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Migrationsansturm auf Ceuta: Politische Spannungen und Push-Pull-Faktoren
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Süddeutsche Zeitungقبل 3 ساعاتسياسة3 د قراءةGermany

Migrationsansturm auf Ceuta: Politische Spannungen und Push-Pull-Faktoren

نظرة سريعة

  • Tausende Migranten stürmten die spanische Exklave Ceuta, was zu politischen Spannungen zwischen Spanien und Marokko führte.
  • Die EU reagierte panisch, während Marokko beschuldigt wird, Migranten als Druckmittel einzusetzen.
  • Ein spanisches Gerichtsurteil und soziale Medien spielten bei der Mobilisierung eine Rolle.

ملخص مُنشأ بالذكاء الاصطناعي

لماذا يهم

Marokko hat in der Vergangenheit Migranten als Druckmittel gegen Spanien eingesetzt, zuletzt 2021. Ein Urteil des Obersten Gerichtshofes, das sofortige Rückführungen über den Seeweg verbietet, wurde als Pull-Faktor interpretiert.

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Der Aufschrei begann eher am rechten politischen Rand, Karten wurden verbreitet, auf denen der schnellste Weg nach Berlin oder Paris berechnet wurde. „Muslime überrennen die EU“, so lautete die Diagnose, die natürlich auch von Elon Musk aus den USA geteilt wurde.

Dabei ging ein wenig unter, dass etwa die Hälfte der etwa 80 000 Einwohner von Ceuta Muslime sind. Und vor allem, dass für die Exklave Sonderregeln gelten, obwohl sie rechtlich zum EU-Gebiet gehört: Ohne Visum kommt kein Migrant aus Ceuta auf das europäische Festland, es gibt zahlreiche Grenzkontrollen. Was wohl vielen Migranten auch erst klar wurde, als sie in Ceuta keine Straßenschilder nach Barcelona sahen. Die dramatischen Bilder versetzten auch die EU in Panik, vorrangig die rechtsgerichteten Länder machten die angeblich viel zu migrantenfreundliche Haltung von Madrid für die Invasion verantwortlich. Insbesondere ein Urteil des Obersten Gerichtshofes, nach dem Geflüchtete, die über den Seeweg spanisches Territorium erreichen, nicht sofort zurückgeschickt werden dürfen. Stattdessen ist ein reguläres ausländerrechtliches Verfahren nötig.

Auf der anderen Seite des politischen Spektrums war man umgekehrt der Ansicht, dass eine so große Menge Migranten nicht ohne Hilfe und Steuerung über die ja ansonsten gut gesicherte Grenze nach Ceuta kommen könnte. In Spanien erinnerte man schnell daran, dass Marokko bereits in den vergangenen Jahren Migranten als Druckmittel eingesetzt hatte. So zum Beispiel 2021, als man in der Hauptstadt Rabat darüber erbost war, dass Spanien den erkrankten Anführer der Unabhängigkeitsbewegung in der West-Sahara zur Behandlung ins Land ließ. Dieses Mal, so die in Madrid verbreitete Theorie, könnte der wenige Tage zurückliegende Besuch von Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez beim Erzrivalen Algerien die Regierung in Marokko zu einer Art Vergeltungsaktion bewogen haben. Unterstützung bekam Spanien zumindest von Estland, das auch schon erlebt hat, wie Russland und Belarus Geflüchtete ins Baltikum schicken.

Indizien gibt es für beide Denkschulen, wenn man sie so bezeichnen mag. Die eine, eher rechte Seite, spricht vor allem von Pull-Faktoren, wie sie in der Migrationsdebatte genannt werden – von Umständen also, die Migranten anziehen. Die andere Seite nennt Push-Faktoren, also Gegebenheiten, die Migranten in die Flucht drängen. Beim Ansturm auf Ceuta haben wohl beide eine Rolle gespielt, sich zu einer Dynamik entwickelt, die alle Seiten überrascht haben: die Regierungen in Spanien und Marokko, und die Geflüchteten selbst.

In Spanien leben viele Marokkaner, das zieht weitere an, die schnell Anschluss finden, Netzwerke, die das Einleben erleichtern. Und natürlich spricht sich herum: Dort ist man netter zu uns als im Rest Europas.

Auf Facebook-Seiten lässt sich nachvollziehen, wie das Urteil des Obersten Gerichtshofes in ziemlich vereinfachter Form weitergegeben wurde. Letztlich hieß es oft: Die Grenze ist offen. Die ersten Marokkaner machten sich dann auf den Weg. Und waren dann selbst überrascht, dass sie auf der marokkanischen Seite der Grenze einfach durchgewinkt wurden. Warum, bleibt bislang Spekulation: Vielleicht, um den Spaniern einen kleinen Denkzettel zu geben. In Facebook-Gruppen wurden Tipps gegeben, wie man am schnellsten über das Meer kommt und wo es Schwimmflossen gibt. Als die ersten in Ceuta ankamen, verbreiteten sie Jubelbilder: „Viva España“. Auf Whatsapp und Messenger hieß es schnell: Lasst es uns einfach probieren. Tausende machten sich mit Schwimmreifen auf den Weg.

Die marokkanischen Behörden ließen die Menschen am Freitag passieren, aus Überforderung oder Kalkül, das ist bislang unklar. Der marokkanische Menschenrechtsrat fordert eine genaue Untersuchung der Vorfälle und verurteilte das besorgniserregende Schweigen von Amtsträgern und Institutionen.

Letztlich kamen die Massenflucht und die internationale, für Marokko nicht gerade schmeichelhafte Berichterstattung zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Am Freitag wurde der Tag des Königshauses begangen, Mohammed VI. feierte den großen Tag mit einer Veranstaltung in der Nähe von Ceuta, auf der die großen Errungenschaften des Landes gepriesen werden sollten.

Das Land hat das, von dem Deutschland nur träumt: eine boomende Automobilproduktion; Renault und Peugeot produzieren dort mittlerweile mehr als eine Million Autos im Jahr. Im ganzen Land werden Hochgeschwindigkeitsstrecken und Straßen gebaut, immer mehr Touristen kommen. Davon erfuhr die Welt nun nichts – die Botschaft der Geflüchteten lautete, dass man nur wegwill.

Dass die Dinge aus dem Ruder laufen, merkte die Regierung am Freitagabend. Sie schickte mehr Polizei an die Grenze und Wasserwerfer. Busse transportierten die zurückgekehrten Migranten in ihre Heimatdörfer. „Ehrlich gesagt, weiß ich gar nicht, warum ich gekommen bin, und jetzt gehe ich zurück“, sagte ein Marokkaner der Agentur Reuters. Etwa 70 andere überlebten die Flucht nicht.

ما الذي يجب مراقبته

توقعات الذكاء الاصطناعي — احتمالات وليست حقائق

  • Der marokkanische Menschenrechtsrat wird eine genaue Untersuchung der Vorfälle fordern.

    مرجح جداً · خلال أيام

أسئلة مفتوحة

  • Warum ließen marokkanische Behörden die Migranten passieren?
  • War das Vorgehen Marokkos kalkuliert oder eine Überforderung?
  • Welche genauen Gründe hatte Marokko für die mutmaßliche Vergeltungsaktion?

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This article was originally published by Süddeutsche Zeitung.

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