WM-Rundschau: Zwischen Spielerstreit, Expertenkritik und neuen Rekorden
نظرة سريعة
Panamas Spieler geraten aneinander, Musiala kritisiert, Senegal siegt hoch, James hat Probleme, Rangnick will Sieg, afrikanische WM-Hoffnung, VAR-Kritik, Brown fehlt, Martinez-Pressekonferenz-Panne, Zuschauerrekord, Elanga-Fauxpas, Iran kritisiert Medien, Advocaat über Rente, TV-Quoten, Davies spielt, USA-Trainer wehrt sich, WM-Szenarien, Niederlande auf Kurs, Faé kritisiert Schweinsteiger, Ägypten-Trainer fokussiert, Sané-Rekordtor.
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Die Fußball-WM liefert zahlreiche Schlagzeilen abseits des Platzes, von internen Konflikten bis zu Expertenmeinungen und technischen Pannen.
Zwei Spieler von Panama sind vor der letzten Partie des Außenseiters bei dieser Fußball-WM aneinandergeraten. Trainer Thomas Christiansen wertet das aber sogar als „gutes Zeichen“. Kurze Videoaufnahmen zeigen, wie sich die Offensivspieler Cecilio Waterman und Jose Luis Rodriguez auf dem Rasen ein hitziges Wortgefecht liefern, gegenseitig schubsen und dann durch Teamkollegen voneinander getrennt werden.
„Das ist eine ganz normale Situation“, sagte Christiansen. „Ich würde das gerne öfter sehen. Es zeigt, dass die Mannschaft lebt und jeder versucht, in die Startelf zu kommen.“ Er finde es gut, dass die Spieler mit Eifer dabei seien.
Fußball-Experte Marcel Reif hat bei „Bild“ scharfe Kritik am Spiel von Jamal Musiala geübt. Der deutsche Techniker habe sich bei der deutschen 1:2-Niederlage gegen Ecuador zu keiner Zeit auf die Bedingungen einstellen können. „Musiala hat nicht stattgefunden. Musiala hat Kinderfußball gespielt“, sagte Reif. Der Offensivstar des FC Bayern sei ein unfassbar guter Kicker, aber Ecuador habe ihn nicht kicken lassen, sondern gesagt: „Das ist unser Schulhof. Da machen wir nicht Trallala und Hopsassa. Wenn du an den Ball kommst, gibt es richtig Futter. Und damit ist er überhaupt nicht klargekommen. Null.“
Das gelte aber auch für andere Spieler, sagte Reif: „Der einzige, der mal richtig dagegenhalten hat, war in einer Szene Tah, als er den Valencia auf dessen eigene Trainerbank schickt.“
Im Parallelspiel hat Senegal seine Chance auf den Einzug in die K.-o.-Phase deutlich verbessert. In Überzahl kamen die Westafrikaner beim 5:0 (1:0) gegen den Irak zu ihrem ersten Erfolg beim XXL-Turnier und dürfen mit drei Punkten und einer positiven Tordifferenz (+2) auf einen Platz im Sechzehntelfinale hoffen.
James plagen muskuläre Probleme am Oberschenkel. Er hatte zuletzt nicht mit der Mannschaft trainiert, in den ersten beiden Gruppenspielen aber in der Startelf gestanden. Er hoffe, dass der Defensivmann bis zu einem Sechzehntelfinale wieder fit sei, meinte Tuchel. Es werde aber knapp.
Vor dem brisanten Vorrunden-Showdown gegen Algerien hat Österreichs Nationaltrainer Ralf Rangnick ausgeschlossen, mit seiner Mannschaft auf ein Unentschieden aus zu sein. „Das wird keinen Einfluss auf das Spiel haben“, sagte Rangnick zu der Konstellation, dass beiden Teams am Sonntag (4.00 Uhr MEZ) in Kansas City ein Punkt zum Weiterkommen reichen wird. „Du kannst nicht in ein Spiel gehen und sagen, du spielst auf Unentschieden. Wie das in den letzten fünf Minuten sein wird, das wird man sehen. Aber wir werden das Team sicher nicht ins Rennen schicken, um Remis zu spielen“, sagte Rangnick.
