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Ukraine-Krieg: Selenskyj schlägt Putin Treffen vor
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Ukraine-Krieg: Selenskyj schlägt Putin Treffen vor

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Krieg in der UkraineSelenskij schlägt Putin Treffen vor

4. Juni 2026, 21:40 Uhr|

Der ukrainische Präsident schreibt einen offenen Brief an den Kremlherrscher. Die Mehrheit der Russen sei der ukrainischen Raketen- und Drohnenangriffe, der Inflation und der Treibstoffknappheit überdrüssig, heißt es darin.

Alle Entwicklungen im Liveblog

Viele Angaben über den Kriegsverlauf wie Opferzahlen oder Details zu Kämpfen stammen von ukrainischen oder russischen Behörden und lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.

Wichtige Updates

Dobrindt für neue Aufnahmeregeln bei ukrainischen Männern

EU bereitet Beitrittsgespräche mit Ukraine vor

Ungarn und Ukraine legen Streit über Minderheitenrechte bei

Umfeld bestätigt: Schröder in Moskau

Kreise: Europa könnte bald direkt mit Russland über Kriegsende verhandeln

Selenskij schlägt Putin Treffen vor

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij schlägt dem russischen Staatschef Wladimir Putin in einem offenen Brief ein Treffen vor, um ein Ende des Krieges zu vereinbaren. Die Mehrheit der Russen sei der ukrainischen Raketen- und Drohnenangriffe, der Inflation und der Treibstoffknappheit überdrüssig und bereit für den Frieden, erklärt Selenskij.

Sollte Putin nicht zu dem Schluss kommen, dass es Zeit für ein Kriegsende sei, werde die Ukraine weiter um ihre Existenz kämpfen. Dies könne Putins ​Machtposition gefährden. "Es ist eine Tatsache in der russischen Geschichte, die Sie gut kennen: Wenn Russland müde wird, steht ein Wandel bevor", heißt es in dem Schreiben.

Putin zeigt sich bei Wirtschaftsforum weiter siegesgewiss

Kremlchef Wladimir Putin beharrt auf seiner Forderung nach einer vollständigen russischen Kontrolle der Gebiete Donezk und Luhansk als Voraussetzung für einen Frieden in der Ukraine. Die Forderung sei kein Widerspruch zu der postulierten Dialogbereitschaft, sagte Putin beim Treffen mit ausländischen Nachrichtenagenturen.

Der russische Präsident wiederholte dabei alte Thesen: Russland greife auf ganzer Front an, sagte er. Der Ukraine wiederum fehlten Soldaten, weil die monatlichen Verluste und Desertationen bei Weitem die Neurekrutierungen überstiegen. Das Defizit bezifferte er auf insgesamt 30 000 Mann pro Monat. Die Zahl von 15 000 laut Putin in die ukrainische Armee gepressten Rekruten steht dabei im Widerspruch zu den offiziellen Angaben aus Kiew. Danach werden mehr als 30 000 pro Monat neu gewonnen.

Der russische Präsident verwies zur Begründung seiner Forderung nach dem gesamten Donbass auch auf Gebietsgewinne, die das russische Militär seinen Angaben nach ständig mache. Dabei liegt die von ihm angegebene Zahl von 2 440 Quadratkilometern ebenfalls deutlich über Kiews Angaben. Nach Berechnungen regierungsnaher ukrainischer Militärbeobachter hat die russische Armee mit abnehmendem Tempo seit Jahresbeginn knapp 700 Quadratkilometer erobert.

Putin betonte, „wir sind zweifellos dazu bereit, mit der Ukraine eine Vereinbarung zu treffen“. Basis dafür seien jedoch die Abmachungen von Anchorage, betonte der Kremlchef. In der Stadt in Alaska hatte US-Präsident Donald Trump Putin im vergangenen Sommer empfangen. Konkrete Ergebnisse wurden danach allerdings nicht bekannt.

Ukraine meldet Angriff auf russisches Patrouillenschiff vor der Krim

Die ukrainischen Drohnentruppen haben nach eigenen Angaben ein Schiff der russischen Küstenwache vor der annektierten Schwarzmeerhalbinsel Krim beschädigt. „Ein Patrouillenschiff der Swetljak-Klasse wurde gejagt“, teilte der Chef der Einheit, Robert Browdi, bei Facebook mit. Dazu veröffentlichte er ein Video eines nächtlichen Drohnenflugs, das kurz vor dem mutmaßlichen Einschlag auf dem Schiff endet.

