عاجل
ITAmbasciata russa: Attentato a Mosca per intimidire italianiCNTwo Helicopters Collide While Fighting Fire West of AthensARالسعودية تقود تحالفاً دفاعياً في البحر الأحمر، ماذا نعرف عنه؟BRCaseiro de 63 anos morto a tiro na cabeça durante invasão de casa em Viana, ESTRİsrail, Gazze ateşkes yol haritasındaki 3 maddeye itiraz ettiJPマイナ保険証への完全移行、8月1日から開始 – 厚労相が確認呼びかけARقصف يستهدف منشأة زراعية في بيلغورود يوقع قتلى وجرحىINTLAlan Jones Indecent Assault Trial Begins in SydneyRUЧисло пострадавших при ракетном обстреле села Казачья Лисица Белгородской области возросло до четырехTRMardin'de otomobilde unutulan çocuk hayatını kaybettiITAmbasciata russa: Attentato a Mosca per intimidire italianiCNTwo Helicopters Collide While Fighting Fire West of AthensARالسعودية تقود تحالفاً دفاعياً في البحر الأحمر، ماذا نعرف عنه؟BRCaseiro de 63 anos morto a tiro na cabeça durante invasão de casa em Viana, ESTRİsrail, Gazze ateşkes yol haritasındaki 3 maddeye itiraz ettiJPマイナ保険証への完全移行、8月1日から開始 – 厚労相が確認呼びかけARقصف يستهدف منشأة زراعية في بيلغورود يوقع قتلى وجرحىINTLAlan Jones Indecent Assault Trial Begins in SydneyRUЧисло пострадавших при ракетном обстреле села Казачья Лисица Белгородской области возросло до четырехTRMardin'de otomobilde unutulan çocuk hayatını kaybetti
Newsgather
رجوعWaldbrände in Südeuropa und Deutschland: Ein Experte erklärt Unterschiede und Prävention
Waldbrände in Südeuropa und Deutschland: Ein Experte erklärt Unterschiede und Prävention
يتطور
FAZقبل ساعة واحدةEnvironment6 د قراءةGermany

Waldbrände in Südeuropa und Deutschland: Ein Experte erklärt Unterschiede und Prävention

نظرة سريعة

  • Herr Müller erklärt, warum Waldbrände in Südeuropa aufgrund brennbarer Vegetation und energiereicher Feuer heftiger sind als in Deutschland.
  • Er beleuchtet die Rolle von Waldstrukturen, Witterung und Präventionsmaßnahmen und betont Deutschlands moderne Überwachungssysteme sowie die Notwendigkeit eines Umdenkens in bestimmten Gebieten.

ملخص مُنشأ بالذكاء الاصطناعي

لماذا يهم

Waldbrände in Südeuropa sind aufgrund brennbarer Vegetation und energiereicher Feuer gefährlicher als in Deutschland, wo Wälder älter und besser bewirtschaftet sind. Die Ursachen sind meist menschlich, aber Witterung und Waldstruktur bestimmen die Ausbreitung.

حجم الخط

Herr Müller, in Südeuropa wüten derzeit heftige Waldbrände. Warum greifen die Brände dort so heftig um sich?

In Südeuropa werden Waldbrände ebenso wie bei uns fast immer von Menschen verursacht. Es kommen aber weitere Faktoren zusammen. Wenn wir Witterungsverhältnisse mit Luftfeuchtigkeiten von weniger als 40 Prozent haben, trocknet das Material im Wald aus, es wird zündfähig. Brennmaterial haben wir im Wald quasi immer. Was da brennt, sind tote Pflanzen, Tiere und Pilze. Die Bäume in den mediterranen Wäldern etwa Frankreichs und Spaniens mit Pinien und anderen Kiefern bringen einschließlich der Sträucher und Bodenpflanzen oft die sogenannte Macchia und damit ganz andere Brennlasten hervor. Das Material ist wesentlich brennfähiger und von Natur aus trockener als hierzulande. Es enthält so wenig Wasser, dass selbst eine lebende Pflanze sofort zu brennen anfangen kann. Das ist vergleichbar mit einem Lavendelzweig, den man anzündet, der brennt sofort ab. Dazu kommt, dass das, was intensiv brennt, in der Regel nicht die Bäume selbst sind. Die sieht man im Fernsehen zwar auch, aber dort brennen Rinden und Kronen, nicht die Stämme. Es geht vor allem um die Streu der Bäume auf dem Boden und um abgestorbene Bodenvegetation. Die Situation ist in Südeuropa eine ganz andere als in Deutschland. Die Brände sind dort oft so energiereich, dass sie für Menschen unmittelbar gefährlich werden können. In Deutschland kann man vor einem Waldbrand in der Regel weglaufen oder eine Bodenfeuerlinie überspringen, um sich in Sicherheit zu bringen, wenn man die Orientierung behält und einigermaßen mobil ist. Nur sehr selten breitet sich ein Brand in Deutschland mit mehr als einem Kilometer in der Stunde aus.

