Dax-Konzerne mit Rekordergebnissen im zweiten Quartal trotz Tausenden Jobabbauten
Betriebsgewinne der Dax-Unternehmen steigen um fast 16 Prozent auf 52,6 Milliarden Euro, doch Branchen wie die Autoindustrie schwächeln und bauen Stellen ab.
Auf einen Blick
- Deutschlands 40 Dax-Konzerne erzielten im zweiten Quartal laut einer EY-Studie einen Rekord-Betriebsgewinn von 52,6 Milliarden Euro.
- Während Branchen wie Rüstung und KI boomen, kämpfen klassische Industrien mit sinkenden Umsätzen und bauen konzernweit 41.000 Stellen ab.
KI-generierte Zusammenfassung
Warum es wichtig ist
Die Studie der Beratungsgesellschaft EY analysiert die Quartalszahlen und Pressemitteilungen der 40 Dax-Konzerne.
Frankfurt/Main. Deutschlands größte Börsenkonzerne haben im zweiten Quartal insgesamt Rekordgeschäfte gemacht, bauen aber zugleich Tausende Stellen ab.
Die 40 Dax-Konzerne steigerten ihren Betriebsgewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) zum Vorjahreszeitraum um fast 16 Prozent oder 7 Milliarden Euro auf zusammen 52,6 Milliarden Euro, zeigt eine Studie der Beratungsgesellschaft EY.
Das sei so viel wie noch nie in einem zweiten Quartal und zehn Prozent mehr als der bisherige Höchstwert von 2024 - trotz des Iran-Kriegs und Zollstreits mit den USA.
Den höchsten operativen Quartalsgewinn meldete demnach die Deutsche Telekom (6,9 Milliarden Euro), gefolgt von Allianz (4,9 Mrd.), VW (3,5 Mrd.) und Siemens (3,4 Mrd.).
Das stärkste Gewinnwachstum erzielten Bayer und der Immobilienkonzern Vonovia.
Auch der Umsatz der Dax-Unternehmen erreichte mit rund 463 Milliarden Euro in Summe einen Bestwert; er stieg um 4,6 Prozent oder knapp 20,5 Milliarden Euro.
Auch nach Einschätzung der Deutschen Bank läuft es bei vielen Konzernen im Leitindex rund.
Im zweiten Quartal habe es das höchste Gewinnwachstum seit mindestens zehn Quartalen gegeben, heißt es in einer Studie.
Für das laufende Jahr erwartet die Deutsche Bank, dass die Gewinne im Dax zweistellig zulegen und damit deutlich mehr als in den vergangenen zwei Jahren.
Allerdings wurde das Wachstum laut EY im zweiten Quartal von relativ wenigen Branchen getragen, die derzeit eine Sonderkonjunktur erleben - von der Rüstungsindustrie über die Profiteure des KI-Booms bis hin zu Chemieunternehmen, die wegen des Iran-Kriegs und Lieferengpässen in Asien die Preise anheben konnten.
Zudem verbuchten Banken und Versicherungen zuletzt Rekordgewinne.
„Bei vielen klassischen Industriekonzernen, allen voran in der Autobranche, ist von einer Trendwende dagegen nichts zu spüren“, schreibt EY in der Studie, für die Quartalszahlen und Pressemitteilungen analysiert wurden.
So verzeichneten die Autokonzerne im zweiten Quartal einen Umsatzrückgang um 1,2 Prozent und einen operativen Gewinneinbruch um 12 Prozent.
Das größte Minus beim Betriebsgewinn musste BMW mit minus 39 Prozent verkraften, bei VW und Daimler Truck ging es je um 9 Prozent bergab.
„Wer nur auf die Rekordsummen schaut, könnte meinen, die Krise sei überstanden - aber das Gegenteil ist der Fall“, sagt Henrik Ahlers, Vorsitzender der Geschäftsführung bei EY.
„Zum einen bleibt die Nachfrage am Heimatstandort Deutschland schwach, das Gewinn- und Umsatzwachstum findet in erster Linie im Ausland statt.“
Zum anderen sei die Lage in weiten Teilen der Industrie fragil.
Die Folge der Wirtschaftsflaute zeigt sich auch bei den Beschäftigten.
Zum 30. Juni beschäftigten die Dax-Konzerne rund 3,49 Millionen Menschen - 1,2 Prozent oder 41.000 weniger als ein Jahr zuvor.
21 von 37 Unternehmen, die Angaben zur Beschäftigung machen, bauten Jobs auf, 16 reduzierten sie.
Vor allem der Stellenabbau in der Autobranche drückt die Beschäftigung, während etwa der Rüstungskonzern Rheinmetall kräftig Personal einstellte.
Worauf zu achten ist
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Offene Fragen
- Wie entwickelt sich der Stellenabbau in der Autoindustrie im weiteren Jahresverlauf?
- Greifen politische Gegenmaßnahmen zur Stärkung des Standorts Deutschland?







