Die WM 2026: Ein Marathonflug für die deutsche Nationalmannschaft
Auf einen Blick
- Die deutsche Nationalmannschaft legt bei der WM 2026 Tausende Flugkilometer zurück.
- Von Winston-Salem aus geht es zu Spielen in New York/New Jersey, Boston, Philadelphia und Dallas, was erhebliche CO2-Emissionen verursacht.
- Selbst FIFA-Präsident Infantino reist im Privatjet.
KI-generierte Zusammenfassung
Warum es wichtig ist
Die deutsche Nationalmannschaft muss für die WM 2026 weite Strecken zwischen ihrem Quartier in Winston-Salem und den Spielorten zurücklegen. Dies führt zu hohen Flugkilometern und CO2-Emissionen.
Fast 5.000 Flugkilometer hat die deutsche Nationalmannschaft für ihre ersten beiden WM-Spiele zwischen dem Quartier in Winston-Salem und den Stadien von Houston und Toronto bereits zurückgelegt. Sollte sie das Finale erreichen, käme sie auf etwa 16.100 – selbst ohne Einsätze in Mexiko oder an der US-amerikanischen Westküste.
Hinter der Flugbilanz von Gianni Infantino wird das DFB-Team trotzdem weit zurückbleiben: Der Fifa-Präsident versucht gerade im Privatjet, was Franz Beckenbauer bei der WM 2006 noch im Helikopter unternommen hatte: so viele Spiele wie möglich zu sehen. Schade ums Klima, schade auch um die Bonusmeilen, die selbst Fußballspieler und -funktionäre bei privaten Charterflügen nicht sammeln können.
Flugdistanz hin und zurück 1.400 km East Rutherford, New Jersey Basecamp in Winston-Salem Basecamp 700 km Drittes Gruppenspiel New York / New Jersey Stadium
Ein für die Nationalmannschaft sportlich unbedeutendes Spiel gegen Ecuador im New-York-New-Jersey-Stadium? Klingt nach einem schönen Ausflug in die aufregendste Stadt der Welt, führt das Team aber nach East Rutherford, eine Gemeinde mit 10.000 Einwohnern, knapp 20 Kilometer westlich von Manhattan. Frank Sinatra stammt aus dem benachbarten Hoboken, einen Song namens East Rutherford, East Rutherford hat er jedoch nie gesungen. Kleiner Trost vielleicht für die Einwohner: Es gibt kein West Rutherford, mit dem sie sich lokalpatriotisch angestrengte Streitereien liefern müssten.
Flugdistanz hin und zurück 2.000 km Foxborough, Massachusetts Basecamp in Winston-Salem Basecamp 1.000 km Sechzehntelfinale, Boston Stadium
Der Gegner ist noch unklar, der Zielort nicht: Es geht in der K.-o.-Runde zuerst nach Boston fürs deutsche Team beziehungsweise in das, was die schottischen Fans von Boston übrig lassen. Zwei Gruppenspiele hat Schottland bereits im Stadion von Foxborough absolviert, das sich streng genommen 35 Kilometer südwestlich der Großstadt befindet. Auch eine Rückkehr fürs Sechzehntelfinale ist möglich – Analysten haben sogar berechnet, dass Schottland der wahrscheinlichste Gegner der Deutschen ist. Untergebracht ist das Team jedoch in North Carolina, nur eine Mannschaftsbusstunde vom deutschen Quartier entfernt. Vielleicht kann man sich ja eine Maschine nach Boston teilen?
Flugdistanz hin und zurück 1.200 km Philadelphia, Pennsylvania Basecamp in Winston-Salem 600 km Basecamp Achtelfinale, Philadelphia Stadium
Die kürzeste Flugreise bei dieser WM könnte die Nationalmannschaft zum jetzt schon gefürchteten Achtelfinale – möglicherweise gegen Frankreich – nach Philadelphia führen. Zwar rühmt man sich dort als City of Brotherly Love, bekannt ist die Stadt nach Jahrzehnten der Erfolglosigkeit jedoch eher für die frustriertesten und gemeinsten Sportfans in ganz Amerika. Sollte es also Schluss sein nach dem Achtelfinale, könnten sich die tapfer mitreisenden Mitglieder des DFB-Fanclubs immerhin gut unters Volk mischen. Konzerttipp für Nick Woltemade und andere unterbeschäftigte Nationalspieler: Philadelphia hat gerade eine besonders lebendige Songwriter-Szene.
Flugdistanz hin und zurück 2.000 km Foxborough, Massachusetts Basecamp in Winston-Salem Basecamp 1.000 km Viertelfinale, Boston Stadium
Wir bleiben optimistisch und buchen noch einmal Boston: wieder 2000 Kilometer Flug, wieder bis zu 500 Kilogramm CO2-Emissionen pro Nationalspieler. Popkulturelle Bedeutung erlangte das Stadion in Foxborough im vergangenen Jahr durch den sogenannten Kiss Cam Incident. Weil ein Techfirmen-CEO und seine Personalchefin kuschelnd beim Coldplay-Konzert auf dem Jumbotron gezeigt wurden, verloren so ziemlich alle Beteiligten ihre Jobs (außer Coldplay). Die MagentaTV-Experten Jürgen Klopp, Mats Hummels und Thomas Müller, bekannt für überschwänglichen Jubel auf der Pressetribüne, sind hiermit also gewarnt: Foxborough sieht alles und verzeiht nichts.
Flugdistanz hin und zurück 3.200 km Arlington, Texas Basecamp in Winston-Salem Basecamp 1.600 km Halbfinale, Dallas Stadium
Die längste Flugreise für das DFB-Team seit dem ersten Gruppenspiel (Uno-Karten einstecken!). Auch das Dallas Stadium befindet sich außerhalb der Stadt, deren Namen es während der Weltmeisterschaft trägt: Es steht im 30 Kilometer westlich gelegenen Arlington. Barbecue bei den Nowitzkis sollte trotzdem vorher drin sein. Klimatechnisch wird dieses Halbfinale übrigens ein weiterer Downer: Das vollständig verschließbare und klimatisierte Stadion hat Platz für 80.000 Zuschauer, ist jedoch nicht an den schienengebundenen Nahverkehr angeschlossen. Autokorso wird also stattfinden, ganz unabhängig vom Ergebnis.
Flugdistanz hin und zurück 1.400 km East Rutherford, New Jersey Basecamp in Winston-Salem Basecamp 700 km Finale New York / New Jersey Stadium
Eine dramatisch verbesserte Lage ist in East Rutherford etwa drei Wochen nach dem dortigen Gruppenspiel der Nationalmannschaft nicht zu erwarten. Dafür ein deutlich höheres Aufkommen an Charterflügen und Privatjets: Zusammenstöße mit Air Force One, Air Force Two oder Air Force Infantino sollte die Reisegruppe DFB bei der Ankunft möglichst vermeiden. Falls es wirklich reicht zum fünften Stern, bietet sich für die Weltmeisterparty in East Rutherford nur der DreamWorks Water Park an, das größte Erlebnishallenbad der USA. Dann vielleicht doch lieber rüber jetten nach Manhattan auf die Dachterrasse von MagentaTV? Ein Flug mehr oder weniger ist am Ende dieser WM ja auch irgendwie egal.
Offene Fragen
- Wie hoch sind die genauen CO2-Emissionen pro Spieler?
- Gibt es Möglichkeiten, die Reisekosten zu senken?
- Wie wird die WM-Organisation auf die Kritik an den langen Reisezeiten reagieren?

