Deutlich mehr Programmbeschwerden bei ARD, ZDF und Deutschlandradio
Auf einen Blick
- Im vergangenen Jahr stieg die Zahl der Programmbeschwerden bei ARD, ZDF und Deutschlandradio deutlich auf knapp 5000, verglichen mit 1100 im Vorjahr.
- Dies wird auf Verstöße gegen Programmgrundsätze und die Webseite „Rundfunkalarm“ zurückgeführt.
- Nur wenige Beschwerden werden von den Rundfunkräten behandelt, da oft die Intendanten reagieren.
KI-generierte Zusammenfassung
Warum es wichtig ist
Das Medienmagazin „Mediasres“ vom Deutschlandradio berichtete über einen starken Anstieg der Programmbeschwerden bei ARD, ZDF und Deutschlandradio im vergangenen Jahr, von 1100 auf knapp 5000.
Nach Informationen des Medienmagazins „Mediasres“ vom Deutschlandradio gab es im vergangenen Jahr deutlich mehr Programmbeschwerden bei ARD, ZDF und dem Deutschlandradio als im Vorjahr. Knapp 5000 Beschwerden wurden verfasst, 2024 waren es demnach 1100. Die Daten stammen aus einer Deutschlandfunk-Umfrage unter den Sendern und jeweiligen Rundfunkräten.
Das Medienmagazin führt den starken Anstieg auf mehr konkrete Verstöße gegen die Programmgrundsätze sowie auf die Onlineseite „Rundfunkalarm“ zurück, die das Formulieren von Beschwerden unterstützt, aber auch missbraucht werden kann. Die Webseite schickt die Beschwerden an die jeweiligen Intendanten, diese sind aber nicht bei allen Sendern die korrekten Ansprechpartner. Bei acht Sendern sind dies die Rundfunkräte.
Nur wenige der Beschwerden wurden überhaupt von den Rundfunkräten behandelt. Grund dafür, so „Mediasres“, sei, dass auf Beschwerden in der Regel der Intendant reagieren muss – und gegebenenfalls auch schon Fehler eingesteht. Wenn das nicht passiert, können Beschwerdeführer eine Beschäftigung des Rundfunkrats verlangen. Dadurch sollen von den rund 5000 Beschwerden nur 184 tatsächlich in die Räte gegangen sein.
„Die Entscheidungen der Räte fallen oft zugunsten der Sender aus“
Nach Aussage des Medienmagazins erhielt es bei seiner Umfrage kaum Auskunft über die Inhalte der Beschwerden. Unter den Sendern führte nur der ZDF-Fernsehrat jede Kritik einzeln aus. Den meisten Widerspruch sollen hier das „heute journal“ sowie das „ZDF Magazin Royale“ mit Jan Böhmermann erhalten.
„Die Entscheidungen der Räte fallen oft zugunsten der Sender aus, selbst dann, wenn Fehler festgestellt werden“, erklärte Journalist Stefan Fries bei „Mediasres“. Der ZDF-Fernsehrat habe etwa einer Kritik bezüglich des Einsatzes von KI im „heute journal“ in diesem Jahr nicht stattgegeben, weil der Sender den Fehler selbst bereits eingestanden habe. „Es gab also einen Verstoß gegen Programmgrundsätze, den erkennt der Fernsehrat nicht an, formell, weil es das ZDF schon selbst getan hat.“
Offene Fragen
- Welche konkreten Inhalte der Beschwerden wurden nicht veröffentlicht?
- Wie reagieren die anderen Sender auf die Kritik?
- Welche Maßnahmen werden ergriffen, um die Programmgrundsätze einzuhalten?



