Baukosten und Gaspreise steigen wegen Irankriegs deutlich
Verband: Dreiprozentiger Anstieg bei Baumaterialien wie Stahl und Beton / Gas so teuer wie seit März 2023 nicht mehr
Auf einen Blick
- Der Irankrieg treibt die Baukosten in Deutschland um drei bis fünf Prozent in die Höhe.
- Betroffen sind Stahl, Beton, Dämmstoffe und Folien auf Rohölbasis sowie Krantransporte durch höhere Dieselkosten.
- Gaspreise erreichen Höchststand seit März 2023 bei durchschnittlich elf Cent pro Kilowattstunde.
KI-generierte Zusammenfassung
Warum es wichtig ist
Bereits während des Ukrainekriegs 2022 waren die Baukosten zeitweise um mehr als 15 Prozent gestiegen, was zu einem Einbruch des Neubaus führte. Die aktuelle Situation verschärft die Lage erneut.
Hausbauer müssen sich wegen des Irankriegs auf deutlich höhere Kosten für ihr Eigenheim einstellen. »Wir sehen fast überall Kostensteigerungen«, sagt der Präsident des Verbands baugewerblicher Unternehmer Hessen, Thomas Reimann, der Nachrichtenagentur dpa. Das reiche von Stahl über Beton bis hin zu Dämmstoffen und Folien, die auf Rohöl basierten. Auch das Aufstellen von Kränen sei teurer geworden wegen höherer Dieselkosten bei der Anfahrt. »Insgesamt liegen die Baukosten um drei bis fünf Prozent höher als vor dem Irankrieg«, sagte Reimann, der selbst Bauunternehmer ist. Schon 2024 und 2025 waren die Baukosten für konventionelle Wohngebäude laut Statistischem Bundesamt um rund drei Prozent gestiegen. Während des Ukrainekriegs 2022 hatte es sogar zeitweise Kostensteigerungen von mehr als 15 Prozent gegeben, in der Folge brach der Neubau ein. »Wir müssen wegkommen vom Goldstandard« Der Unternehmer verwies auf Schweden als Vorbild. Das Land komme verglichen mit Deutschland mit weniger Baunormen aus und baue entsprechend billiger. »Und in Belgien und Frankreich sind Stärken von 15 bis 19 Zentimeter für Betondecken üblich, während wir in Deutschland 30 bis 40 Zentimeter verbauen.« Bei einer dünneren Decke höre man spielende Kinder bei den Nachbarn vielleicht mehr, so Reimann. Das sei verkraftbar. »Wir müssen wegkommen vom Goldstandard.« »Wir stehen eher am Anfang höherer Preise bei Gas als am Ende der Entwicklung«, sagte Puschmann der »Augsburger Allgemeinen«. »Je länger aber der Konflikt andauert, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich die höheren Beschaffungspreise für Erdgas auch in höheren Endkundenpreisen niederschlagen«, erklärte er. »Gas ist so teuer wie seit März 2023 nicht mehr«, sagte der Verivox-Chef. »Wer neu abschließt, muss derzeit im Schnitt elf Cent pro Kilowattstunde Gas zahlen.« Damit seien nahezu die zwölf Cent der Gaspreis-Bremse erreicht, die die Ampelregierung nach Beginn des Ukrainekriegs festgelegt habe. Die hohen Gaspreise wirkten zeitversetzt auch auf die Strompreise. »Kostensteigerungen von zehn Prozent pro Haushalt sind möglich«, sagte Puschmann. Stromsteuer-Senkung wirksamer als Tankrabatt Hintergrund sei das Merit-Order-Prinzip an der europäischen Strombörse, wonach sich der Preis an den teuersten Energiequellen ausrichte, die häufig Strom aus Gaskraftwerken seien. »Wir sehen, dass die Börsenstrompreise jetzt schon auf die Gaskrise reagieren«, erklärte der Verivox-Chef. Um die Verbraucher zu entlasten, könnte eine Senkung der Stromsteuer auf das europäisch vereinbarte Minimum helfen. »Die Stromsteuersenkung wäre wirksamer als die 17 Cent Entlastung pro Liter an der Tankstelle«, sagte der Verivox-Chef. »Wer 40 Kilometer am Tag fährt, spart sich durch den Tankrabatt in zwei Monaten rund 20 bis 25 Euro« fügte er hinzu.
Offene Fragen
- Wie lange wird der Irankrieg noch dauern und wie werden sich die Preise weiter entwickeln?
- Welche konkreten Maßnahmen plant die Bundesregierung zur Entlastung?





