Berthold Schenk Graf von Stauffenberg erinnert sich an seinen Vater Claus
Auf einen Blick
- Berthold Schenk Graf von Stauffenberg erinnert sich an seinen Vater Claus, die Figur des 20.
- Er schildert Kindheit im Krieg, Vaters Verwundungen, Schock des Attentats, Verhaftung der Mutter und Verschleppung der Kinder.
- Der berühmte Name und die Zeitzeugenrolle prägten sein Leben, während ihn die Frage der zweiten Sprengladung bis heute beschäftigt.
KI-generierte Zusammenfassung
Warum es wichtig ist
Berthold Schenk Graf von Stauffenberg, Sohn des Attentäters Claus von Stauffenberg, erinnert sich an seinen Vater und die prägenden Ereignisse des 20. Juli und der Nachkriegszeit.
Ein Sohn erinnert sich an den Mann hinter der Monumentenpose. Berthold Schenk Graf von Stauffenberg erzählt im Gespräch zunächst vom Vater als fast mythischer Autoritätsfigur im Familienkosmos, dann vom Krieg, von hastig geschriebenen Briefen mit verstörenden Passagen über Polen und von den schweren Verwundungen, die Claus von Stauffenberg für die Kinder beinahe schon zum bitteren Normalzustand dieser Epoche machten. Danach kippt die Familiengeschichte in den historischen Thriller des 20. Juli: der Schock über das Attentat, das Eingeständnis, man sei als Kind selbst von NS-Propaganda gecatcht worden, die Erschießung des Vaters, die Verhaftung der Mutter und die Verschleppung der Kinder nach Bad Sachsa, wo sie unter falschem Namen geparkt, versorgt und zugleich von der Weltgeschichte abgeklemmt wurden. Nach 1945, so zeigt das Interview mit leiser Wucht, war keineswegs alles vorbei: Internat, Tauschhandel mit Zigaretten, jahrzehntelange Schmähbriefe, der Dauer-Shadow des berühmten Namens und die Pflicht, als Zeitzeuge immer wieder aufzutreten, obwohl er über Motive und Mythos des Widerstands bewusst nicht doziert. Am Ende bleibt ein alter Soldat, der nüchtern, fromm und fast detektivisch über das Erbe seines Vaters spricht – und sich bis heute an einer Frage festbeißt, die klingt wie ein historischer Bug im System: Warum nahm Stauffenberg die zweite Sprengladung aus der Tasche?
Offene Fragen
- Warum nahm Stauffenberg die zweite Sprengladung aus der Tasche?