Österreich und Algerien sowie das bereits für die K.-o.-Runde qualifizierte Argentinien und das schon ausgeschiedene Jordanien bestreiten die letzten Gruppenspiele des Turniers. Sie wissen bei der Mega-WM mit 48 Teams, bei der auch die acht besten Gruppendritten weiterkommen, also genau, was für das Weiterkommen reicht. Und sie wissen dann sogar genau, welcher Gegner bei Platz zwei und welcher bei Platz drei wartet. Schon jetzt ist quasi sicher, dass beiden ein Remis zum Weiterkommen genügt.
Der erste afrikanische Weltmeister ist laut Kongos Trainer Sébastien Desabre keine reine Fantasie mehr. „Für mich ist es nur eine Frage der Zeit“, sagte der Franzose. Er arbeite seit 15 Jahren auf dem Kontinent. „Die Strukturen werden besser, die Trainer werden besser, die Spieler werden besser.“
Ghanas Nationalcoach Carlos Queiroz hat erneut scharfe Kritik am Video-Schiedsrichter geäußert. Zehn Jahre seien seit der Einführung vergangen, sagte der Trainer-Routinier vor der Partie gegen Kroatien. Es gebe „keine Entschuldigung“ dafür, dass er seitdem noch nicht besser funktioniere. Er hoffe, dass sich das ändern werde. Es sei für die Verantwortlichen des Weltverbands Fifa an der Zeit, zu analysieren, was sich seitdem getan habe. Der Video-Referee sei eingeführt worden, um den Schiedsrichtern zu helfen und gute Entscheidungen zu treffen.
Beim vergangenen Spiel gegen England (0:0) hatte sich Ghana benachteiligt gefühlt, weil es in der Schlussphase bei einer strittigen Situation keinen Elfmeter bekommen hatte. Der VAR habe „wieder mal einen Kaffee getrunken“, hatte Queiroz anschließend gemeckert.
Der zuletzt wegen Adduktorenproblemen angeschlagene Nathaniel Brown hat nicht an der Übungseinheit der Ersatzspieler des DFB-Teams teilgenommen. Der 23-Jährige stand im Teamquartier in Winston-Salem nicht auf dem Trainingsplatz. Brown hatte wegen der Blessur bereits zuletzt pausieren müssen und auch beim 1:2 gegen Ecuador nicht mitwirken können. David Raum hatte als sein Ersatzmann als linker Außenverteidiger kein gutes Spiel gemacht.
Eine technische Panne bei der Pressekonferenz von Portugals Trainer Roberto Martinez hat vor dem Spiel gegen Kolumbien für gute Laune gesorgt. Auf einmal ertönte im Medienraum des Miami Stadiums laute Musik der britischen Sängerin Dua Lipa – und kein Mitarbeiter vor Ort war über die Dauer von fast zwei Songs in der Lage, das zu stoppen.
Eine Fifa-Sprecherin auf dem Podium entschuldigte sich bei Martinez für diese Unterbrechung, aber den 52-jährigen Spanier amüsierte die Situation. „Kein Problem“, sagte Martinez. „Wir sollten tanzen. Wahrscheinlich supportet Dua Lipa Portugal.“ Sein Pressesprecher und er wippten dazu im Takt mit dem Kopf.
Die WM hat bereits zur Halbzeit des Turniers einen neuen Zuschauerrekord aufgestellt. Mit dem Deutschland-Spiel gegen Ecuador wurde die bisherige Bestmarke der WM 1994 in den USA übertroffen. Insgesamt 3.605.357 Fans besuchten bislang die ersten 56 Partien, das DFB-Spiel im ausverkauften WM-Finalstadion in East Rutherford sahen 80.663 Zuschauer.
