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Reallabore: Baden-Württemberg setzt auf Testfelder für Innovationen
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Handelsblatt2‏/6‏/2026تقنية5 د قراءةGermany

Reallabore: Baden-Württemberg setzt auf Testfelder für Innovationen

نظرة سريعة

  • Baden-Württemberg fördert "Reallabore" (regulatorische Sandboxes), um neue Technologien wie das "Industrial Metaverse" schneller zur Marktreife zu bringen.
  • Trotz Erfolgen bremsen rechtliche Hürden und die Skalierbarkeit die breite Anwendung.

ملخص مُنشأ بالذكاء الاصطناعي

لماذا يهم

Germany faces challenges in innovation due to regulatory hurdles. Reallabore, or regulatory sandboxes, are being implemented to test new technologies in controlled environments with relaxed rules. Baden-Württemberg is a leading region in this initiative.

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Technologien sind da – und doch bleibt vieles im Versuchsstadium. Reallabore sollen das ändern. Baden-Württemberg setzt besonders auf das Konzept. Kann Innovation so schneller gelingen? Christian Wermke 02.06.2026 - 15:01 Uhr Artikel anhören

Besucher der Hannover Messe mit VR-Brille: Das Metaverse soll auch dem Mittelstand helfen. Foto: IMAGO/Rüdiger Wölk

Stuttgart, Hannover. Matthias Bues, der beim Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) das Team „Visual Interactive Technologies“ leitet, reicht an einem Stand der Hannover Messe eine Datenbrille. Auf ihr sind optische Marker angebracht, über Infrarotblitze erkennen Sensoren, wie sich die Nutzer im Raum bewegen – und passen das digitale Abbild der Produktionsanlage an, die so auch physisch beim IAO in Stuttgart steht. „Wir wollen der Industrie den Weg ebnen, wirklich in die Nutzung des Metaverse zu kommen“, sagt Bues.

Produkte, Gelände, Anlagen – alles lasse sich als digitaler Zwilling anlegen. „Der Begriff Metaverse hat auf der Konsumentenseite gelitten“, sagt Bues. Aber es gehe hier nicht um Gaming in parallelen Welten. „Das Industrial Metaverse baut auf der echten Welt auf – und kann die reale Industrie verbessern.“

Das Projekt ist eines von mehreren Reallaboren, die gerade in Baden-Württemberg laufen. Denn was hier auf der Messe wie Gegenwart wirkt, bleibt im Alltag oft Experiment. Nicht, weil die Technologie fehlt – sondern weil Genehmigungen, Regeln und Haftungsfragen ihren Einsatz ausbremsen.

Digitaler Zwilling des Fraunhofer IAO in Stuttgart: Echter Mehrwert für die Industrie. Foto: Christian Wermke

Genau hier setzen die Reallabore, auch „Sandboxes“ genannt, an: Der Staat definiert begrenzte Räume, in denen neue Technologien unter erleichterten, unbürokratischeren Bedingungen getestet werden dürfen. Kann Deutschland mit diesem Sandkasten-Prinzip endlich wieder innovativer werden?

Andere Länder machen vor, wie das funktionieren kann: Großbritannien etwa experimentiert seit gut zehn Jahren mit regulatorischen Sandboxes im Finanzsektor, in Asien werden ganze Stadtteile zu Testfeldern erklärt. Mehr als 50 Länder weltweit nutzen solche regulatorischen Freiräume bereits. Die EU schreibt in ihrer KI-Richtlinie zudem vor, dass ab diesem Jahr jedes Land mindestens einen solchen Regel-Sandkasten ermöglichen soll. Deutschland zieht also nach – allerdings auf seine höchst eigene Art. Hier werden Reallabore nicht zentral gesteuert, sondern entstehen bis dato in einem föderalen Flickenteppich.

Die Bundesregierung verabschiedete zwar vor gut einem Jahr einen Reallabor-Gesetzentwurf, um „neue Freiräume für die Erprobung von Innovationen“ zu schaffen. Doch noch steht die Anhörung aus. Seit gut einem Jahr existiert immerhin eine Webseite, die alle Projekte bündelt. Und es gibt fachlichen Austausch zwischen Bund, Bundesländern und Fachbehörden. Doch so richtig kommt die Republik, mal wieder, nicht in die Gänge.

Anders in Baden-Württemberg: „The Länd“, wie sie sich hier selbst gern nennen, hat bis 2024 schon 38 Reallabor-Projekte unterstützt, mit Fördermitteln in Höhe von 104 Millionen Euro, wie eine Sprecherin des Stuttgarter Wirtschaftsministeriums erklärt. Aktuell laufen allein sechs Projekte, die von ihrem Haus gefördert werden – mit mehr als 13 Millionen Euro.

„In Reallaboren können Innovationen getestet werden. Wir können lernen, wo rechtliche Hürden bestehen und Ausnahmen von Gesetzen notwendig sind“, sagt Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU). Diese Erkenntnisse könnten dann zur Grundlage für Bürokratieabbau werden. „Gerade in der Zusammenarbeit mit der wirtschaftsnahen Forschung können Unternehmen davon profitieren.“

Informeller Austausch zwischen Unternehmen

Wie genau, das zeigt sich vor allem in der Arena 2036: In der weißen Halle am Rande des Stuttgarter Uni-Campus haben Industriegrößen wie Bosch und Mercedes-Benz ihre Experimentierflächen und Versuchsanlagen direkt neben Zulieferern und Start-ups aufgebaut. Die Arena ist als Verein strukturiert, hat bis dato 63 Mitglieder – und ist neben zwei Fraunhofer-Instituten und der Filmakademie Baden-Württemberg einer der Träger des Reallabors „Industrial Metaverse“. Mit zwei Millionen Euro wurde das Projekt vom Land gefördert, zwei Jahre wird es laufen.

