AfD Bayern: Protschka setzt sich im Machtkampf durch
Auf einen Blick
- Steffen Protschka wurde mit 79% der Stimmen zum neuen AfD-Vorsitzenden in Bayern gewählt.
- Er setzte sich in einem internen Machtkampf durch und kündigte geschlossenes Auftreten an.
- Markus Buchheit und Katrin Ebner-Steiner gehören dem neuen Vorstand an.
KI-generierte Zusammenfassung
Warum es wichtig ist
Steffen Protschka wurde zum neuen AfD-Vorsitzenden in Bayern gewählt, nachdem er interne Vorwürfe gegen Teile des Landesvorstands erhoben hatte. Er wurde von Alice Weidel und Björn Höcke unterstützt.
Für Protschka stimmten nach Angaben des Wahlleiters dann gut 79 Prozent der anwesenden Mitglieder.
Protschka behauptete vor der Wahl, die Partei sei „nicht zerstritten“. Kurz vor dem Wochenende hatte er allerdings schwere Vorwürfe gegen Teile seines eigenen Landesvorstands erhoben und davon gesprochen, dass externe Kräfte die Partei „kapern“ wollten. Abgeordnete aus den eigenen Reihen, so behauptete Protschka, hätten sich kaufen lassen, um ihn zu stürzen.
Am Ende setzte sich Protschka, der nach eigenen Angaben von Bundeschefin Alice Weidel und dem rechtsextremen Kopf der AfD in Thüringen, Björn Höcke, unterstützt wurde, mit einem neuen Team durch. Gut möglich, dass der interne Druck auf das Gegenlager rund um Mixl am Ende doch zu groß war.
Dem neuen Vorstandsteam gehören in führenden Positionen künftig auch der AfD-Europaabgeordnete Markus Buchheit sowie die Chefin der AfD-Landtagsfraktion, Katrin Ebner-Steiner, an.
Protschka beleidigte in seiner Rede Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) als „Lügenfritze“ und sagte, die AfD werde Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) „aus dem Maximilianeum treiben“. Buchheit, nun zweiter Mann in der Landespartei hinter Protschka, räumte ein: „Jawoll, die bayerische AfD war ein Hort des Chaos“, doch nun werde man geschlossen auftreten. Ebner-Steiner sagte: „Wir müssen wieder lernen, konstruktiv zu sprechen.“
Protschka sah sich Druck und Drohungen ausgesetzt
In den vergangenen Wochen hatte hinter den Kulissen und zuletzt auch auf offener Bühne ein erbitterter Machtkampf getobt. Dies gipfelte etwa in einem Brief des Teams Protschka an den AfD-Bundesvorstand. Beklagt wurde darin „der gezielte Versuch externer Netzwerke, die freie Willensbildung unseres stärksten Landesverbandes zu kapern“. Der Landesvorsitzende sah sich Druck und Drohungen ausgesetzt.
Beispiellos gestaltete sich schon der Beginn des Parteitags. Nicht wie sonst üblich der Landesvorsitzende, sondern andere Vorstandsmitglieder wollten den Tätigkeitsbericht des Landesvorstands vorstellen, möglicherweise gemeinsam. Der Parteitag stimmte dann aber mit großer Mehrheit für den Antrag eines Mitglieds, dass allein Protschka für den Bericht das Wort erteilt werden soll.
Spätestens da zeichnete sich ab, dass Protschka mit einer Mehrheit würde rechnen können. Ob und wann Mixl sich entschied, anders als angekündigt doch nicht zur Vorsitzendenwahl anzutreten, wurde zunächst nicht bekannt.
Offene Fragen
- Wann entschied sich Mixl gegen eine Kandidatur?
- Wie reagieren externe Kräfte auf Protschkas Sieg?