Erst seine Teamkollegen klärten den Torschützen darüber auf, dass Schweden als Gruppendritter sehr wohl weitergekommen war. Trainer Graham Potter reagierte mit Humor auf den Fauxpas: „Ach du meine Güte. Das erklärt einiges.“ Offenbar hatte Elanga bei der Besprechung der möglichen Gruppenkonstellationen vor dem Spiel nicht besonders aufmerksam zugehört.
Der iranische Fußballverband hat die Medienberichterstattung rund um die Nationalmannschaft kritisiert und eine einseitige Darstellung der Ereignisse beklagt. Konkret geht es bei den Vorwürfen um die Arbeit eines angeblich nicht durch die Fifa akkreditierten Mediums mit anti-iranischer Ausrichtung, wie der Verband mitteilte.
Im Iran sind sie tatsächlich anderes gewohnt, zumindest wenn man auf Linie ist. Die Pressefreiheit im Land ist extrem eingeschränkt. Nach der Rangliste von Reporter ohne Grenzen (RSF) lag der Iran zuletzt auf Rang 176 von 180 Ländern. Tendenz fallend.
Dick Advocaat denkt mit 78 dann noch mal an die Rente. Er habe noch nicht entschieden, ob er nach dem WM-Aus weiter als Nationaltrainer Curaçaos arbeiten wolle. „Darüber habe ich mir noch keine Minute Gedanken gemacht. Ich habe mich auf die WM fokussiert und wollte das maximale Ergebnis. Vielleicht, wenn ich den Raum verlasse“, sagte Niederländer nach dem 0:2 gegen die Elfenbeinküste.
Damit war das Interesse sogar leicht größer als beim zweiten Gruppenspiel gegen die Elfenbeinküste, das 18,26 Millionen Menschen gesehen hatten. Den Spitzenwert der Öffentlich-Rechtlichen hält weiterhin der 7:1-Auftaktsieg gegen Curaçao mit mehr als 24 Millionen Zuschauern. Nicht berücksichtigt sind dabei die Abrufe im Livestream sowie die Zuschauer von MagentaTV.
Im ersten Sechzehntelfinale der WM-Geschichte soll Kanadas Anführer Alphonso Davies vom FC Bayern endlich seinen Premieren-Auftritt bekommen. „Er ist bereit und wird spielen“, verkündete Kanadas Trainer Jesse Marsch vor dem Duell mit Südafrika am Sonntag (21.00 Uhr/MagentaTV) in Inglewood bei Los Angeles.
Doch steht Davies nach seiner durch eine Oberschenkelverletzung erzwungenen Zuschauerrolle in den drei Vorrundenpartien auch auf Anhieb in der Startelf? „Das wird sich zeigen“, beschied Marsch und rief den Reportern lachend zu: „Soll ich euch etwa die Aufstellung und den Matchplan geben?“
US-Trainer Mauricio Pochettino hat sich nach der ersten Niederlage gegen zu viel Kritik an dem 2:3 gegen die Türkei gewehrt. „Geschichte zu schreiben heißt, die Weltmeisterschaft zu gewinnen, nicht drei Spiele in Folge. Sorry, Leute. Ich muss euch alle daran erinnern, dass wir die Gruppe gewonnen haben“, echauffierte sich der Argentinier nach der sportlich bedeutungslosen Partie zum Abschluss der Gruppenphase. Im Sechzehntelfinale treffen die USA auf Bosnien-Herzegowina.
Für die Verteilung der Gruppendritten auf die Sechzehntelfinals gibt es aufgrund des Fifa-Modus insgesamt 495 Szenarien, davon sind inzwischen nur noch 51 übrig. 45 davon sehen Paraguay als nächsten Gegner der Mannschaft von Julian Nagelsmann. Für Schottland als Gegner gibt es noch fünf Szenarien, für Schweden nur eines.
