Katar dementiert geplantes Treffen zwischen US-Vertretern und Iran
US-Vertreter seien nur in Doha, um mit Vermittlern über Fortschritte im Krieg zu beraten, teilt das katarische Außenministerium mit.
نظرة سريعة
- Katar widerspricht Donald Trumps Darstellung eines geplanten Treffens zwischen US- und iranischen Vertretern in Doha.
- Parallel bleiben die Straße von Hormus, eingefrorene Gelder und regionale Angriffe zentrale Streitpunkte.
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لماذا يهم
Der Liveblog beschreibt den Krieg in Nahost, die Rolle Katars als Vermittler zwischen den USA und Iran sowie Streitpunkte wie die Straße von Hormus, eingefrorene iranische Gelder und regionale Militäraktionen. Viele Angaben stammen von Konfliktparteien und lassen sich teilweise nicht unabhängig überprüfen.
Katar hat Berichte über ein für Dienstag geplantes Treffen zwischen Vertretern der USA und Irans in Doha zurückgewiesen. Ein Sprecher des katarischen Außenministeriums sagte, Trumps Schwiegersohn Jared Kushner und der US-Sondergesandte Steve Witkoff seien zwar im Land, ein Treffen mit iranischen Vertretern sei aber nicht geplant. Die US-Vertreter würden nur Vermittler treffen, um über Fortschritte in den Verhandlungen zum Krieg zu sprechen. „Wir erwarten im Moment keine hochrangigen iranischen Vertreter“, sagte der Sprecher.
US-Präsident Donald Trump hatte am Montag erneut Gespräche zwischen den USA und Iran in Doha angekündigt. „Iran hat um ein Treffen gebeten“, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. Weitere Angaben zum Ziel der Gespräche machte er nicht.
Von iranischer Seite hieß es bereits zuvor, eine Gesprächsrunde werde erst stattfinden, „sobald die Voraussetzungen geschaffen sind“ und man sich auf Termin und Ort geeinigt habe. Nach Angaben des katarischen Sprechers hängen Fortschritte in den Verhandlungen eng mit der Frage eingefrorener iranischer Vermögenswerte im Ausland zusammen, deren Freigabe Teheran fordert. Bisher habe dazu aber kein Transfer von Geldern stattgefunden.
Teheran kündigte an, mit dem Vermittler Katar über die Umsetzung des Übergangsabkommens mit den USA zu sprechen. Ein Hauptthema der Gespräche am Mittwoch sei die Freigabe eingefrorener iranischer Gelder, teilte das iranische Außenministerium mit. Treffen mit Vertretern der US-Regierung seien in den kommenden Tagen nicht geplant. Nach Angaben des katarischen Außenministeriums sind sechs Milliarden Dollar an eingefrorenen iranischen Geldern in Katar noch nicht nach Teheran überwiesen worden.
Der iranische Präsident Massud Peseschkian hatte staatlichen Medien zufolge erklärt, nach einer Einigung mit den USA zur Aufhebung von Sanktionen im Öl- und Petrochemiesektor würden sechs Milliarden von insgesamt zwölf Milliarden Dollar an eingefrorenen iranischen Geldern aus Katar freigegeben.
Iran wies zudem Berichte über ein baldiges Treffen technischer Arbeitsgruppen zur Umsetzung der Absichtserklärung mit den USA zurück. In dieser Woche seien keine Treffen dieser Art geplant, sagte der stellvertretende iranische Außenminister Kazem Gharibabadi der Nachrichtenagentur Tasnim zufolge. Zuvor hatte Reuters unter Berufung auf eine mit den Verhandlungen vertraute Person gemeldet, technische Teams beider Länder sollten in den kommenden Tagen in Doha zusammenkommen.
Gharibabadi sagte, Konsultationen zwischen Iran und Katar über US-Verpflichtungen würden wie geplant fortgesetzt. Die Gespräche der technischen Arbeitsgruppen in Doha seien jedoch nicht bestätigt. Laut der iranischen Nachrichtenagentur Isna sagte Gharibabadi außerdem: „Das Abhalten von technischen Sitzungen der Arbeitsgruppen ist für diese Woche nicht geplant.“ Konsultationen würden über Vermittler fortgesetzt.
Die USA und Iran wollen ihre gegenseitigen Angriffe im Streit um die Straße von Hormus US-Angaben zufolge vorerst einstellen und weiter verhandeln. „Beide Seiten werden vorerst von weiteren Maßnahmen absehen", erfuhr die Nachrichtenagentur dpa aus informierten Kreisen in Washington. Schiffe könnten frei verkehren, während die technischen Gespräche zur Umsetzung des Rahmenabkommens fortgesetzt werden sollten. Ein ranghoher Beamter sagte, diese seien für die kommenden Tage geplant. Kanäle zur Konfliktvermeidung seien eingerichtet und funktionsfähig.
