Ukraine-Krieg: Selenskyj schlägt Putin Treffen vor – Putin bringt Schröder als Vermittler ins Spiel
Miriam Braun
Selenskyj schlägt Putin Treffen vor – Warnung vor Fortsetzung des Krieges
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj schlägt dem russischen Staatschef Wladimir Putin in einem offenen Brief ein Treffen vor, um ein Ende des Krieges zu vereinbaren. Die Mehrheit der Russen sei der ukrainischen Raketen- und Drohnenangriffe, der Inflation und der Treibstoffknappheit überdrüssig und bereit für den Frieden, erklärt Selenskyj.
Sollte Putin nicht zu dem Schluss kommen, dass es Zeit für ein Kriegsende sei, werde die Ukraine weiter um ihre Existenz kämpfen. Dies könne Putins Machtposition gefährden. „Es ist eine Tatsache in der russischen Geschichte, die Sie gut kennen: Wenn Russland müde wird, steht ein Wandel bevor“, heißt es in dem Schreiben.
Miriam Braun
Putin: Schröder wäre guter Vermittler zwischen Russland und Europa
Der russische Präsident Wladimir Putin bringt den früheren Bundeskanzler Gerhard Schröder als möglichen Mittelsmann zwischen Russland und Europa ins Spiel. „Wer sonst als Schröder könnte als Vermittler auftreten?“, sagt Putin vor Journalisten in St. Petersburg. Schröder sei vertrauenswürdig und nicht sein Freund, sondern ein deutscher Staatsmann, der seine eigenen Ansichten habe und bereit sei, für diese einzustehen. Moskau versuche Europa jedoch nicht vorzuschreiben, wen es für Gespräche mit Russland benennen solle.
Miriam Braun
Putin: Russland zu diplomatischer Lösung des Ukraine-Kriegs bereit
Der russische Präsident Wladimir Putin ist nach eigenen Worten zu einer diplomatischen Lösung des Ukraine-Kriegs bereit. Dabei wolle er sich an Kompromisse halten, auf die er sich mit US-Präsident Donald Trump bei einem Treffen in Alaska verständigt habe, sagt Putin am Rande eines Wirtschaftsforums.
Wenn auch die ukrainische Seite diesen nicht näher bezeichneten Vereinbarungen zustimme, werde der Konflikt schnell enden. Notfalls werde Russland die Ukraine aber auf dem Schlachtfeld besiegen. Putin bekräftigt seine Forderung, dass die Ukraine für Frieden den Rest der ostukrainischen Donbass-Region aufgeben müsse. Russland kontrolliere inzwischen die Region Luhansk vollständig und Donezk zu mehr als 85 Prozent, so der Präsident.
Lydia Wolter
Ukraine sieht Waffenexport als langfristige Einnahmequelle
Die Ukraine strebt eine stärkere Orientierung ihrer Rüstungsindustrie auf den Export an. „Der Waffenexport soll zu einer dauerhaften Quelle wirtschaftlicher Stärke für die Ukraine werden“, sagte Präsident Wolodymyr Selenskyj in einer Videobotschaft. Sicherheitsrat, Verteidigungsministerium und Parlament sollen demnach unter Berücksichtigung des eigenen Waffenbedarfs unverzüglich die gesetzliche Basis für eine Waffenausfuhr ausarbeiten.
Gleichzeitig hofft Selenskyj noch im Juni auf den Erhalt erster Gelder aus einem Kredit der Europäischen Union über 90 Milliarden Euro, die auch für Rüstungszwecke verwendet werden sollen.
Lydia Wolter
Putin lehnt EU-Staaten als Vermittler im Ukraine-Krieg ab
Russlands Präsident Wladimir Putin hat die Vorstellung zurückgewiesen, dass EU-Staaten bei Friedensgesprächen zwischen Russland und der Ukraine als Vermittler auftreten könnten. „Vermittlung setzt Neutralität voraus. Wo ist hier die Neutralität?“, fragte er bei einem Treffen mit Vertretern internationaler Nachrichtenagenturen am Rande des Wirtschaftsforums in St. Petersburg.
Lydia Wolter
Putin: Russland zu Erdgaslieferungen durch Nord Stream bereit
Russland ist nach den Worten von Präsident Wladimir Putin bereit, die Erdgaslieferungen nach Deutschland durch die Pipeline Nord Stream wieder aufzunehmen. Die Entscheidung darüber liege nun bei der Bundesregierung in Berlin, sagt Putin. Die Pipeline war 2022 bei Unterwasser-Explosionen schwer beschädigt worden.
