Lufthansa Mitarbeiterparty: Frust über Lotterie bei 100-Jahr-Feier
نظرة سريعة
- Lufthansa plant Mitarbeiterfeiern zum 100.
- Geburtstag, doch die Ticketvergabe per Lotterie sorgt für Frust.
- Angesichts hoher Kosten und begrenzter Kapazitäten werden nicht alle Beschäftigten teilnehmen können, was zu Kritik und Unmut führt.
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لماذا يهم
Lufthansa is planning employee celebrations for its 100th anniversary in 2026. However, increased fuel costs due to the Iran conflict have led to a need for cost-saving measures. The company announced that tickets for the celebrations in Frankfurt and Munich would be distributed via a lottery due to limited capacity.
Frankfurt. Es ist ein Versprechen von höchster Stelle: „Wir werden eine große Mitarbeiterparty im Sommer in Frankfurt und in München haben. Im Herbst wird es eine in Hamburg geben“, sagte Lufthansa-Chef Carsten Spohr am 24. November vergangenen Jahres bei einer internen Veranstaltung in Frankfurt. 2026 wird das Unternehmen 100 Jahre alt, das soll ordentlich gefeiert werden.
Doch seitdem hat der Irankrieg die Luftfahrtwelt drastisch verändert. Flugbenzin ist doppelt so teuer wie zu Jahresbeginn, Airlines müssen sparen. Die Lufthansa-Führung will dennoch an den geplanten Mitarbeiterfeiern zum 100. Geburtstag des Unternehmens festhalten. Allerdings weniger pompös, als viele Lufthanseaten erwartet hatten. Weil der Platz begrenzt ist, werden die Tickets in einer Lotterie vergeben.
Das wurde den Beschäftigten Anfang Mai mitgeteilt – und sorgt seitdem bei aktiven und ehemaligen Beschäftigten für Frust. Sie fühlen sich ausgeschlossen und kritisieren das Vorgehen mit deutlichen Worten, wie ein Brief an den Vorstand zeigt, der dem Handelsblatt vorliegt.
Es begann gut, was die Lufthanseaten in einem am 4. Mai erschienenen Artikel des Mitarbeitermagazins „One“ lasen. Mit „LH100 The Festival“ war der Beitrag überschrieben. Es sei an der Zeit, gemeinsam zu feiern: am 10. Juni in Frankfurt und am 22. Juli in München. Die „Fantastischen Vier“ würden kommen, weitere „Live-Acts“ seien geplant.
Trotz der aktuellen wirtschaftlichen Situation stehe das Unternehmen klar hinter einer Entscheidung. „Ein Jubiläum dieser Größenordnung erlebt man einmal im Leben. Diesen Moment zu streichen, wäre ein Verlust, der sich nicht nachholen lässt“, heißt es in dem Beitrag an die Beschäftigten. Ein Großteil der Kosten sei ohnehin bereits angefallen und vertraglich gebunden.
Was dann folgte, sorgte allerdings für Irritationen. „Bitte beachten Sie: Die Anzahl der Teilnehmenden ist begrenzt.“ Das Los werde entscheiden, wer teilnehmen darf und wer nicht. Ausführlich wird in den folgenden Zeilen das Lotterieverfahren erklärt. Es gebe keine Barauszahlung des Preises, auch seien keine Begleitpersonen erlaubt, der Rechtsweg sei ausgeschlossen.
Das Vorgehen blieb in den internen Chatgruppen und Foren nicht lange unkommentiert. Eine Feier „für alle“ wäre ein Zeichen der Wertschätzung, heißt es in einer Nachricht, die dem Handelsblatt vorliegt. Andere Beschäftigte äußern in internen Kanälen Protest, indem sie das Verfahren auf diese Formel bringen: „Bewerben, gewinnen und nicht hingehen.“
Ein Sprecher des Unternehmens verteidigt das Vorgehen. Man gehe bei den Feiern an die Kapazitätsgrenze. In Frankfurt und München sollen jeweils rund 4000 Beschäftigte Platz finden. Eine ähnliche Größenordnung ist für Hamburg geplant, ein großer Standort der Wartungstochter Lufthansa Technik. Das Problem: Allein in Frankfurt und München gibt es rund 48.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Das Losverfahren sei keine Sparmaßnahme, erklärte der Sprecher. Führungskräfte bestätigen: Alle Aktivitäten der 100-Jahr-Feiern seien von den aktuell laufenden Maßnahmen, die Kosten zu senken, ausgenommen. Internen Informationen zufolge kosten die Mitarbeiterfeiern eine siebenstellige Summe. Viele im Konzern sehen die widrigen Rahmenbedingungen, mit denen Lufthansa derzeit zu kämpfen hat. Dennoch irritiert das Vorgehen mit der Lotterie. „Entweder man feiert mit allen oder gar nicht“, sagte eine Führungskraft.
