden.
Das Hamburger Tierheim gehört gemessen am Bestand neben Berlin und München zu den größten Tierheimen Deutschlands. Ende Juli lebten 140 Hunde, 171 Katzen, 408 Kleintiere und 139 Wildtiere in der Süderstraße.
Starker Zuwachs vor den Sommerferien
Besonders in den Wochen vor und während der Sommerferien nehme die Zahl der aufgenommenen Tiere deutlich zu. «Wir merken, dass diese größeren Wellen im Laufe der Monate vor den Sommerferien signifikanter werden», sagte Fraaß.
Zudem seien zahlreiche Tiere mutmaßlich ausgesetzt worden. Unter ihnen seien Hunde, Katzen, Kaninchen, Ziervögel, Schildkröten und andere Kleintiere. Nach Angaben des Vereins verschärfe sich die Situation jedes Jahr mit Beginn der der Ferienzeit. Viele Menschen stünden vor der Frage, wer ihre Haustiere während des Urlaubs versorge. Statt rechtzeitig eine Betreuung zu organisieren oder Tierpensionen in Anspruch zu nehmen, würden manche ihre Tiere zurücklassen oder aussetzen.
«Wir sind jedes Jahr wieder entsetzt, wie leichtfertig sich gewissenlose Menschen zur Ferienzeit ihrer Familienmitglieder entledigen. Sie setzen ihr Tier irgendwo aus, wo es im Zweifelsfall nicht gefunden wird», sagte die Vorsitzende des Hamburger Tierschutzvereins, Janet Bernhardt.
Tierheim am Limit: Aufnahmestopps für mehrere Tierarten
Nach Angaben des Vereins überleben viele ausgesetzte Tiere die Strapazen nicht. Für 22 Tiere sei in den vergangenen Wochen jede Hilfe zu spät gekommen, darunter waren Kaninchen und Katzen. Die Dunkelziffer der mutmaßlichen Urlaubsopfer schätzt der Verein jedoch deutlich höher. Viele Tiere würden nicht rechtzeitig gefunden und im Verbogenen sterben. Zudem gibt es immer wieder Aufnahmestopps im Tierheim.
Durch die steigenden Tierzahlen kommt das Tierheim nach eigenen Angaben immer öfter an seine Belastungsgrenze. Derzeit gibt es Aufnahmestopps für Katzen, Reptilien, Ziervögel, Aquarientiere und Hausgeflügel wie Hühner. Geringe Kapazitäten gibt es noch für Hunde, Katzen und Kleinsäuger wie Hamster, Kaninchen und Meerschweinchen.
Langzeitschützlinge: Wenn Tiere kein Zuhause finden
Gleichzeitig kämpft das Tierheim mit sogenannten Langzeitschützlingen. Besonders bei Hunden blieben manche Tiere über Monate oder sogar Jahre im Tierheim. Nach Einschätzung des Vereins handelt es sich dabei teilweise auch um Hunde, die während der Corona-Pandemie angeschafft wurden. Weil Hundeschulen und Trainingsangebote zeitweise nur eingeschränkt möglich gewesen seien, hätten einige Tiere Defizite in der Erziehung oder Sozialisierung entwickelt. Das erschwere ihre Vermittlung bis heute und blockiere Plätze für neu aufgenommene Hunde.
أسئلة مفتوحة
- Wie viele ausgesetzte Tiere überleben nicht?
- Welche langfristigen Lösungen gibt es für die Kapazitätsprobleme?
- Wie kann die Dunkelziffer der ausgesetzten Tiere genauer erfasst werden?