Halle der Arena 2036 in Stuttgart: Die Unternehmen können sich hier viel stärker vernetzen. Foto: PR

„Der Mensch ist visuell orientiert. Das Metaverse ist viel zugänglicher als eine Excel-Liste“, sagt Heike Wohlfeld, Forschungskoordinatorin der Arena 2036. In virtuellen Modellen lasse sich direkt erkennen, ob Maschinen oder Leitungen in eine Fabrik passen. „Das Bauen von Showrooms, die Inbetriebnahmen von Werkshallen: Das alles lässt sich virtuell umsetzen, ohne Reisekosten.“

Auch von der Arena selbst gibt es einen digitalen Zwilling, der in Echtzeit aktualisiert wird. Gor Hakobyan, der hier mit seiner Firma Waveye Radarsysteme für selbstfahrende Autos und Roboter entwickelt, lobt das Konzept: „Das Reallabor bietet eine tolle Verbindung zu anderen Firmen, die hier ihre Technologiebausteine einbringen.“ Dadurch könne er in der virtuellen Simulation der Arena bis zu 200 Roboter gleichzeitig trainieren.

Ein paar Meter weiter sitzt Bosch. Hier seien schon viele kleine Ideen entstanden und entwickelt worden, die zum Teil in Produkte überführt worden seien, erzählt Research-Ingenieur Jan Hoffmann. „Im Reallabor können wir auf die gleichen Daten zugreifen, dadurch viel kollaborativer mit anderen Unternehmen arbeiten und unmittelbarer miteinander sprechen.“

Aber: Hoffmann reicht das nicht. „Immer wieder bremst uns die gesetzliche Regulatorik aus“, sagt er. „Ich wünsche mir noch mehr Freiheit, Dinge einfach mal in einem gewissen Rahmen auszuprobieren, zu testen. Nur so können wir Innovation wirklich voranbringen.“

Noch hakt es an der Skalierbarkeit

Denn genau da hakt es noch: an der Skalierung in der Realwirtschaft. Selbst wenn die Technologien hier unbürokratischer zum Einsatz kommen: Außerhalb der „Sandbox“ gelten wieder die alten Regeln – etwa der AI Act oder die Datenschutzgrundverordnung. Etablieren Reallabore ein System, das Innovation nur noch in Ausnahmen ermöglicht?

„Was mir noch fehlt, ist der nächste Sprung. Den Wissenschaftlern und Unternehmern zu sagen: Ihr dürft euch in einem mehr oder weniger rechtsfreien Raum ausprobieren“, sagt Katharina Hölzle. „Aber soweit sind wir noch nicht.“ Hölzle ist geschäftsführende Institutsleiterin am Fraunhofer IAO – im Erdgeschoss steht der physische Zwilling, der zur virtuellen Anlage von der Messe passt. Hölzle lobt, was Baden-Württemberg bisher alles gemacht habe. „Aber ich wünsche mir, dass wir das größer denken und in Kooperation mit anderen Bundesländern.“

Katharina Hölzle vom Fraunhofer IAO: „Wir wollen ja schneller werden und nicht im Labor verharren.“ Foto: David Ausserhofer/HPI

Hölzle sagt, dass es mehr und größere Reallabore braucht, die unter realen Bedingungen stattfinden – in Kommunen, auf Straßen, in Behörden, bei Gesundheitsdienstleistern, in Unternehmen und Fabriken. „Erst in diesen Situationen lassen sich neue Ideen auf Praxistauglichkeit testen“, sagt Hölzle. „Wir wollen ja schneller werden und nicht im Labor verharren.“

Ein gelungenes Beispiel ist das Testfeld „Autonomes Fahren Baden-Württemberg“: Auf Strecken zwischen Karlsruhe, Bruchsal und Heilbronn dürfen hochautomatisierte Fahrzeuge im realen Straßenverkehr fahren, die ohne die befristeten Ausnahmegenehmigungen des Reallabors gar keine Zulassung bekämen.

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Wichtig ist für Hölzke aber auch, wie man die Reallabore kommuniziere. „Wir müssen erklären, was da passiert, und die Menschen ermutigen, mitzumachen.“

Noch aber stoßen Firmen und Wissenschaft an Grenzen: Hölzle erzählt von einem Mittelständler, der mit KI Unkraut von Nutzpflanzen unterscheiden will. Die Zulassung bekommt er nicht – weil nicht auszuschließen sei, dass die Sensoren rechts und links des Feldes noch etwas anderes erfassen. Hölzle fragt eine berechtigte Frage: „Brauchen wir dafür wirklich ein Reallabor?“ Oder nicht vielmehr den Mut der Politik zu sagen: Macht es einfach, probiert es mal aus.

Mehr: KI kommt in der Produktion an – und verändert Fabriken schneller als erwartet

Erstpublikation: 15.05.2026, 04:00 Uhr.

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ما الذي يجب مراقبته

توقعات الذكاء الاصطناعي — احتمالات وليست حقائق

  • The federal Reallabor-Gesetzentwurf will undergo hearings and potential amendments.

    مرجح · خلال أشهر

  • Baden-Württemberg will continue to support and expand its Reallabor projects.

    مرجح جداً · خلال سنوات

  • Increased collaboration between German states on Reallabor initiatives.

    محتمل · خلال سنوات

أسئلة مفتوحة

  • Will the federal government's Reallabor-Gesetzentwurf be passed and implemented effectively?
  • Can the 'sandbox' principle be scaled beyond limited test environments to the broader economy?
  • How will the AI Act and GDPR interact with future Reallabore?
  • Will other German states adopt Baden-Württemberg's proactive approach?

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This article was originally published by Handelsblatt.

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