Rückkehrer feiern Waffenstillstand im Südlibanon
نظرة سريعة
- Tausende Vertriebene kehren nach Waffenstillstand in zerstörte Dörfer im Südlibanon zurück.
- Hizbullah inszeniert Triumph, während die Regierung auf Entwaffnung drängt und Iran als Hauptsponsor dankt.
- Die Zukunft bleibt unsicher angesichts andauernder Kämpfe.
ملخص مُنشأ بالذكاء الاصطناعي
لماذا يهم
Nach monatelangen Kämpfen zwischen der israelischen Armee und der Hizbullah im Südlibanon tritt ein Waffenstillstandsabkommen zwischen Iran und den USA in Kraft. Tausende Vertriebene kehren in zerstörte Dörfer zurück.
So sollen also Sieger aussehen. Familien drängen sich in voll beladenen Autos mit verschnürten Matratzenstapeln auf dem Dach. Manche der Insassen recken den ausgestreckten Arm aus dem Fenster und machen das Siegeszeichen. Manche halten die gelb-grüne Flagge der Schiitenorganisation Hizbullah aus dem Fenster, an anderen Autos wehen rote Flaggen, die für Krieg stehen. Sie fahren mit triumphierenden Gesten zurück in zerstörte Dörfer Südlibanons, in denen noch immer Tote aus den Trümmern geborgen werden. Viele Menschen kehren in Häuser zurück, die nur noch Kriegsruinen sind.
Abertausende von Vertriebenen haben sich zuletzt auf den Weg ins Grenzgebiet zu Israel gemacht, in der Hoffnung, die Waffenstillstandsvereinbarung zwischen Iran und den Vereinigten Staaten werde auch dort die Gewalt beenden. Seit Monaten bekämpfen sich die israelische Armee und die von den iranischen Revolutionswächtern gelenkte Hizbullah. Laut dem Text der Übereinkunft, der in der Presse kursiert, soll der Krieg an allen Fronten enden, Libanon inklusive.
„Wir haben keine Angst“, ruft eine verschleierte Frau an einer Kreuzung in der südlibanesischen Stadt Tyrus, von der Rückkehrer ins Grenzland abbiegen. Es ist die erste Station einer von der Hizbullah organisierten Pressetour, weshalb die Straßen mit siegesgewissen Propagandahymnen beschallt werden.
Als eine andere Frau mit einer Handbewegung Sorge und Sicherheitsbedenken erkennen lässt, bittet einer der Hizbullah-Kader freundlich, das Gespräch zu beenden, um den Verkehr nicht zu behindern. Die Schiitenorganisation will mit feiernden Rückkehrern eine Botschaft des Triumphs gegen einen übermächtigen Feind aussenden, dessen Plan, die Menschen aus dem Süden zu vertreiben und den „Widerstand“ der Hizbullah zu brechen, nicht aufgegangen sei.
Ein Hizbullah-Abgeordneter dankt Iran
Ein paar Meter weiter steht Hussein Said Dschechi, ein Abgeordneter der Hizbullah im libanesischen Parlament, und lässt Autos anhalten, um den Leuten Bonbons durchs Fenster zu reichen. Beim nächsten Stopp der Tour posiert er in einem verwüsteten Dorf vor einem Schuttberg, der einmal ein Leichenhaus war, und verkündet: „Wir danken Iran.“ Der Abgeordnete ist gekommen, um die Erzählung seiner Organisation zu verbreiten, laut der die Hauptsponsoren in Teheran den Vereinigten Staaten diesen Deal abgetrotzt hätten, einer Militärmacht, die es gewohnt sei, große Kriege wie zum Beispiel den Zweiten Weltkrieg zu gewinnen. Die Regierung in Beirut solle das besser berücksichtigen und ihre Haltung überdenken.
Denn diese will die Hizbullah entwaffnen und führt direkte Gespräche mit Israel über ein Ende der Gewalt. Wieder und wieder haben Präsident Joseph Aoun und Ministerpräsident Nawaf Salam bekräftigt, nur die libanesische Führung – nicht ausländische Mächte wie Iran – würde in dieser Angelegenheit verhandeln. Die Hizbullah sieht mit dem amerikanisch-iranischen Deal das Momentum auf ihrer Seite. Schließlich habe Teheran den neuen Waffenstillstand erreicht, nicht die Regierung in Beirut. „Man zieht nicht ohne Waffen in die Schlacht“, tönt der Abgeordnete Dschechi. Die Auseinandersetzung über die laufenden Verhandlungen mit Israel bezeichnet er als „politische Schlacht“. Ein Hizbullah-treuer Religionsgelehrter beschimpft die Regierung auf der Tour als „Verräter“.