Von russischer Seite wurde der Angriff nicht bestätigt. Das russische Militär informierte jedoch über ukrainische Drohnenflüge über der Krim und dem Schwarzen Meer, die demnach abgewehrt wurden.

Russland: Erwarten bald Kontakt zu US-Gesandten Witkoff und Kushner

Der russische Investitionsbeauftragte Kirill Dmitrijew rechnet der staatlichen russischen Nachrichtenagentur RIA zufolge damit, dass es noch in dieser Woche Kontakt zu den US-Unterhändlern Steve Witkoff und Jared Kushner, Schwiegersohn von US-Präsident Trump, geben ​wird. Die beiden hatten bereits zuvor zwischen Russland und der Ukraine vermittelt. Die Friedensbemühungen gerieten ins Stocken, nachdem die USA und Israel am 28. Februar ⁠den Krieg gegen Iran begonnen hatten.

Der US-Sonderbeauftragten Steve Witkoff (r) und Jared Kushner bei einem früheren Gespräch mit dem russischen Präsidenten Putin im Kreml im Dezember 2025. . Alexander Kazakov/Sputnik, Kreml

Russland räumt erstmals gesunkene Ölförderung ein

Russland hat erstmals offiziell ​einen Rückgang seiner Ölförderung eingeräumt. „Die derzeitige Produktion ist in der Tat etwas niedriger als zu Beginn des Jahres“, sagte der für Energiefragen zuständige stellvertretende Ministerpräsident Alexander Nowak auf dem Internationalen Wirtschaftsforum ​in St. Petersburg zu Journalisten. „Das liegt daran, dass einige unserer Ölraffinerien derzeit außerplanmäßig gewartet werden.“ Einen Grund für ⁠diese Arbeiten nannte Nowak nicht. Die Ukraine hat ihre Angriffe auf russische Raffinerien in den vergangenen Monaten jedoch verstärkt, was zu erheblichen Produktionsausfällen führte.

Nach Angaben ‌der Internationalen Energieagentur (IEA) sank die russische Rohölproduktion im April im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 460 000 Barrel pro Tag ‌auf rund 8,8 Millionen Barrel.

Während ​Russland bei seinen Angriffen vor allem ​die ukrainische Energieversorgung ins Visier nimmt, greift die Ukraine seit Monaten verstärkt russische Ölanlagen an. Sie will damit eine wichtige Einnahmequelle der russischen Führung zur Finanzierung ihres Angriffskriegs schwächen. Russland verbot in dieser Woche angesichts der ukrainischen Drohnenangriffe auf Raffinerien und andere Energieinfrastruktur die Ausfuhr von Flugtreibstoff bis zum 30. November. Ziel sei es, die Stabilität auf dem heimischen Kraftstoffmarkt zu gewährleisten, teilte die Regierung mit.

Dobrindt für neue Aufnahmeregeln bei ukrainischen Männern

Deutschland unterstützt eine auf EU-Ebene diskutierte Gesetzesänderung, Männer einer bestimmten Altersgruppe künftig von der Aufnahmerichtlinie für Geflüchtete aus der Ukraine auszuschließen. So äußerte sich Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) vor einem Treffen der EU-Innenminister in Luxemburg.

Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine werden in der Europäischen Union nach der sogenannten Massenzustromrichtlinie aufgenommen. Das Schutzersuchen der Geflüchteten wird dabei nicht individuell geprüft, sie müssen keinen Asylantrag stellen. Wie die Deutsche Presse-Agentur erfuhr, liegen bei dem Treffen der EU-Innenminister zwei Vorschläge auf dem Tisch: Eine Verlängerung der aktuell bis zum 4. März 2027 geltenden Schutzregelung für alle Ukraine-Flüchtlinge in der aktuellen Fassung um ein weiteres Jahr oder eine Verlängerung, bei der ukrainische Männer im Alter zwischen 23 und 60 Jahren vom vorübergehenden Schutz ausgeschlossen würden.

Man habe festgestellt, dass in den vergangenen Monaten der Zuzug von Personen im wehrpflichtigen Alter gestiegen sei, sagte Dobrindt. Damit müsse man umgehen. Das schließe natürlich nicht aus, dass dann für diese Fälle das normale Asylverfahren gelte. Dobrindt zeigte sich zuversichtlich, dass eine Regelung erreicht werde, auch wenn die Details noch nicht ausdiskutiert worden seien.

