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Chinas Wirtschaft: Exporte treiben Wachstum, Binnenkonsum schwächelt
In Entwicklung
Handelsblatt16.06.2026Business5 dk okumaGermany

Chinas Wirtschaft: Exporte treiben Wachstum, Binnenkonsum schwächelt

Auf einen Blick

  • Chinas Wirtschaft wächst dank starker Exporte, insbesondere von KI-Hardware.
  • Der Binnenkonsum und der Immobilienmarkt zeigen jedoch weiterhin Schwäche.
  • Einzelhandelsumsätze und Autoverkäufe sind rückläufig, während die Immobilienpreise weiter fallen.

KI-generierte Zusammenfassung

Warum es wichtig ist

Chinas Wirtschaft wird zunehmend von Exporten getragen, während der Binnenkonsum und der angeschlagene Immobiliensektor weiterhin schwächeln. Die Regierung zögert mit größeren Konjunkturprogrammen.

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Industrieproduktion und Exporte legen zu – besonders dank KI-Hardware. Gleichzeitig sinkt der Binnenkonsum, und auch am Immobilienmarkt hellt sich die Lage nicht nachhaltig auf. Martin Benninghoff 16.06.2026 - 07:11 Uhr Artikel anhören

Geely-Modell des chinesischen Autoherstellers Geely: Im Inland brechen die Verkäufe ein. Foto: REUTERS

Shanghai. Die Exporte sind der wichtigste Wachstumstreiber der chinesischen Wirtschaft. Die am Dienstag in Peking veröffentlichten jüngsten Konjunkturdaten deuten darauf hin, dass sich dieser Trend fortsetzt.

Während die Industrieproduktion der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt weiter zunimmt, zeigt der Binnenkonsum wenig Dynamik. So sind die Einzelhandelsumsätze im Mai erstmals seit knapp vier Jahren wieder gefallen. Auch der ohnehin angeschlagene chinesische Immobiliensektor zeigt bislang keine echte Erholung.

Die Industrieproduktion stieg im Mai demnach im Jahresvergleich um 4,5 Prozent, nach 4,1 Prozent im April, wie das Nationale Statistikamt angibt. Verantwortlich dafür ist vor allem der Außenhandel: Die Exporte stiegen im Mai um 19,4 Prozent – gestützt durch die hohe weltweite Nachfrage nach Technologie rund um Künstliche Intelligenz (KI).

Laut den Daten trugen Halbleiter und andere Tech-Komponenten maßgeblich zum Exportwachstum und auch zu den Importen bei. Die Ausfuhren chinesischer Chips stiegen um 111 Prozent.

Der Außenhandel stützt die chinesische Wirtschaft, die im Inland mit Problemen zu kämpfen hat. So gingen die Einzelhandelsumsätze im Mai um 0,6 Prozent zurück – die Zahl ist ein wichtiges Barometer für die private Konsumneigung in China. Dies ist der erste Rückgang seit Dezember 2022 und ein Dämpfer für die Bemühungen der chinesischen Regierung, den Binnenkonsum wieder zu beleben. Allerdings scheut sich Peking bislang, größere Konjunkturprogramme aufzulegen.

Autoverkäufe im Inland stark rückläufig

Besonders deutlich zeigt sich die Schwäche der Binnennachfrage im wichtigen Autosektor. Die Verkäufe im Land selbst sanken im Mai zum achten Mal in Folge. China ist der weltgrößte Automarkt. Laut Daten des chinesischen Verbands für Pkw wurden im Mai nur noch rund 1,5 Millionen Autos verkauft. Das ist ein Minus von 22 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Von Januar bis Mai lagen die Verkäufe um fast 20 Prozent unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums.

Diese Entwicklung ist ein Grund dafür, dass Chinas Autobauer verstärkt nach Absatzmärkten in Übersee suchen, so auch in Europa und Deutschland. Die europäischen Regierungen sowie die Europäische Union diskutieren in dieser Woche unter anderem beim G7-Gipfel in Évian über stärkere Schutzmaßnahmen gegen chinesische Exporte. Diese bedrohen nach weithin geteilter Meinung aufgrund von Chinas Industriepolitik und der gezielten Schwächung des Yuan europäische Jobs.

Kommentar

Illusionen im China-Geschäft helfen uns in der G7 nicht weiter

Martin Benninghoff

Lange galt China als Markt mit sehr verlässlichen Wachstumsaussichten, was unter anderem auf das Wachstum der Mittelschicht und somit der Zahl kaufkräftiger Kunden zurückzuführen ist. Staatliche Medien schätzen die Mittelschicht auf mehr als 400 Millionen der insgesamt 1,4 Milliarden Einwohner. Bislang ging man in China von weiterem Wachstum aus. Es gibt jedoch auch zunehmend Stimmen, die davon ausgehen, dass diese Zahl eher stagnieren könnte.

Fallende Immobilienpreise

Ein Grund für den schwachen Konsum ist die anhaltende Immobilienkrise – und die Zeichen mehren sich, dass sie sich wieder vertieft. So fielen im Mai die Immobilienpreise schneller und stoppten damit die zu Jahresbeginn sichtbaren Anzeichen von Hoffnung auf Stabilisierung.

So sanken die Preise für Neubauten (ohne die staatlich subventionierten Wohnungen) in 70 Städten im Mai gegenüber April um 0,2 Prozent, nachdem sie im April um 0,19 Prozent nachgegeben hatten, wie das Statistikamt mitteilte. Die Preise für Bestandswohnungen im Wiederverkauf, die weniger staatlichen Eingriffen unterliegen, fielen um 0,26 Prozent – das ist der stärkste Rückgang seit drei Monaten.

Gastkommentar

China-Schock: Kann die EU ein Duell mit Peking wagen?

Die Immobilienkrise belastet die chinesische Wirtschaft seit rund fünf Jahren. Viele Chinesinnen und Chinesen haben ihre Altersvorsorge in Immobilien investiert. Viele Menschen sind vorsichtig geworden und halten ihr Erspartes zusammen, da die Altersvorsorge insgesamt als zu niedrig und volatil empfunden wird. Fallende Preise erschweren es der Führung deshalb, den privaten Konsum zu stärken.

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Eine Trendwende beim Binnenkonsum und auf dem fragilen Arbeitsmarkt ist bislang nicht in Sicht. Ohne eine spürbar stärkere Nachfrage im Inland droht der Wirtschaft eine Abschwächung – selbst wenn eine Öffnung der Straße von Hormus am Golf die weltweiten Märkte stabilisieren könnte.

Mit Agenturmaterial

Mehr: Der sanktionierte chinesische Zulieferer, ohne den es offenbar nicht geht

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Worauf zu achten ist

KI-Ausblick — Möglichkeiten, keine Fakten

  • Europäische Regierungen und die EU werden stärkere Schutzmaßnahmen gegen chinesische Exporte diskutieren und möglicherweise einführen.

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Offene Fragen

  • Wann erholt sich der chinesische Binnenkonsum?
  • Wie reagieren die G7 auf Chinas Handelspolitik?
  • Wie tief fällt der Immobilienmarkt noch?

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This article was originally published by Handelsblatt.

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