عاجل
ITAttacco Terroristico al Pride di Berlino: 1 Morto, 29 Feriti, Sospettato IdentificatoFRIncendies en France : La situation « très défavorable » en GirondeESIncendios en Ávila y Madrid: Desastre extremo con más de 40.000 hectáreas calcinadas y 75.000 personas evacuadasARدعوة الأمين العام للأمم المتحدة إلى وقف "الانتهاكات" في الجولان السوريCN特朗普对伊朗:谈判或面临更强打击TRNetanyahu'nun Siyasi Hayatı ve 7 Ekim Olaylarının Ekonomik BedeliTRTrump'ın İran'a Kapsamlı Saldırı Planını Ertelendiği İddiaTRA Milli Kadın Voleybol Takımı, 2026 FIVB Milletler Ligi FinalindeCN甘肃定西山洪灾害致10人遇难,23人受伤,红色预警发布DERussland fordert weitere 30.000 nordkoreanische Soldaten für den Krieg gegen die Ukraine anITAttacco Terroristico al Pride di Berlino: 1 Morto, 29 Feriti, Sospettato IdentificatoFRIncendies en France : La situation « très défavorable » en GirondeESIncendios en Ávila y Madrid: Desastre extremo con más de 40.000 hectáreas calcinadas y 75.000 personas evacuadasARدعوة الأمين العام للأمم المتحدة إلى وقف "الانتهاكات" في الجولان السوريCN特朗普对伊朗:谈判或面临更强打击TRNetanyahu'nun Siyasi Hayatı ve 7 Ekim Olaylarının Ekonomik BedeliTRTrump'ın İran'a Kapsamlı Saldırı Planını Ertelendiği İddiaTRA Milli Kadın Voleybol Takımı, 2026 FIVB Milletler Ligi FinalindeCN甘肃定西山洪灾害致10人遇难,23人受伤,红色预警发布DERussland fordert weitere 30.000 nordkoreanische Soldaten für den Krieg gegen die Ukraine an
Newsgather
رجوعUS-Energieoffensive auf dem Balkan: Neue Abhängigkeit für Europa?
US-Energieoffensive auf dem Balkan: Neue Abhängigkeit für Europa?
يتطور
Handelsblatt18‏/5‏/2026العالم5 د قراءةGermany

US-Energieoffensive auf dem Balkan: Neue Abhängigkeit für Europa?

نظرة سريعة

  • Die USA bauen ihren geopolitischen Einfluss auf dem Balkan durch Energie- und KI-Projekte aus.
  • Mit Investitionen in Pipelines und LNG-Terminals wollen sie wichtigster Gaslieferant der Region werden, was in Brüssel Sorgen vor einer neuen Abhängigkeit weckt.

ملخص مُنشأ بالذكاء الاصطناعي

حجم الخط

Als Ende April in der kroatischen Hafenstadt Dubrovnik milliardenschwere Verträge für Energie- und KI-Projekte abgeschlossen wurden, ging es um weit mehr als wirtschaftliche Zusammenarbeit. Die Vereinigten Staaten nutzen den Umbau der Energieversorgung in Europa, um ihren geopolitischen Einfluss auf dem Balkan auszubauen.

Mit Investitionen in Pipelines und LNG-Terminals sowie langfristigen Lieferverträgen wollen sie wichtigster Gaslieferant der Region werden. Doch in Brüssel wächst die Sorge, dass Europa damit eine alte Abhängigkeit durch eine neue ersetzt.

Am Rande eines Wirtschaftsforums in Dubrovnik unterzeichneten US-Unternehmen kürzlich Verträge im Wert von mehreren Milliarden Dollar. Zu den wichtigsten Projekten gehört der Bau der Erdgasleitung „Southern Interconnection“. Sie soll amerikanisches Flüssigerdgas (LNG), das am Terminal auf der kroatischen Insel Krk anlandet, nach Bosnien und Herzegowina transportieren.

Die 236 Kilometer lange Pipeline mit geschätzten Kosten von 1,5 Milliarden Dollar wird vom US-Unternehmen AAFS Infrastructure and Energy LLC finanziert, gebaut und betrieben. US-Energieminister Chris Wright sagte in Dubrovnik dem Projekt die Unterstützung der amerikanischen Regierung zu. AAFS verfügt über enge Verbindungen in das Umfeld von Präsident Donald Trump.

Für Bosnien hat das Projekt erhebliche strategische Bedeutung. Das Land bezieht sein Erdgas bislang nahezu vollständig aus Russland. Die Lieferungen erfolgen über die TurkStream-Pipeline durch Bulgarien und Serbien. Mit der Southern Interconnection, die 2028 in Betrieb gehen soll, erhielte Bosnien erstmals direkten Zugang zu nichtrussischen Gasquellen.