Das US-Portal Axios berichtete, beide Seiten wollten sich in Doha treffen, um ihren Streit um die Straße von Hormus beizulegen. Eine offizielle Bestätigung gab es zunächst nicht. US-Außenminister Marco Rubio hatte technische Gespräche für Montag oder Dienstag in Aussicht gestellt, die erneut in der Schweiz stattfinden sollten. Erwartet wurde, dass es dabei um Irans Atomprogramm geht. Wegen der jüngsten Eskalation seien die Gespräche jedoch verlegt und der Schwerpunkt auf die Straße von Hormus gelegt worden, meldete Axios.
In den vergangenen Tagen hatte es erneut Angriffe des US-Militärs in Iran nach Attacken auf Schiffe in der Meerenge gegeben, die Washington Teheran zugeschrieben hatte. Irans Revolutionsgarde attackierte wiederum Ziele in den mit den USA verbündeten Golfstaaten Kuwait und Bahrain. Auslöser waren unterschiedliche Auslegungen eines vor rund zwei Wochen unterzeichneten Rahmenabkommens zur Beendigung des Krieges, insbesondere hinsichtlich der Bestimmungen zur für den Welthandel wichtigen Straße von Hormus.
Iran wies eine internationale Beteiligung an der Minenräumung in der Straße von Hormus entschieden zurück. Vizeaußenminister Kasem Gharibabadi erklärte auf der Plattform X, der von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron vorgeschlagene Einsatz mit Partnerstaaten verstoße gegen ein bestehendes Rahmenabkommen. Dieses sehe vor, dass die Verantwortung für die Minenräumung ausschließlich bei Iran liege.
Gharibabadi sagte, Teheran werde eine gemeinsame Operation niemals zulassen. Zugleich warf er Paris vor, mit solchen Initiativen die angespannte Lage in der strategisch wichtigen Meerenge im Persischen Golf durch zusätzliche „Provokationen“ weiter zu belasten.
Macron hatte beim Besuch des Sultans von Oman, Haitham bin Tarik, in Paris auch über die Straße von Hormus gesprochen. „Wir haben beschlossen, gemeinsam mit unseren Partnern an der Minenräumung in der Meerenge mitzuwirken, um die Seewege zu sichern und eine freie und bedingungslose Durchfahrt durch die Straße von Hormus zu gewährleisten“, teilte Macron nach dem Treffen auf X mit.
Der Élysée-Palast veröffentlichte anschließend eine gemeinsame Erklärung, in der die Bedeutung der Wiederöffnung der Straße von Hormus und das Bekenntnis zur freien Schifffahrt betont wurden. Auf Nachfrage präzisierte der Élysée-Palast nicht, ob Oman die von Frankreich und Großbritannien angeschobene Initiative zu einer internationalen Marine-Mission nach Ende aller Kampfhandlungen unterstützt oder ob es weitergehende Pläne von Frankreich und Oman gibt.
In Israel hat die Polizei einen 20 Jahre alten US-Bürger wegen des Verdachts auf Spionage für den iranischen Geheimdienst festgenommen. Israelischen Zeitungen zufolge, die sich auf die Polizei beriefen, soll der Mann aus dem Großraum Jerusalem „sensible Orte“ in Israel fotografiert und gefilmt haben. Dafür soll er pro Auftrag bis zu Hunderte Dollar erhalten haben. Er soll wegen Kontaktaufnahme zu einem ausländischen Agenten und Gefährdung der nationalen Sicherheit Israels angeklagt werden.
Die Polizei teilte mit, der Mann sei bereits am 9. Juni in Zusammenarbeit mit dem israelischen Inlandsgeheimdienst Shin Bet nach Hinweisen internationaler Sicherheitsdienste in Gewahrsam genommen worden. Welche ausländischen Geheimdienste beteiligt waren, wurde nicht genannt.
Der israelische Botschafter in Deutschland, Ron Prosor, forderte Europa auf, die libanesische Regierung im Kampf gegen die mit Iran verbündete Hisbollah-Miliz zu unterstützen. "Die Europäer müssen die libanesische Regierung jetzt mit aller Kraft unterstützen, sich gegen die Hisbollah durchzusetzen und damit den Würgegriff Irans zu beenden", sagte Prosor der Nachrichtenagentur Reuters. "Es geht um nichts Geringeres als die historische Chance auf Frieden in der Region." Erstmals seien die Interessen Libanons und Israels "offiziell vollständig deckungsgleich", sagte Prosor.
„Für beide Länder ist die Entwaffnung der Hisbollah entscheidend. Die Terroristen stehen mit dem Rücken zur Wand, der Druck auf sie darf nicht nachlassen“, sagte Prosor.
Die israelische Armee teilte mit, sie habe im Süden Libanons einen weitreichenden unterirdischen Tunnel der Hisbollah zerstört. In einer gemeinsamen Mitteilung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Israel Katz war von „Terrorinfrastruktur“ im Gebiet des Ortes Madschdal Sun die Rede. Der Tunnel sei mehr als 200 Meter lang und über 25 Meter tief gewesen. Dort sollen Hunderte Waffen gelagert worden sein, außerdem hätten sich dort mehrere Abschussschächte für Angriffe auf Israel befunden. Der Tunnel lag nach Militärangaben rund zehn Kilometer von der israelischen Grenze entfernt.
