USA beschießen iranisches Frachtschiff im Golf von Oman - Iran kündigt Vergeltung an
Ölpreise steigen um über sieben Prozent - Friedensgespräche in Pakistan abgesagt
نظرة سريعة
- Die USA haben ein iranisches Frachtschiff im Golf von Oman beschossen und unter Kontrolle gebracht.
- Die iranische Armee kündigte Vergeltung an und wirft Washington einen Bruch des Waffenstillstands vor.
- Die geplanten Friedensgespräche in Pakistan wurden abgesagt.
ملخص مُنشأ بالذكاء الاصطناعي
لماذا يهم
Der Konflikt zwischen den USA und Iran dauert bereits acht Wochen. Tausende Menschen wurden bei US-israelischen Angriffen auf Iran sowie bei einer israelischen Offensive im Libanon getötet. Iran reagierte mit Raketen- und Drohnenschlägen auf arabische Nachbarstaaten mit US-Stützpunkten. Die Straße von Hormus ist strategisch wichtig: Ein Fünftel der weltweiten Öl- und Flüssiggaslieferungen geht durch die Meerenge.
Die Lage im Nahen Osten hat sich am Sonntagabend und in der Nacht auf Montag noch einmal verschärft. Eigentlich waren baldige Verhandlungen zwischen den USA und Iran angesetzt. Stattdessen kam es zu einer weiteren Eskalation. Nach dem Beschuss eines iranischen Frachtschiffs im Golf von Oman durch die US-Marine hat die iranische Armee Vergeltung angekündigt. »Die Streitkräfte der Islamischen Republik Iran werden bald zurückschlagen und Vergeltungsmaßnahmen gegen diesen Akt bewaffneter Piraterie und gegen die amerikanische Armee ergreifen«, erklärte der Sprecher des iranischen Generalstabs am Montag im Onlinedienst Telegram. Er warf den USA vor, den bis Mittwoch laufenden Waffenstillstand verletzt zu haben. US-Präsident Donald Trump hatte am Sonntag in seinem Onlinedienst Truth Social mitgeteilt, dass die US-Marine den Frachter »Touska« beschossen und das Schiff unter ihre Kontrolle gebracht habe. Das Schiff fährt unter iranischer Flagge und ist mit US-Sanktionen belegt. Aktuell werde geprüft, was sich an Bord befindet, so Trump. Die Besatzung habe Warnsignale ignoriert, woraufhin das US-Kriegsschiff »USS Spruance« auf das Schiff gefeuert und »ein Loch in den Maschinenraum gesprengt« habe. Wie das US-Regionalkommando Centcom mitteilte, war das Schiff auf dem Weg in die iranische Küstenstadt Bandar-e Abbas in der Straße von Hormus. Zunächst hatte der US-Präsident Teheran bereits vorgeworfen, den seit dem 8. April geltenden, zweiwöchigen Waffenstillstand verletzt zu haben, indem es am Samstag Angriffe in der Straße von Hormus gestartet habe. Seinen Angaben zufolge richteten sie sich gegen ein französisches und ein britisches Schiff. Durch die Straße von Hormus verläuft normalerweise ein Fünftel der weltweiten Öl- und Flüssiggaslieferungen. Nach Beginn der US-israelischen Angriffe auf Iran Ende Februar hatte Teheran die Meerenge weitestgehend für die internationale Schifffahrt gesperrt. Die Blockade hat weltweit die Preise für Öl und Flüssiggas in die Höhe getrieben.
Ölpreise steigen deutlich
Vor dem Hintergrund der neuen Spannungen zwischen den USA und Iran kostet Rohöl wieder deutlich mehr. Die Nordseesorte Brent mit Lieferung im Juni ging mit einem Kurs von knapp 97 US-Dollar in die Handelswoche und war damit über sieben Prozent teurer als noch in der vergangenen Woche. Auch die US-Sorte WTI legte ähnlich stark zu. Zu Beginn des Krieges Ende Februar lag der Preis für Brent noch bei unter 70 Dollar.