Lydia Wolter
Putin zeigt sich weiter siegesgewiss bei Wirtschaftsforum
Kremlchef Wladimir Putin beharrt auf seiner Forderung nach einer vollständigen russischen Kontrolle der Gebiete Donezk und Luhansk als Voraussetzung für einen Frieden in der Ukraine. Die Forderung sei kein Widerspruch zu der postulierten Dialogbereitschaft, sagte Putin beim Treffen mit ausländischen Nachrichtenagenturen.
Der russische Präsident wiederholte dabei alte Thesen: Russland greife auf ganzer Front an, sagte er. Der Ukraine wiederum fehlten Soldaten, weil die monatlichen Verluste und Desertationen bei weitem die Neurekrutierungen überstiegen. Das Defizit bezifferte er auf insgesamt 30.000 Mann pro Monat. Die Zahl von 15.000 laut Putin in die ukrainische Armee gepressten Rekruten steht dabei im Widerspruch zu den offiziellen Angaben aus Kiew. Danach werden mehr als 30.000 pro Monat neu gewonnen.
Der russische Präsident verwies zur Begründung seiner Forderung nach dem gesamten Donbass auch auf Gebietsgewinne, die das russische Militär seinen Angaben nach ständig mache. Dabei liegt die von ihm angegebene Zahl von 2.440 Quadratkilometern ebenfalls deutlich über Kiews Angaben. Nach Berechnungen regierungsnaher ukrainischer Militärbeobachter hat die russische Armee mit abnehmendem Tempo seit Jahresbeginn knapp 700 Quadratkilometer erobert.
Lydia Wolter
Tote nach russischem Angriff im Gebiet Sumy
Bei einem russischen Angriff auf das grenznahe nordostukrainische Gebiet Sumy sind mindestens zwei Menschen getötet worden. Vier verletzte Frauen seien in Krankenhäuser gebracht worden, teilte Militärgouverneur Oleh Hryhorow bei Telegram mit. Zu den näheren Umständen der Attacke machte er keine Angaben. Die betroffene Siedlung Jampil ist nur etwa 20 Kilometer von der russischen Grenze entfernt.
Miryam Schkljar
Babis schlägt Merz als Verhandler mit Putin vor
Der tschechische Ministerpräsident Andrej Babis hat Bundeskanzler Friedrich Merz als Unterhändler mit Moskau vorgeschlagen. „Merz soll die EU in allen Gespräche mit Russland über die Ukraine vertreten“, zitiert die Nachrichtenagentur CTK Babis. In deutschen Regierungskreisen hatte es am Mittwoch geheißen, dass sich ein Fenster für Gespräche mit Russland öffne, es bis dahin aber noch Monate dauern werde. Deutschland wolle keinen Alleingang, die E3 mit Frankreich und Großbritannien werde eine wichtige Rolle spielen, hieß es in Regierungskreisen.
Miryam Schkljar
Französisches Militär berichtet über etliche Provokationen Russlands über Ostsee
Französische Kampfflugzeuge sind in der vergangenen Woche im Rahmen eines Nato-Einsatzes elf Mal aufgestiegen, um russische Militärmaschinen über der Ostsee abzufangen. Die hohe Zahl an Abfangeinsätzen könne ein Signal sein, dass Russland in der Woche seines Wirtschaftsforums in St. Petersburg seine Muskeln spielen lassen wolle, sagt der Sprecher der französischen Streitkräfte und spricht von Provokationen.
„Die französische Einheit, die im Rahmen der Nato-Luftraumüberwachung im Baltikum eingesetzt ist, hat mehrere russische Militärflugzeuge abgefangen, die ohne Flugpläne oder Funkkontakt flogen.“ Der Nato-Einsatz „Baltic Air Policing“ sichert den Luftraum der drei baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen, da diese selbst nicht über die nötigen Kapazitäten verfügen.
