Lettland: Zollbeamte kontrollieren Lkw mit Prosecco an der Grenze zu Russland
نظرة سريعة
- Lettische Zollbeamte kontrollieren Lkw an der Grenze zu Russland streng auf Sanktionsverstöße.
- Sie beschlagnahmen Waren, die eigentlich nach Russland bestimmt sind, aber über Drittländer geschleust werden sollen.
- Die Arbeit sei auch eine Unterstützung für die Ukraine.
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لماذا يهم
Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine und den westlichen Sanktionen hat sich die Arbeit an der EU-Außengrenze stark verändert. Es warten deutlich weniger Lkw als früher jeden Tag, um über die Grenze zu dürfen. Die, die kommen, müssen dafür aber um so intensiver nach Sanktionsverstößen kontrolliert werden. Lettland verfolgt Verstöße besonders konsequent, da das baltische EU-Land Russland als Sicherheitsrisiko betrachtet.
Kisten mit Prosecco stehen auf der Ladefläche eines Lastwagens am Grenzübergang Terehova im Osten Lettlands. Dahinter beginnt Russland.
Doch bevor der Lkw weiterfahren darf, kontrolliert Zollbeamter Igors Solovjevs die Fracht genau. "Wir schauen jetzt nach, ob die Ladung auch wirklich dem entspricht, was in den Zoll-Dokumenten angegeben wurde", sagt er.
Alkohol kann unter die Sanktionen der Europäischen Union fallen, etwa dann, wenn es sich um teure Luxuswaren handelt. "Eine Flasche 300-Euro-Champagner zählt als Luxusgut. Das dürfte nicht weiter nach Russland", erklärt Solovjevs.
Der Prosecco auf diesem Lkw sei allerdings günstig genug, um die Grenze passieren zu dürfen.
Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine und den westlichen Sanktionen hat sich die Arbeit an der EU-Außengrenze stark verändert. Es warten deutlich weniger Lkw als früher jeden Tag, um über die Grenze zu dürfen. Die, die kommen, müssen dafür aber um so intensiver nach Sanktionsverstößen kontrolliert werden.
Schmuggler fälschen Frachtpapiere
"In den Frachtpapieren steht oft zum Beispiel, dass die Ware nach Kasachstan geliefert werden soll", berichtet Guntars Kokins, stellvertretender Leiter der Zollverwaltung in der Region Latgale: "In Wahrheit bleibt sie aber in Russland."
Wenn der Verdacht bestehe, dass das eigentliche Ziel der sanktionierten Waren Russland sei, dürfe der Lkw die Grenze nicht passieren.
Die Zusammenarbeit mit russischen Behörden sei seit Kriegsbeginn eingefroren, berichtet Kokins. Früher hätten die Behörden Informationen ausgetauscht, heute ende der Kontakt meist an der letzten Schranke vorm Grenzübergang.
Lettland geht besonders streng vor
Nach Angaben des Zolls werden in Terehova durchschnittlich zwei Fälle pro Woche entdeckt, in denen Sanktionen umgangen werden sollen. Darunter seien etwa zehntausend Schuss Munition gewesen, versteckt in Werkzeugkisten.
Auch Motorräder seien bereits beschlagnahmt worden, die angeblich nach Usbekistan geliefert werden sollten.
Lettland verfolgt Verstöße besonders konsequent. Das baltische EU-Land war lange gezwungenermaßen Teil der Sowjetunion und betrachtet Russland bis heute als Sicherheitsrisiko.
"Hier im Baltikum sagen wir: Es geht um unser Überleben", sagt der Anwalt Edgars Pastars, der Unternehmen berät, die Probleme mit dem Zoll bekommen haben.
Allerdings seien die Sanktionslisten inzwischen so umfangreich und die Regeln so kompliziert formuliert, dass nicht jeder Verstoß vorsätzlich geschehe.
"Sogar Toilettenpapier und Second-Hand-Kleidung sind sanktioniert", sagt Pastars. Oft entscheide der Preis oder ob das Produkt auch für militärische Zwecke missbraucht werden könne.
Beschlagnahmte Waren landen in Lagerhallen
Wird eine Lieferung gestoppt, kommen die Waren in staatliche Lagerhallen. Dort lagern derzeit unter anderem Motoröl, Düngemittel, Chemikalien, Teppiche und teurer Wein.
"Das Spektrum wird immer größer", sagt Jānis Nebars von der staatlichen Sicherstellungsbehörde. Die Zahl der sanktionierten Produkte nehme von Jahr zu Jahr zu.
Was mit den Waren geschieht, entscheidet später ein Gericht. Im Extremfall werden die Eigentümer enteignet und die Produkte verkauft.
Auch ein Akt der Solidarität
Nach Angaben der Behörde hat Lettland bislang bereits mehr als drei Millionen Euro durch den Verkauf beschlagnahmter Güter eingenommen. Der Großteil der Waren liege allerdings noch immer in Lagerhallen.
Zurück an der Grenze kontrolliert Zollbeamter Solovjevs ein letztes Mal den Lkw mit dem Prosecco. Dann darf der Fahrer weiterfahren.
Für Solovjevs ist die Arbeit mehr als nur eine Routinekontrolle: "Wir sehen das auch als Unterstützung für die Ukraine", sagt er. "Wir sind stolz darauf, Europas Grenze zu sichern."
أسئلة مفتوحة
- Wie viele weitere Fälle von Sanktionsumgehung werden in Zukunft aufgedeckt?
- Welche Auswirkungen haben die beschlagnahmten Waren auf die russische Wirtschaft?
- Wie wird die EU ihre Sanktionslisten und Regeln weiter anpassen, um die Komplexität zu reduzieren?



