DAX in Rekordnähe – US-Inflationsdaten im Fokus
Der deutsche Leitindex hält sich nahe seinem Höchststand. Marktteilnehmer blicken gespannt auf die US-Verbraucherpreise.
Auf einen Blick
- Der DAX bleibt nahe seinem Rekordhoch, während Anleger auf die anstehenden US-Inflationsdaten blicken.
- Unterdessen belasten geopolitische Spannungen und der Iran-Konflikt die Märkte und Unternehmen wie TUI und Eon.
KI-generierte Zusammenfassung
Warum es wichtig ist
Der Iran-Konflikt sorgt für Unsicherheit an den Energiemärkten. Die US-Notenbank Fed entscheidet über Zinsen.
Der DAX bleibt ganz in der Nähe seines Rekordhochs. Im frühen Handel legt der deutsche Leitindex 0,1 Prozent auf 26.420 Punkte zu.
Gestern hatte der DAX getrieben von der Hoffnung auf eine Einigung im Iran-Krieg einen Höchststand von 26.504 Punkten erreicht. Bisher haben sich die vagen Hinweise auf eine mögliche Verständigung zwischen den Kriegsparteien aber nicht bestätigt. Die Ölpreise haben denn auch über Nacht wieder etwas angezogen. Nordseeöl der Sorte Brent kostet am Morgen 89,60 Dollar pro Barrel, 0,7 Prozent mehr als gestern.
Die US-Börsen waren gestern mit leichten Abschlägen aus dem Handel gegangen. Sowohl die Standardwerte des Dow Jones als auch die Technologietitel des Nasdaq 100 verloren 0,3 Prozent.
In Asien tendierten die Märkte im Vorfeld der Verbraucherpreisdaten aus den USA uneinheitlich. Während die Börsen in Südkorea und Japan zulegten, stand der Hang Seng in Hongkong unter Druck.
Die US-Inflationsdaten um 14.30 Uhr sind der wichtigste Konjunkturtermin des Tages. Derzeit suchen die Marktteilnehmer vor allem nach Hinweisen, ob die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) den Leitzins im September erhöht oder nicht. "Die heute anstehenden US-Verbraucherpreise könnten Wasser in den Wein der Börsenoptimisten schütten und die Zinsangst zurück auf das Börsenparkett holen", warnte Marktanalyst Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets.
Die Erwartungen der beiden Lager sind aktuell fast ausgeglichen. Einerseits schwächelt der Arbeitsmarkt, was die Fed zögern lassen könnte. Andererseits treibt der ungelöste Iran-Konflikt weiter die Ölpreise und damit die Inflation. Bei den aktuellen Daten gehen Beobachter von einer leichten Abkühlung der Teuerung auf 3,4 Prozent aus. Das würde aber immer noch weit über dem eigentlichen Zwei-Prozent-Ziel der Fed liegen.
Während die Berichtssaison in den USA so gut wie abgeschlossen ist, haben in Deutschland eine Reihe von Unternehmen ihre Zahlen zum zweiten Quartal vorgelegt.
Witterungsbedingte Verzögerungen haben die Investitionen von Eon im ersten Halbjahr gebremst. Bisher hat der DAX-Konzern drei Milliarden Euro etwa für Energieinfrastruktur und Digitalisierung in die Hand genommen. Für das Gesamtjahr stehen weiterhin 8,7 Milliarden Euro im Plan. Die Verzögerung bremst auch das Ergebniswachstum aus, weil das operative Ergebnis des DAX-Konzerns in weiten Teilen an den Ausbau des Energienetzes geknüpft ist. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stieg im ersten Halbjahr nur leicht auf 5,4 Milliarden Euro. Die Jahresziele bestätigte Eon.
Im MDAX ist die Aktie von TKMS gefragt. Der Marineschiffbauer wird für das laufende Geschäftsjahr optimistischer. Vor allem bei Atlas Electronics sowie bei Überwasserschiffen geht das Unternehmen von einem starken Wachstum aus, wie die Tochter des Industriekonzerns Thyssenkrupp mitteilte. 2025/26 (bis Ende September) soll der Umsatz nun um zehn bis zwölf Prozent steigen. Bislang hatte TKMS zwei bis fünf Prozent in Aussicht gestellt. In den ersten neun Monaten stieg der Umsatz um 19 Prozent auf knapp 1,9 Milliarden Euro. Das bereinigte Ebit legte von 98 Millionen auf 110 Millionen Euro zu.
TUI hat im dritten Quartal seines Geschäftsjahres aufgrund der Belastungen durch den Iran-Krieg weniger verdient als am Finanzmarkt erwartet. Das bereinigte Betriebsergebnis sank von April bis Juni um 27 Prozent auf 234 Millionen Euro. Analysten hatten im Schnitt mit 275 Millionen Euro gerechnet. "2026 ist kein normales Jahr", sagte TUI-Chef Sebastian Ebel. Das Marktumfeld sei schwierig. In den vergangenen vier Wochen zogen die Buchungen aber wieder an. TUI bekräftigte die im April gesenkte Gewinnprognose unter der Voraussetzung, dass sich die geopolitischen Spannungen nicht verschärfen und die Treibstoffversorgung gesichert bleibt.
Schwächster Titel im MDAX ist Bilfinger. Weil sich Kunden wegen der politischen Unsicherheit mit Investitionen zurückhielten, fiel der Auftragseingang im zweiten Quartal um 16 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro. Die operative Umsatzrendite (Ebita-Marge) erwartet der Industriedienstleister im Gesamtjahr nun am unteren Ende der Spanne von 5,8 bis 6,2 Prozent.
Worauf zu achten ist
KI-Ausblick — Möglichkeiten, keine Fakten
Veröffentlichung der US-Verbraucherpreisdaten um 14.30 Uhr
Sehr wahrscheinlich · Innerhalb von Stunden
Offene Fragen
- Wie fallen die US-Verbraucherpreise aus?
- Erhöht die Fed im September den Leitzins?