Aufnahme eines russischen Kampfflugzeuges über der Ostsee dpa
Miryam Schkljar
Ukraine hat Schießpulverfabrik in russischem Rjasan angegriffen
Das ukrainische Militär hat nach eigenen Angaben eine Schießpulverfabrik in der russischen Oblast Rjasan angegriffen. Als Folge des Angriffes sei ein Feuer ausgebrochen, das eine Fläche von 400 Quadratmetern umfasse, teilt der ukrainische Generalstab auf Telegram mit. Rjasan liegt nicht an der Grenze zur Ukraine, sondern weiter im Landesinneren und südlich von Moskau.
Timm Seckel
Moskau: Erwarten wieder Kontakt zu Kushner und Witkoff
Der russische Investitionsbeauftragte Kirill Dmitrijew rechnet der staatlichen russischen Nachrichtenagentur RIA zufolge damit, dass es noch in dieser Woche Kontakt zu den US-Unterhändlern Steve Witkoff und Jared Kushner geben wird. Die beiden hatten zwischen Russland und der Ukraine vermittelt. Die Friedensbemühungen gerieten ins Stocken, nachdem die USA und Israel am 28. Februar den Krieg gegen den Iran begonnen hatten.
Timm Seckel
Russland: Tote und Verletzte bei Angriff auf die Krim
Bei einem neuen ukrainischen Drohnenangriff auf die von Russland annektierte Halbinsel Krim im Schwarzen Meer sind nach Angaben der Behörden mindestens vier Menschen getötet worden. Neun weitere Menschen seien bei den Attacken verletzt worden. Der von Moskau eingesetzte Chef der Halbinsel, Sergej Aksjonow, teilte bei Telegram mit, dass in der Krim-Hauptstadt drei Menschen getötet und sieben verletzt worden seien. Details nannte er nicht. Später meldete er noch einen Toten und zwei Verletzte nach einem ukrainischen Drohnenangriff auf einen Nahverkehrszug.
Russland hatte die Krim 2014 annektiert und nutzt sie auch als Aufmarschgebiet für seine Truppen im Angriffskrieg gegen die Ukraine. Kiew will mit den Drohnenangriffen vor allem den militärischen Nachschub stören. Das Land verteidigt sich seit mehr als vier Jahren gegen die russische Invasion.
Timm Seckel
Ukraine: Weiter systematische Angriffe auf Infrastruktur
Russland setzt nach ukrainischen Angaben seine systematischen Angriffe auf die Logistik-Infrastruktur der Ukraine fort. Allein im April habe es mehr als 500 Drohnenangriffe gegeben, schreibt der stellvertretende Ministerpräsident Olexij Kuleba auf dem Kurznachrichtendienst Telegram. Demnach würden die ukrainischen Häfen praktisch jeden zweiten Tag angegriffen. Trotz der Angriffe funktioniere der ukrainische See-Exportkorridor jedoch weiter. Die Seehäfen des Landes hätten im laufenden Jahr 2025 bislang fast 35 Millionen Tonnen Fracht umgeschlagen.
Miriam Braun
Russland: Drei Tote bei Angriff auf Krim-Stadt Simferopol
Bei einem ukrainischen Angriff auf die Stadt Simferopol auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim wurden nach russischen Angaben drei Menschen getötet und sieben weitere verletzt. Dies teilt der von Moskau eingesetzte Gouverneur Sergej Aksjonow auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Um welche Art von Angriff es sich handelte, ließ er offen.
Miriam Braun
Ukraine: EU-Staaten geben grünes Licht für erste Phase der Beitrittsgespräche
Alle Mitgliedsstaaten der Europäischen Union (EU) stimmen der Ukraine zufolge der Eröffnung der ersten Phase der Beitrittsgespräche mit der Ukraine und der Republik Moldau zu. Das teilt die ukrainische Ministerpräsidentin Julia Swyrydenko auf der Plattform X mit. „Großartige Neuigkeiten. Wir sind der EU-Mitgliedschaft einen Schritt näher gekommen und bewegen uns stetig auf unser Ziel zu“, schreibt sie.
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Jeanne Vesper
Europäer arbeiten offenbar an Verhandlungsplänen für Ukraine
Einige der wichtigsten europäischen Verbündeten der Ukraine arbeiten einem Medienbericht zufolge gemeinsam mit der Regierung in Kiew an Plänen, um Russland in Verhandlungen zur Beendigung des Krieges einzubinden. Vertreter aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien erörtern demnach die Möglichkeit von Gesprächen und tauschen sich darüber mit der ukrainischen Seite aus, meldet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Insider.