Die Regierung von Bosnien und Herzegowina erteilte dem US-Unternehmen per Sondergesetz und ohne Ausschreibung eine 30-jährige Konzession für Bau und Betrieb der Pipeline. Dieses Vorgehen stößt in Brüssel auf deutliche Kritik. Die Europäische Union warnt, dass die Umgehung von EU-Vergabestandards die Integration des Beitrittskandidaten in den europäischen Energiemarkt gefährden und den Zugang zu 1,16 Milliarden Euro aus dem EU-Entwicklungsplan für den Westbalkan erschweren könnte.

Trotz solcher Vorbehalte sind amerikanische Investitionen in der Region willkommen. Viele Staaten des westlichen Balkans sind immer noch stark von russischem Gas abhängig. Ihre Energieinfrastruktur ist veraltet, und europäische Fördergelder für die Modernisierung der Netze fließen nur schleppend.

Zwar hat der russische Angriff auf die Ukraine die sicherheits- und energiepolitische Bedeutung des westlichen Balkans erhöht. Doch die EU-Beitrittsverhandlungen kommen nur langsam voran. Besonders Bosnien und Herzegowina gilt wegen ethnischer Spannungen, weitverbreiteter Korruption und eines dysfunktionalen Staatsaufbaus als schwieriger Kandidat.

Während die EU-Beitrittsverhandlungen stocken, machen die USA Geschäfte. Im Februar verabschiedete der US-Kongress das Gesetz „Western Balkans Democracy and Prosperity Act“. Es soll die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit den Staaten der Region vertiefen und amerikanische Investitionen fördern.

Dabei spielt Flüssigerdgas eine Schlüsselrolle. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine haben sich die LNG-Importe der Europäischen Union aus den USA verdreifacht. Im Jahr 2025 deckten die EU-Staaten 58 Prozent ihrer LNG-Einfuhren mit amerikanischem Gas. Das entsprach rund einem Viertel des gesamten europäischen Erdgasverbrauchs.

Analysten des Institute for Energy Economics and Financial Analysis erwarten, dass der Anteil des US-LNG bis 2028 auf 80 Prozent der europäischen Flüssiggaseinfuhren steigen könnte. In Griechenland kamen im ersten Quartal 2026 bereits 66 Prozent der LNG-Importe aus den USA.

Die USA betrachten Griechenland als wichtigsten Energiepartner im östlichen Mittelmeer. Von den griechischen LNG-Terminals in Revythousa und Alexandroupoli wird amerikanisches Erdgas über den sogenannten „vertikalen Korridor“ nach Bulgarien, Rumänien, Moldau, Ungarn und bis in die Ukraine weitergeleitet. Auch Nordmazedonien und Serbien beabsichtigen, sich dem Netz anzuschließen.

Ende April schloss die griechische Aktor Group einen 20-jährigen Vertrag über die Lieferung von amerikanischem LNG nach Albanien. Das Volumen beläuft sich auf sechs Milliarden Dollar. Unterzeichnet wurde es in Tirana zwischen der US-Tochter Aktor LNG USA und dem staatlichen albanischen Gasunternehmen ALBGAZ. Aktor hat über eine Beteiligung an Atlantic-SEE LNG Trade zudem Zugriff auf langfristige Lieferverträge mit dem US-Unternehmen Venture Global LNG.

Aktor-CEO Alexandros Exarchos unterhält enge Kontakte ins Weiße Haus. Dass bei der Vertragsunterzeichnung in Tirana auch die US-Botschafterin in Griechenland und Trump-Vertraute Kimberly Guilfoyle anwesend war, unterstreicht das politische Gewicht des Projekts.

Für die Europäische Union ist diese Entwicklung ambivalent. Einerseits hilft amerikanisches LNG dabei, russisches Pipelinegas zu ersetzen. Andererseits wächst die Sorge, dass sich Europa in eine neue strategische Dependenz von den Vereinigten Staaten begibt – wirtschaftlich ebenso wie geopolitisch. EU-Kommissionsvizepräsidentin Teresa Ribera warnte bereits: „Wir erhöhen unsere Abhängigkeit von LNG-Importen aus den USA erheblich.“

Die US-amerikanische Energieoffensive ist Teil einer umfassenderen Strategie. US-Unternehmen investieren auch in die digitale Infrastruktur auf dem Balkan, um dort chinesische Anbieter wie Huawei und ZTE zurückzudrängen. Parallel dazu bauen die USA ihre militärische Präsenz in der Region aus. Auch dabei steht Griechenland im Fokus: Der Hafen im nordgriechischen Alexandroupoli entwickelt sich zu einem wichtigen Logistikzentrum für den Transport von US- und Nato-Material in die Balkanländer und nach Osteuropa.

Energie, Infrastruktur sowie Sicherheits- und Verteidigungspolitik greifen damit immer stärker ineinander. Während die Europäische Union mit ihrem Erweiterungsprozess nur langsam vorankommt, sichern sich die Vereinigten Staaten über LNG-Lieferungen und strategische Investitionen wachsenden Einfluss in einer Region, die nach dem Ende des Kalten Kriegs lange als europäische Einflusssphäre galt.

مواضيع ذات صلة

This article was originally published by Handelsblatt.

أخبار ذات صلة

المزيد حول هذا الموضوعusa