Aber auch Deutschland hat große, zusammenhängende Kiefernwälder, die in Brand geraten können.

Das stimmt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden auf den damaligen großen Schad- und Reparationsflächen sehr viele Kiefern gepflanzt. Allein auf dem Gebiet der späteren DDR gab es 1946 Waldbrände auf 100.000 Hektar. Unsere Vorfahren haben an uns gedacht und daraufhin Bäume gepflanzt. Das ist eine waldhistorische Höchstleistung. Diese Wälder waren in den 1970er Jahren etwa 20 bis 25 Jahre alt. Damals gab es vor allem in der DDR und Niedersachsen große Waldbrände. Die letzten großen Brände mit Todesopfern gab es in der DDR 1971 und in der Lüneburger Heide 1975. Inzwischen sind viele dieser Wälder mehr als 70 Jahre alt und stärker strukturiert oder schon umgebaut. Bei einem Waldbrand gibt es dort meist nur Bodenfeuer, die relativ leicht gestoppt werden können. Die Alters- und Bauartenstrukturen der Wälder sind also für die Ausbreitung von Bränden entscheidend. In jungen, gleichförmigen Kiefernwäldern können sich Brände anders verhalten, unter günstigen Bedingungen können die Flammen von Vollfeuern auch mal 30 Meter hoch sein. Solche Wälder sind aber in Wirtschaftswäldern Deutschlands inzwischen sehr selten. Brände wie in Südeuropa sind in Deutschland aber in dieser Intensität deshalb in Wirtschaftswäldern nicht möglich.

Steigt die Zahl der Waldbrände mit der zunehmenden Trockenheit?

Die Statistik zeigt, dass die Anzahl und die Flächen der Waldbrände in Deutschland seit den 1970er Jahren zurückgehen und seit etwa 30 Jahren ein stabil niedriges Niveau haben. Dafür gibt es mehrere Gründe. Technische Brandursachen sind seltener geworden, Brände werden heute schneller erkannt, und Menschen verhalten sich vorsichtiger, wenn hohe Gefahrenstufen für Waldbrände ausgerufen werden. Vor allem aber haben sich die Wälder verändert, sind älter geworden, oft gut bewirtschaftet und schon durch Waldumbau verändert. Dennoch steigt die Wahrscheinlichkeit für Waldbrände mit zunehmender Trockenheit. Die Waldbrandgefahrenstufen beschreiben, ob Nadelstreu entzündet werden kann. Das wird aufgrund von meteorologischen Modellen und Beispielmessungen berechnet. Das heißt aber nicht, dass es zu Waldbränden kommen muss, weil es dafür der Waldbrandursachen bedarf, die darin nicht einfließen und nicht vorhergesagt werden können. Wenn ein Feuer entstanden ist, bestimmen Witterung und Waldstrukturen seine Ausbreitung.

Welche Rolle spielt die Art des Waldes?

Entzündungen gibt es im Kiefernwald ebenso wie im Buchenwald. Es brennt, vereinfacht gesagt, immer der Wald, der gerade am Verursachungsort da ist, wenn nicht gerade gezielt Brandstiftung betrieben wird. Je nach Waldstruktur ist die Brandausbreitung aber sehr unterschiedlich. Im Buchenwald kriecht die Flamme meist schleppend durch das Laub auf dem Boden. Im Kiefernwald kann sie sich deutlich schneller bewegen, insbesondere wenn feines, trockenes Material vorhanden ist und der Wald jung und dicht ist. Entscheidend sind außerdem Baumarten, Alter und Dichte des Waldes, die Bodenvegetation, der Wind sowie Wege und Schneisen. Erst aus der Brennbarkeit des Materials und der Struktur des konkreten Waldes ergibt sich ein realistisches Bild der Gefahr. Deshalb kann man nicht einfach sagen: Kiefernwald ist gefährlich, Laubwald ist sicher.

Was macht das Löschen eines Waldbrandes so schwierig?

Es hängt von der Art des Waldbrandes ab. Ein Bodenfeuer kann man mit Wasser, aber sogar mit Pflug- und Frässtreifen, Spaten oder Feuerpatschen vergleichsweise einfach bekämpfen. Entwickelt sich das Feuer aber in die Baumkronen, entstehen mit Vollfeuern vollkommen andere Lagen. Dann entstehen hohe Temperaturen, starke Winde und eine enorme Strahlungswärme. Die Einsatzkräfte können nicht mehr ohne Weiteres bis an die Feuerfront herangehen. In manchen Situationen müssen sie sich zurückziehen und warten, bis sich das Feuer an einer geeigneten Stelle abschwächt. Eine taktische Variante ist in solchen Situationen der Löschwasserabwurf mit Luftfahrzeugen, um den Bodenkräften durch den Kühleffekt das Erreichen der Feuerfront zu gewähren.

Wie gut gelingt es, Wasser vorzuhalten und zu transportieren?