Die Fahrt geht wenig später weiter. Sie führt vorbei an grauen Trümmern, sonnengebleichten Bildern getöteter Hizbullah-Kämpfer, an zerstörten Läden und Tankstellen, verkohlten Wracks von Autos und Krankenwagen. In Dörfer wie Chehabiyeh, in die jetzt zögerlich das Leben zurückkehrt. Offene Gespräche mit den Menschen, die Hauseingänge von Kriegsschrott räumen oder unter Zeltplanen im Schatten sitzen, sind kaum möglich. Gegenüber den Besuchern singen sie alle das Hohelied auf das Regime in Teheran. Fragen nach der Belastbarkeit der wackligen Ruhe scheinen den Leuten unangenehm zu sein. Es wäre schließlich nicht das erste Mal, dass die Vertriebenen aus Südlibanon ihre Rückkehr feiern, nur um wenig später vor einer neuen Gewalteskalation fliehen zu müssen.
„Morgen wird der Süden wieder voll sein“
Dort, wo sich Leute sicher fühlen, sind auch ganz andere Töne zu hören. Mancher lässt seinem Frust über den Krieg und seine Zerstörungen freien Lauf, beschwert sich darüber, dass die Hizbullah keine Hilfen für den Wiederaufbau bereitstellt.
Ein wortkarger Rückkehrer in Chehabiyeh, der nach Monaten der Vertreibung seinen ersten Morgen in der zerstörten Heimat erlebt, zeigt sich zuversichtlich, dass jetzt Ruhe einkehrt. Das habe er dem „Widerstand“ zu verdanken, erklärt der junge Mann. Mit dieser Vokabel verbrämen Iran und die Hizbullah ihre Feindschaft und Vernichtungsphantasien gegenüber Israel und den Vereinigten Staaten. „Aus Iran“, sagt er auf die Frage, woher das Geld für den Wiederaufbau kommen soll. „Morgen wird der Süden wieder voll sein“, verkündet ein Mann hinter der Theke seines Ladens auf der anderen Straßenseite.
Wie optimistisch diese Ankündigung klingt, daran erinnert eine tief fliegende israelische Drohne, die sich ein paar Kilometer außerhalb des Dorfes mit lautem Sirren bemerkbar macht. Auch an diesem Tag wird in Südlibanon gekämpft. Es werden neue Luftangriffe, Gefechte und Tote gemeldet. Die israelische Regierung will ihren Krieg gegen die Hizbullah nicht beenden. Sie will auch ihre Truppen nicht abziehen, die einen Streifen libanesischen Territoriums entlang der Grenze besetzt halten.
So liegt bei allem Widerstandspathos große Ratlosigkeit über den Aufräumarbeiten in den zerstörten Dörfern. Ein örtlicher Verwaltungsmitarbeiter aus dem Süden lässt das vorsichtig durchschimmern. Wieder und wieder müssten die Leute hier neu anfangen, Zerstörungen beseitigen – bis dann alles wieder von vorn losgehe, sagt er. Den Hizbullah-Abgeordneten Dschechi scheint das nicht zu schrecken. „Wir bleiben hier, Waffenstillstand hin oder her“, sagt er und zieht wenig später von dannen.
ما الذي يجب مراقبته
توقعات الذكاء الاصطناعي — احتمالات وليست حقائق
Die Hizbullah wird ihre Präsenz im Südlibanon aufrechterhalten, ungeachtet des Waffenstillstands.
مرجح جداً · خلال أشهر
Die Kämpfe zwischen Israel und der Hizbullah werden fortgesetzt, trotz des Waffenstillstands.
مرجح · خلال أسابيع
أسئلة مفتوحة
- Wie nachhaltig ist die Ruhe im Südlibanon?
- Wird die Hizbullah entwaffnet?
- Wer finanziert den Wiederaufbau?