Krim: Tote und Verletzte nach ukrainischen Drohnenangriffen

Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf die von Russland annektierte Halbinsel Krim im Schwarzen Meer sind nach Angaben der Behörden mindestens vier Menschen getötet worden. Neun weitere Menschen seien bei den Attacken verletzt worden. Der von Moskau eingesetzte Chef der Halbinsel, Sergej Aksjonow, teilte bei Telegram mit, dass in der Krim-Hauptstadt drei Menschen getötet und sieben verletzt worden seien. Details nannte er nicht. Später meldete er noch einen Toten und zwei Verletzte nach einem ukrainischen Drohnenangriff auf einen Nahverkehrszug. Die Ukraine will mit den Attacken auf die Krim vor allem den militärischen Nachschub Russlands stören.

EU bereitet Beitrittsgespräche mit Ukraine vor

Die EU bereitet nach Angaben der zyprischen Ratspräsidentschaft die formelle Eröffnung des ersten Verhandlungsabschnitts für einen Beitritt der Ukraine und Moldaus vor. Im Idealfall sollen die Gespräche bereits am 15. Juni am Rande eines EU-Ministertreffens in Luxemburg beginnen.

Die Beitrittsverhandlungen waren zwar schon im Juni 2024 eröffnet worden, der Start des ersten Verhandlungsclusters mit der Ukraine blieb jedoch wegen eines ungarischen Vetos blockiert. Nach der Abwahl von Viktor Orbán im April kommt nun wieder Bewegung in den Prozess: Ungarns neuer Ministerpräsident Peter Magyar meldete eine Einigung mit der Ukraine auf ein Abkommen zur Stärkung der Minderheitenrechte ethnischer Ungarn im Nachbarland – eine Bedingung für seine Zustimmung.

Im ersten Cluster müssen die Kandidaten unter anderem nachweisen, dass Justizsystem und öffentliche Verwaltung EU-Standards erfüllen. Insgesamt ist der Verhandlungsprozess in sechs Abschnitte mit mehreren Kapiteln gegliedert, er dauert meist Jahre und kann auch scheitern – wie das Beispiel der seit Langem eingefrorenen EU-Verhandlungen mit der Türkei zeigt.

Ungarn und Ukraine legen Streit über Minderheitenrechte bei

Ungarn und die ​Ukraine haben ihren langjährigen Streit über die Rechte der ungarischen Minderheit beigelegt. Der ungarische Ministerpräsident Peter Magyar erklärte, man habe einen Durchbruch bei den Sprach-, Kultur- und ​Bildungsrechten der ethnischen Ungarn in der Ukraine erzielt. Im Gegenzug werde Budapest die Eröffnung des ⁠ersten Verhandlungskapitels für den EU-Beitritt der Ukraine unterstützen. Ein beschleunigtes Beitrittsverfahren lehne seine Regierung jedoch weiterhin ab, teilte Magyar während eines Besuchs ​in ​Paris auf Facebook mit.

Die Vereinbarung sieht vor, ‌dass die Ukraine ein Schulsystem für ethnische ​Minderheiten wiederherstellt. Die rund 100 000 ethnischen Ungarn in dem Land sollen ihre Muttersprache im Unterricht nutzen, Prüfungen auf Ungarisch ablegen ​und bei Feierlichkeiten ungarische ​Nationalsymbole verwenden dürfen. Kiew habe zugesagt, diese ​Bedingungen gesetzlich und im Aktionsplan für die EU-Beitrittsgespräche zu verankern.

Der Kompromiss sorgt für eine deutliche Entspannung im Verhältnis beider Länder. Magyar hatte am Dienstag ‌in Aussicht gestellt, sich in der kommenden Woche mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenskij zu ‌treffen, um die bilateralen Beziehungen ​neu auszurichten. Ein besseres Verhältnis zwischen Budapest und ​Kiew gilt als entscheidend für die Unterstützung der EU für die Ukraine im Krieg ​gegen Russland.

Magyars moskaufreundlicher Vorgänger Viktor Orbán, der bei der ‌Wahl im April abgewählt worden war, hatte sich wiederholt gegen milliardenschwere Hilfspakete und einen EU-Beitritt der Ukraine gestellt. Magyar verfolgt einen weniger konfrontativen Kurs, hatte die Wahrung der Minderheitenrechte jedoch stets zur Bedingung für Budapests Zustimmung zu ⁠den EU-Beitrittsgesprächen gemacht. Jeder Schritt im Aufnahmeprozess erfordert ​das Einverständnis aller ​EU-Mitgliedstaaten.

