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Börsen unter Druck: Iran-Ängste und Konjunkturdaten im Fokus
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Börsen unter Druck: Iran-Ängste und Konjunkturdaten im Fokus

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Gewinnmitnahmen nach KI-Rally oder doch neue Iran-Ängste? Die Börsen entfernen sich etwas von ihren Rekordständen. Am Donnerstag stehen Konjunktur und Geldpolitik im Mittelpunkt. Timm Seckel 04.06.2026 - 07:28 Uhr Artikel anhören

Kurstafel der Frankfurter Börse. Foto: Handelsblatt

Frankfurt, Düsseldorf. Der deutsche Leitindex hat sich am Mittwoch ein Stück von seinem Rekordniveau entfernt. Die angespannte Lage rund um den Persischen Golf nach massiven iranischen Angriffen auf Kuwait verunsichert Anlegerinnen und Anleger. Zudem belasten steigende Ölpreise die Konjunkturaussichten. Der Dax schloss am Mittwoch bei 24.796 Punkten und damit 1,3 Prozent im Minus.

Am Donnerstag ist in vielen Bundesländern Deutschlands Feiertag, an der Frankfurter Börse wird dennoch gehandelt. Die Zahl der Transaktionen dürfte allerdings vergleichsweise gering ausfallen. Auf außerbörslichen Handelsplattformen liegt der Dax vor Börsenstart leicht im Minus.

Neben der Geopolitik blicken Investorinnen und Investoren vor allem auf einen Auftritt von EZB-Chefin Christine Lagarde, neue Daten zum US-Arbeitsmarkt und eine Veranstaltung mit Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp. Marktbewegende Quartalszahlen sind am Donnerstag dagegen nicht zu erwarten.

1 – Börsen in New York: Dow Jones, S&P 500 und Nasdaq

Die US-Börsen gaben zur Wochenmitte einige Punkte ab. Zuletzt hatten die Leitindizes noch Rekorde aufgestellt.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verlor 1,2 Prozent auf 50.687 Punkte.

Der breiter gefasste S&P 500 verlor 0,7 Prozent auf 7553 Zähler.

Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab um 0,9 Prozent auf 26.853 Punkte nach.

Obwohl die USA und der Iran über eine Verlängerung der seit knapp zwei Monaten geltenden Waffenruhe verhandeln, lieferten sich beide Seiten schwere Feuergefechte. Iranische Treffer am Flughafen von Kuwait richteten in der Nacht zum Mittwoch schwere Schäden an, töteten mindestens eine Person und verletzten Dutzende weitere.

Die Ölpreise fielen daraufhin wieder, nachdem sie infolge der neuesten Eskalation am Mittwoch wieder zugelegt hatten.

2 – Börsen in Asien: Nikkei, Topix und CSI 300

Die unklare Lage im Nahen Osten und ein Ausverkauf bei Technologiewerten haben den asiatischen Aktienmärkten am Donnerstag deutliche Verluste eingebrockt.

Der breit gefasste MSCI-Index für asiatisch-pazifische Aktien außerhalb Japans fiel um 1,5 Prozent.

Auch in Südkorea gaben die Kurse nach einem Feiertag um bis zu 2,6 Prozent nach.

In Tokio rutschte der japanische Leitindex Nikkei um 1,9 Prozent auf 67.149 Punkte ab, nachdem er am Mittwoch noch ein Rekordhoch markiert hatte.

Der breiter gefasste Topix verlor 1,28 Prozent auf 3944 Zähler.

Die fragile Lage in Nahost dämpften die Risikobereitschaft der Anleger spürbar. „Die Finanzmärkte haben wieder in einen Risiko-Vermeidungs-Modus geschaltet, da die USA und der Iran erneut das Feuer aufeinander eröffnet haben“, erklärten die Analysten von Westpac.

Zudem sorgte ein enttäuschender Umsatzausblick des US-Chipkonzerns Broadcom für einen Ausverkauf bei Werten aus dem Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI).

3 – Lagarde-Auftritt in Frankreich

Vor der Schweigeperiode im Vorlauf zur EZB-Zinsentscheidung am 11. Juni spricht Notenbankchefin Christine Lagarde noch einmal öffentlich – bei einer Veranstaltung eines Frauen-Gesundheitsnetzwerks im französischen Aix-en-Provence. Ob sie dabei etwas zur Geldpolitik oder überhaupt zu wirtschaftlichen Themen sagen wird, ist offen. Es gilt vor der Sitzung der Notenbanker als nahezu ausgemacht, dass sie angesichts der anziehenden Inflation die Zinsen erhöhen wird.

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4 – US-Arbeitsmarkt

Nach den Beschäftigungsdaten des Dienstleisters ADP, die einen etwas höheren Job-Zuwachs als erwartet zeigen, folgen am Donnerstag die wöchentlichen Daten zu Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe. Der Arbeitsmarkt ist angesichts des dualen Mandats der US-Notenbank Federal Reserve ein zentrales Element der Geldpolitik.

Die Daten gelten als Indikator für Regierungszahlen am Freitag. Ökonomen gehen davon aus, dass mehr Stellen geschaffen wurden als im Vormonat.

5 – Orlopp spricht bei Goldman-Konferenz

Um 14:15 Uhr sprechen zwei Commerzbank-Vorstände, Chefin Bettina Orlopp und Finanzchef Carsten Schmitt, bei einer Konferenz der US-Großbank Goldman Sachs in Zürich. Sie wollen dort die Strategie der Commerzbank präsentieren, auf der aufbauend die Bank die Übernahmeofferten der Unicredit als ungenügend bewertet.

Anlegerinnen und Anleger werden genau hinhören, wie Orlopp sich zum Übernahmeangebot der Unicredit positioniert. Die ablehnende Haltung der Frankfurter ist bekannt, doch der Ausgang des Vorstoßes weiter ungewiss, zumal sich die Unicredit zuletzt weitere Aktien des deutschen Geldhauses sichern konnte. Das laufende Übernahmeangebot soll noch bis Anfang Juli verlängert werden – eine Annäherung zwischen den Führungsetagen in Frankfurt und Mailand ist bisher nicht in Sicht.

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Mit Material der Nachrichtenagenturen Reuters und dpa.

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This article was originally published by Handelsblatt.

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