Die USA seien vor der Zerstörungsaktion informiert worden, hieß es weiter. Libanesische Anwohner berichteten, während der massiven Explosion habe die Erde gebebt.
In Syrien griff Israels Armee nach dortigen Angaben Ziele in der südlichen Provinz Daraa an. Die staatliche Nachrichtenagentur Sana berichtete, israelische Militärfahrzeuge seien in den Ort Abdin eingefahren. Anwohner hätten Straßen blockiert und Steine geworfen. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete, nach der Konfrontation habe Israel das Gebiet mit Artillerie und Maschinengewehren beschossen, woraufhin mehrere Familien geflohen seien.
Die israelische Armee teilte am Sonntag mit, sie habe am Samstag „mehrere bewaffnete Terroristen“ im südlichen Syrien getötet. Die Armee werde dort weiter im Einsatz bleiben, um Bedrohungen für israelische Zivilisten und Soldaten zu beseitigen. Zu den Vorfällen in Abdin am Sonntagabend äußerte sich die Armee nicht.
Ein Anwohner sagte der Deutschen Presse-Agentur, israelische Soldaten hätten einen Kontrollpunkt am Ortseingang von Abdin errichtet und Anwohner teils durchsucht. Er bestätigte, dass Anwohner daraufhin die Straße blockiert und Steine geworfen hätten. Die Soldaten seien am späten Abend abgezogen, danach sei der Ort angegriffen worden. Einige Familien seien in Panik geflohen. Inzwischen habe sich die Lage wieder beruhigt.
Sana berichtete, die Gegend sei „ständig Ziel von Angriffen“ Israels, darunter mit Artillerie, Mörsern und Maschinengewehren. Israelische Soldaten würden in Daraa auch militärische Kontrollpunkte errichten, Häuser durchsuchen und Anwohner befragen.
In Syrien war Ende 2024 der langjährige Machthaber Baschar al-Assad gestürzt worden. Seitdem hat Israels Armee die Einsätze im südlichen Syrien deutlich ausgeweitet. Israel hatte ein Deeskalationsabkommen beider Länder von 1974 nach dem Sturz Assads für nichtig erklärt und nach dem Umbruch in Syrien Hunderte Ziele in dem Nachbarland bombardiert. Laut Netanjahu soll die Armee in der Region mögliche Angriffe auf israelisches Gebiet verhindern und die religiöse Minderheit der Drusen schützen, die als Verbündete Israels gelten. Israel hat Sorge, dass mit Iran verbündete Gruppen nahe den Golanhöhen erstarken könnten. Syrien betrachtet das Vorgehen als völkerrechtswidrige Besetzung seines Hoheitsgebiets.
Iran hat nach eigenen Angaben wegen der jüngsten Angriffe auf das Land und aus seiner Sicht unerfüllter Bedingungen der Absichtserklärung mit den USA nicht an für Sonntag geplanten technischen Gesprächen teilgenommen. "Einer der Gründe ist etwa zu prüfen, ob wir Zugang zu den freigegebenen Geldern haben", sagte Mehdi Fazaeili, ein Mitarbeiter aus dem Büro des geistlichen Oberhaupts, im staatlichen Fernsehen. "Wenn wir darauf nicht zugreifen können, ist diese Bedingung nicht erfüllt", sagte er. Eine Stellungnahme der USA lag zunächst nicht vor.
Einflussreiche iranische Geistliche forderten nach den jüngsten amerikanischen Angriffen einen Abbruch der Verhandlungen mit den USA. In einer Erklärung der theologischen Zentren in der Pilgerstadt Ghom wurden der Präsident, die Mitglieder des Sicherheitsrats und das Verhandlungsteam aufgefordert, bei einem erneuten Vertragsbruch die Gespräche mit den USA unverzüglich zu beenden.
ما الذي يجب مراقبته
توقعات الذكاء الاصطناعي — احتمالات وليست حقائق
Katar dürfte seine Vermittlungsgespräche mit den beteiligten Seiten fortsetzen.
مرجح · خلال أيام
Die Frage der eingefrorenen iranischen Gelder bleibt ein zentrales Thema der weiteren Gespräche.
مرجح جداً · خلال أيام
Der Streit über internationale Minenräumung in der Straße von Hormus dürfte diplomatisch weiter eskalieren.
محتمل · خلال أسابيع
أسئلة مفتوحة
- Wann und unter welchen Bedingungen könnten direkte Gespräche zwischen den USA und Iran stattfinden?
- Werden die sechs Milliarden Dollar eingefrorener iranischer Gelder tatsächlich nach Teheran überwiesen?
- Welche Staaten würden sich an einer möglichen Minenräumungsmission in der Straße von Hormus beteiligen?
- Welche Folgen haben die israelischen Operationen in Syrien und Libanon für die regionale Lage?