Umfeld bestätigt: Schröder in Moskau

Das Umfeld des ehemaligen deutschen Bundeskanzlers Gerhard Schröder bestätigt, dass er Russland besucht. Russische Staatsmedien ⁠hatten zuvor berichtet, Schröder sei in Moskau gesehen ​worden. Kremlsprecher Dmitri ​Peskow erklärte, Russland ​begrüße seinen Besuch. ​

Aus Schröders Umfeld hieß es auf Anfrage der Süddeutschen Zeitung, man sei im Rahmen „üblicher privater Besuche“ in Russland, nicht wegen der Wirtschaftskonferenz in Sankt Petersburg. Genaue Details, warum er in Moskau ist, wurden zunächst nicht genannt.

Präsident Wladimir ​Putin hatte den Altkanzler vor zwei Wochen als Person ​genannt, die Europa bei möglichen künftigen Gesprächen ​mit ​Moskau über die Sicherheit ​des Kontinents vertreten könnte. Die Bundesregierung ​und andere europäische Regierungen hatten ​dies deutlich abgelehnt.

Kreise: Europa könnte bald direkt mit Russland über Kriegsende verhandeln

In Europa wächst offenbar die Bereitschaft, mit Russland direkt über ein Ende des Krieges gegen die Ukraine zu verhandeln. „Langsam öffnet sich ein Fenster für Gespräche der europäischen Seite mit Russland“, hieß es aus deutschen Regierungskreisen. Allerdings zeigten die harten Kämpfe der vergangenen Tage, „dass es nicht Wochen, sondern Monate dauern dürfte.“

Die Frage, wer diese Gespräche auf europäischer Seite führen könnte, werde derzeit „in vielen Formaten diskutiert“, hieß es. Am Ende müsse es ein Format geben, das einerseits möglichst handlungsfähig sei – aber andererseits von den Europäern „als möglichst legitim“ empfunden werde. „Es spricht einiges dafür, dass die E3 dabei weiterhin eine wichtige Rolle spielen werden“, war aus Regierungskreisen zu hören. Zur Gruppe der „E3“ gehören Deutschland, Frankreich und Großbritannien.

Zuletzt hatte Moskau selbst den ehemaligen deutschen Bundeskanzler Gerhard Schröder als Verhandler ins Spiel gebracht, auch Alt-Bundeskanzlerin Angela Merkel war schon genannt worden. Es gilt allerdings als ausgeschlossen, dass die aktuelle Regierung in Berlin eine dieser vermeintlichen Optionen unterstützen würde.

Aus deutscher Sicht soll das „Vorantasten“ in dieser Sache im Einvernehmen mit der Ukraine und in größtmöglicher Abstimmung mit den europäischen Partnern erfolgen – und „möglichst koordiniert“ mit den USA. Für die Bundesregierung und Kanzler Friedrich Merz (CDU) sei klar: „Nichts ohne die Ukraine, keine deutschen Sonderwege, enges Teamwork mit den Europäern und Koordinierung statt Konkurrenz mit den USA.“

Laura Otter

Nato-Generalsekretär Rutte zu Besuch in Kiew

Nato-Generalsekretär Mark Rutte ist zu einem Besuch in der von Russland angegriffenen Ukraine eingetroffen. Er wird nach Angaben seiner Sprecherin von den Botschaftern der Bündnisstaaten in Brüssel begleitet. Der Besuch ist demnach eine Reise des Nordatlantikrats, der das höchste politische Entscheidungsgremium der Nato ist und auf Botschafterebene in der Regel mindestens einmal in der Woche tagt.

Zum genauen Programm des Besuchs wollte sich die Sprecherin aus Sicherheitsgründen nicht äußern. Rutte war in der Vergangenheit bereits öfter zu Gast in Kiew, um dort Präsident Wolodimir Selenskij und andere Politiker zu treffen.

Die Nato unterstützt die Ukraine derzeit unter anderem über das sogenannte Purl-Programm. Die Initiative sieht vor, dass in den USA hergestellte Munition und Waffen an die europäischen Verbündeten und Kanada verkauft werden – und diese sie dann der Ukraine zur Verfügung stellen. Purl steht für „Prioritised Ukraine Requirements List“. Auf Deutsch bedeutet das etwa: Priorisierte Bedarfsliste für die Ukraine.

Nato-Generalsekretär Mark Rutt

This article was originally published by Süddeutsche Zeitung.

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