Jeanne Vesper
Selenskyj sieht sich wegen Iran-Krieg in der Warteschlange
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat das lange Warten auf die Anreise von US-Unterhändlern nach Kiew bedauert. „Leider stehen wir heute nicht im Mittelpunkt“, sagte der Staatschef bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte. Für die USA sei der Ende Februar gestartete Irankrieg das Thema Nummer eins und die Ukraine komme erst danach. „Bedauerlicherweise stehen wir in der Warteschlange dieser Kriege“, stellte er fest. Dennoch sei er weiter der Meinung, dass die USA die stärkste Kraft seien, um Russland zu einem Ende des Krieges gegen die Ukraine zu bewegen.
Selenskyj hatte bereits für Mitte April eine Reise des US-Sondergesandten Steve Witkoff und des Schwiegersohns von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, zu Gesprächen in die Ukraine angekündigt.
Vivian Melchert
Russische Saratow-Raffinerie offenbar nach Drohnenangriff außer Betrieb
Die russische Ölraffinerie Saratow ist Insidern zufolge nach einem Drohnenangriff seit dem 31. Mai außer Betrieb. Die einzige Rohöldestillationsanlage mit einer Kapazität von 20.000 Tonnen pro Tag sei abgeschaltet, sagen zwei mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Die Reparaturarbeiten dürften etwa zwei Wochen dauern. Der Eigentümer Rosneft äußerte sich zunächst nicht dazu. Die Anlage war bereits im März nach einem Drohnenangriff vorübergehend stillgelegt worden.
Vivian Melchert
Selenskyj: Angriffe in Russland stärken Verhandlungsposition
Die verstärkten ukrainischen Angriffe auf Ziele in Russland ermöglichen es der Ukraine Präsident Wolodymyr Selenskyj zufolge Verhandlungen über ein Kriegsende auf Augenhöhe. Bei einem gemeinsamen Auftritt mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte in Kiew sagt er, dass es für die Ukraine nur eine Frage der Zeit sei, bis man den Umfang solcher Angriffe erhöhe.
Vivian Melchert
Kreml bestätigt Schröder-Visite in Moskau
Der Kreml hat am Mittwoch bestätigt, dass der ehemalige deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder Russland besucht. Russische Staatsmedien hatten zuvor berichtet, Schröder sei in Moskau gesehen worden. Kremlsprecher Dmitri Peskow erklärte, Russland begrüße seinen Besuch. Es war unklar, ob sich Schröder immer noch in Russland aufhält. Präsident Wladimir Putin hatte den Altkanzler vor zwei Wochen als Person genannt, die Europa bei möglichen künftigen Gesprächen mit Moskau über die Sicherheit des Kontinents vertreten könnte. Die Bundesregierung und andere europäische Regierungen hatten dies deutlich abgelehnt.
Timm Seckel
Ukrainische Bahn will Preise um 45 Prozent erhöhen
Die ukrainische Staatsbahn Ukrsalisnyzja fordert zur Sanierung ihrer Finanzen und für den Abschluss einer Umschuldung eine Anhebung der Frachttarife um mindestens 45 Prozent in diesem Jahr. Die Bahn könne nicht länger andere Wirtschaftszweige mit eigenen Mitteln subventionieren, sagt der Chef des Unternehmens, Olexandr Perzowskyi, der Nachrichtenagentur Reuters.
Die Erhöhung sei ein Kompromiss, der es dem Unternehmen erlaube, „zumindest durchzuhalten“. Hintergrund sind die stark gestiegenen russischen Angriffe auf die Infrastruktur der Bahn. Im fünften Kriegsjahr ist die Eisenbahn ein wichtiger Teil des ukrainischen Logistiknetzes für den Güter- und Personenverkehr. Die russischen Streitkräfte greifen immer wieder Lokomotiven, Depots, Umspannwerke und Brücken an, um den Betrieb zu lähmen.
Vivian Melchert
Russland: Haben 754 ukrainische Drohnen abgefangen
Die russischen Streitkräfte haben nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau binnen 24 Stunden 754 ukrainische Drohnen abgefangen. Unabhängig überprüfen lassen sich solche Angaben zum Kampfgeschehen nicht. Russland teilt nicht mit, wie viele feindliche Drohnen entdeckt wurden oder ihr Ziel erreicht haben.
Vivian Melchert
Ukraine: Haben Kriegsschiff des russischen Ostsee-Flotte getroffen
Das ukr