Ungeschlagen, Gruppenerster: Die Niederlande sind bei der WM auf Kurs. Doch mit dem bisher Erreichten wollte sich bei der Elftal nach dem 3:1 (2:0) gegen das bereits zuvor ausgeschiedene und nach einem chaotischen Turnierverlauf samt Trainerwechsel nicht konkurrenzfähige Tunesien niemand lange aufhalten. „Jetzt kommen die großen Spiele. Jetzt müssen wir bereit sein“, sagte Jan Paul van Hecke.
In der K.-o.-Runde geht es für das Oranje-Team am Dienstag (3 Uhr) im mexikanischen Monterrey gegen Marokko weiter. Der Gruppenzweite Japan trifft nach einem 1:1 (0:0) gegen Schweden auf Brasilien. Die Skandinavier schlossen die Gruppe auf Rang drei ab.
Der Trainer der Elfenbeinküste, Emerse Faé, hat Bastian Schweinsteiger scharf für dessen Aussage über den Spielstil der Afrikaner kritisiert. „Das ist traurig. Wir könnten es rassistisch nennen. Als ich seinen Kommentar gehört habe, war ich enttäuscht. Ich habe keine andere Möglichkeit, als das zu akzeptieren“, sagte Faé nach dem 2:0 gegen Curaçao.
Wenige Tage zuvor war Schweinsteiger für Äußerungen über den Fußball der Elfenbeinküste kritisiert worden. Der frühere Nationalspieler und aktuelle ARD-Experte beschrieb das Spiel des deutschen Gruppengegners als „bisschen afrikanischer Fußball natürlich, der manchmal so ein bisschen unorthodox ist, ein bisschen wild ist, bisschen vielleicht auch manchmal nicht ganz so von der Taktik geprägt ist. Wir müssen uns einstellen, dass es unberechenbar wird manchmal.“ Schweinsteiger wurde kritisiert, mit seinen Äußerungen rassistische Stereotype zu verbreiten. „Ich stimme ihm nicht zu. Alles, was ich tun kann, ist zu zeigen, dass wir nicht nur physisch spielen, sondern auch taktisch und technisch“, sagte Faé weiter.
Ägyptens Nationaltrainer Hossam Hassan will sich nicht an Debatten rund um das als „Pride Match“ ausgerufene Spiel gegen den Iran beteiligen. „Als Trainer bin ich nur auf Fußball fokussiert. Das ist alles, worüber ich nachdenke“, sagte der 59-Jährige in Seattle auf eine Frage nach der Partie.
In der Stadt an der US-Westküste findet am Wochenende das „Pride Fest“ statt. Das ist ein großes, buntes Festival zur Feier der LGBTQI+-Gemeinschaft. Es geht um Vielfalt und Gleichberechtigung, unter anderem sind eine Parade durch die Innenstadt und zahlreiche Konzerte geplant. Das Spiel wurde in diesem Zusammenhang von den lokalen Organisatoren als Pride Match ausgerufen. Nachdem dafür dann die Paarung Ägypten gegen Iran angesetzt wurde, gab es schnell Diskussionen. Beide Nationen sind weit davon entfernt, die Werte des „Pride Fest“ zu teilen.
Nach dem zweitschnellsten Tor in der deutschen WM-Historie durch Leroy Sané nach 1:49 Minuten verlor das DFB-Team in East Rutherford gegen Ecuador mit 1:2 (1:1). Nilson Angulo (9.) und Gonzalo Plata (77.) wendeten die Partie für die Südamerikaner, die nach dem verdienten ersten Turniersieg das Weiterkommen bejubelten.
أسئلة مفتوحة
- Wie wird sich der Spielerstreit in Panama auswirken?
- Wird sich die VAR-Technologie verbessern?
- Wie wird sich Alphonso Davies im ersten Spiel schlagen?