Die Wasserversorgung ist eine logistische Herausforderung. Löschfahrzeuge haben vergleichsweise wenig Löschwasser an Bord. Da ohnehin sehr viel mehr Löschwasser nötig ist, ist es wenig sinnvoll, die Mengen des mitgeführten Wassers zu erhöhen. Zielführender ist es, im Wald ausreichend Wasserentnahmestellen – natürliche oder künstlich angelegte Teiche und andere Speicher – zu unterhalten. Im Idealfall müssen die Einsatzkräfte das Wasser über weniger als zwei Kilometer heranführen. In gefährdeten Gebieten sollte die Infrastruktur so geplant sein, dass die Feuerwehr schnell und ausreichend Wasser nachfassen kann. In mediterranen Regionen kann die Nutzung von Meerwasser eine Option sein, sie ist aber wegen der Logistik und des Salzgehalts nicht für jede Situation geeignet. In Deutschland spielt das keine Rolle, weil Waldbrände in der Nähe von Meeresküsten selten sind.

Welche Bedeutung hat Totholz auf dem Boden für die Waldbrandgefahr?

Für die erste Brandausbreitung sind feine Äste, Zweige, Nadeln, Blätter und abgestorbene Bodenvegetation besonders wichtig. Dicke Baumstämme entzünden sich nicht so leicht. Das können Sie vergleichen: Wenn Sie noch Glut auf dem Lagerfeuer haben, legen Sie dünne Hölzer drauf, damit das Feuer sich schnell wieder entzündet, und nicht das dicke Holz. Größere Totholzmengen können ein Feuer an einer Stelle intensiver und länger brennen lassen. Vor allem erschweren sie zum Teil die Brandbekämpfung, wenn sie auf Zufahrten oder Einsatzwegen liegen. Aber wir haben auch festgestellt, dass Totholz im Wald nicht dazu führt, dass sich Brände horizontal schneller ausbreiten.

Wie gut ist Deutschland gegen Waldbrände gewappnet?

Wir haben eines der modernsten Waldbrandüberwachungssysteme der Welt. In mehreren Bundesländern des Tieflandes überwachen Kameras den Wald; eine automatische Bildauswertung erkennt Rauch und damit mögliche Feuer. Ich war in den 1990er Jahren an der Einführung dieses Systems beteiligt. Die Kameras entdecken dort ungefähr 50 Prozent aller Waldbrände. Die andere Hälfte der Brände meldet die Bevölkerung. In 99 Prozent der Fälle lässt sich ein Brand daher schnell in den Griff bekommen. Ausnahmen sind meist schwer zugängliche Gebiete, Schutzgebiete und Kampfmittelverdachtsflächen, die gleichzeitig sogenannte Wildnisgebiete sind. In Letzteren müssen Einsatzkräfte 1000 Meter Sicherheitsabstand zu den Feuerfronten einhalten, was ein direktes Löschen unter Anwesenheit von Menschen unmöglich macht. Dadurch werden dort bisher oft große Waldbrandflächen in Kauf genommen. Ein Umdenken im Umgang mit diesen Gebieten erscheint dringend erforderlich.

Welche Rolle spielt der Waldumbau, um Waldbränden vorzubeugen?

Waldumbau betreiben wir seit mehr als 30 Jahren, aber nicht allein deshalb, um Bränden vorzubeugen. Es geht vor allem darum, die Wälder an ihre Standorte anzupassen, sie widerstandsfähiger und anpassungsfähiger zu machen und Risiken zu verteilen. Mischwälder können dabei helfen, weil nicht alle Baumarten auf dieselben Belastungen gleich reagieren. Für den Brandschutz ist die Waldstruktur wichtig. Bei kritischer Infrastruktur wie etwa einem Krankenhaus kann man die Wälder drum herum so gestalten, dass sich ein Brand schnell löschen lässt. Zur Einordnung ist wichtig: Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Hektar Wald in Deutschland von einem Waldbrand getroffen wird, liegt bei 0,01 Prozent. Wir können Waldbrände nicht vollständig verhindern, aber dafür sorgen, dass sie früh entdeckt werden, gefährdete Objekte geschützt werden und sich an Gefahr bringenden Objekten nicht zu unbeherrschbaren Ereignissen entwickeln. Entscheidend sind eine gute Waldbewirtschaftung, eine leistungsfähige Feuerwehr, eine zuverlässige Überwachung und das Vermeiden von Zündquellen.

ما الذي يجب مراقبته

توقعات الذكاء الاصطناعي — احتمالات وليست حقائق

  • Ein Umdenken im Umgang mit Schutzgebieten und Kampfmittelverdachtsflächen ist dringend erforderlich.

    مرجح جداً · خلال أشهر

أسئلة مفتوحة

  • Wie kann das Umdenken im Umgang mit Kampfmittelverdachtsflächen konkret umgesetzt werden?
  • Welche spezifischen Maßnahmen des Waldumbaus sind am effektivsten für den Brandschutz?
  • Wie kann die Bevölkerung noch besser in die Brandfrüherkennung eingebunden werden?

مواضيع ذات صلة

This article was originally published by FAZ.

أخبار ذات صلة

المزيد حول هذا الموضوعWaldbrände