Chancen auf Verhandlungen sinken
Iran hat eine geplante neue Runde von Friedensgesprächen mit den USA abgesagt. Dies meldete die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna am Sonntag, wenige Stunden nachdem Trump die Entsendung von Unterhändlern nach Pakistan angekündigt hatte. »Iran begründete sein Fernbleiben von der zweiten Gesprächsrunde mit den überzogenen Forderungen Washingtons, unrealistischen Erwartungen, ständigen Kurswechseln, widersprüchlichen Aussagen und der anhaltenden Seeblockade, die er als Bruch des Waffenstillstands betrachtet«, meldete Irna. Diese Aussagen fielen, bevor der Beschuss des iranischen Tankers durch die USA bekannt wurde. Laut Weißem Haus sind Vizepräsident JD Vance und die Unterhändler Steve Witkoff und Jared Kushner für die neuen Verhandlungen in Pakistan nominiert. Ob sie wirklich anreisen, ist derzeit noch offen. Eine erste Runde in Islamabad war zuletzt nach 21 Stunden ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Trump hatte mit einem Angriff auf Iran gedroht, sollte die Regierung in Teheran seine Bedingungen nicht akzeptieren. Die US-Delegation sollte eigentlich am Montagabend in der pakistanischen Hauptstadt eintreffen, einen Tag vor Ablauf einer zweiwöchigen Feuerpause. Pakistan fungiert in dem Konflikt als zentraler Vermittler. Der pakistanische Ministerpräsident Shehbaz Sharif telefonierte am Sonntag mit dem iranischen Präsidenten Masoud Pezeshkian. In einer pakistanischen Mitteilung zu dem Gespräch blieb die Absage der Verhandlungen unerwähnt.
Der Irankrieg geht mittlerweile in die achte Woche. Tausende Menschen wurden seit dem 28. Februar bei US-israelischen Angriffen auf Iran sowie bei einer gleichzeitigen israelischen Offensive im Libanon getötet. Iran reagierte darauf mit Raketen- und Drohnenschlägen auf arabische Nachbarstaaten, in denen sich US-Stützpunkte befinden.
Benzinpreis ist für Trump ein politisches Problem
Die Benzinpreise in den USA könnten der Regierung zufolge bis ins nächste Jahr über der Marke von drei Dollar je Gallone bleiben. Energieminister Chris Wright sagt dem Sender CNN allerdings, dass sie vermutlich ihren Höhepunkt erreicht hätten. Der Durchschnittspreis für eine Gallone Normalbenzin lag Schätzungen des US-Automobilclubs AAA zufolge am Sonntag bei 4,05 Dollar, gegenüber 3,16 Dollar vor einem Jahr. In den USA gilt der Benzinpreis als psychologisch wichtiger Gradmesser für die Teuerung. Im November finden Kongresswahlen statt. Dabei droht der republikanischen Partei von Donald Trump eine empfindliche Niederlage. Das gilt besonders, wenn sich die Lebenshaltungskosten als Folge von Trumps Irankrieg noch weiter erhöhen sollten. Trump selbst steht im Herbst zwar nicht zur Wahl. Allerdings könnte seine Partei die Kontrolle im Kongress verlieren, was Trump eine weitere Umsetzung seiner Agenda massiv erschweren würde.
ما الذي يجب مراقبته
توقعات الذكاء الاصطناعي — احتمالات وليست حقائق
Iran wird innerhalb der nächsten Tage Vergeltungsangriffe durchführen
مرجح جداً · خلال أيام
Ölpreise werden weiter steigen, wenn die Spannungen anhalten
مرجح · خلال أسابيع
Friedensgespräche werden nicht vor Ablauf des Waffenstillstands wieder aufgenommen
مرجح · خلال أيام
أسئلة مفتوحة
- Wird Iran tatsächlich Vergeltung üben und wenn ja, wie?
- Wie wird Pakistan als Vermittler reagieren?
- Werden die USA ihre Blockade aufrechterhalten?
- Können die Friedensgespräche noch gerettet werden?