Unfair behandelt fühlen sich vor allem Beschäftigte der Konzerngesellschaften jenseits von Lufthansa Airlines wie etwa Lufthansa Cargo oder Lufthansa Systems. Hier kursiert in den internen Chatgruppen der Verdacht, dass man bei der Ticketzuteilung zugunsten der Kernmarke Lufthansa Airlines bewusst übergangen werde. Ein Sprecher des Unternehmens widerspricht. Auch Mitarbeiter anderer Konzerngesellschaften hätten schon Tickets bekommen. Da aber bei Lufthansa Airlines deutlich mehr Menschen arbeiten würden als etwa bei Lufthansa Cargo, ergebe sich mathematisch, dass die Zuteilung hier entsprechend größer sei.
Deutliche Worte findet eine Gruppe von aktiven und ehemaligen Beschäftigten in einem Brief, den sie an den Konzernvorstand verfasst hat. „Wir haben alle den Kranich im Herzen, wie Sie, Herr Spohr, es treffend auf der Hauptversammlung gesagt haben“, heißt es dort: „Gerade deshalb schreiben wir Ihnen und bitten dringlichst um Ihre finanzielle Nachjustierung der Jubiläumsfeiern.“
Das Lufthansa-Team sei krisenerprobt, alle seien Teil der Erfolgsgeschichte, schreiben die Autoren. Zudem sei der „return on human capital“ unersetzlich für die Zukunft. Der Brief wurde nach Angaben von Beschäftigten in einer internen Facebook-Gruppe verbreitet. Dort habe er zahlreiche „Likes“ bekommen – Ausdruck für Zustimmung.
Lufthansa versucht, die Wogen zu glätten. Es werde verteilt über das gesamte Jubiläumsjahr Angebote und Aktionen geben, sagte der Sprecher: „Gleichzeitig ist uns die Verbundenheit mit unseren ehemaligen Lufthanseatinnen und Lufthanseaten ein besonderes Anliegen. Umso mehr freuen wir uns, am 19. Juni 2026 im Hangar One einen eigenen Ehemaligentag im Rahmen der Jubiläumsaktivitäten auszurichten.“ Der Hangar One ist das neue Konferenzzentrum des Unternehmens am Frankfurter Flughafen.
Das Problem: Die Stimmung im Unternehmen ist ohnehin angespannt. Das fliegende Personal der Kernmarke liegt im Clinch mit dem Management und hat tagelang gestreikt. Damit haben sie wiederum den Unmut anderer Beschäftigungsgruppen auf sich gezogen. Die Spaltung zeigt sich auch in dem Brief an den Vorstand.
Dort wird auf die zentrale Feier von aktiven und ehemaligen Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats mit Bundeskanzler Friedrich Merz Mitte April verwiesen. Es wäre nicht schlecht gewesen, zu diesem Festakt auch eine bestimmte Quote von Mitarbeitenden aller Gesellschaften dabeizuhaben, schreiben die Verfasser des Briefes. „Nur aus Wertschätzung! Es hätte nichts gekostet.“
أسئلة مفتوحة
- Will Lufthansa reconsider the lottery system or offer alternative forms of appreciation for employees who do not receive tickets?
- What are the specific cost-saving measures being implemented across the company beyond the employee celebrations?
- How will the current internal discontent affect employee morale and productivity in the long term?
- What is the exact total cost of the 100th-anniversary celebrations?





