Fed unter neuem Chef Warsh: Kampf gegen Inflation im Fokus
Auf einen Blick
- Die US-Notenbank Fed hat unter ihrem neuen Chef Kevin Warsh die Bekämpfung der Inflation zur obersten Priorität erklärt und Signale für eine Lockerung der Geldpolitik gestrichen.
- Die Protokolle der Juni-Sitzung zeigen einen klaren Fokus auf Preisstabilität.
KI-generierte Zusammenfassung
Warum es wichtig ist
Der neue Fed-Chef Kevin Warsh hat die US-Notenbank auf der ersten Sitzung unter seiner Leitung auf die Bekämpfung der Inflation eingeschworen. Die Protokolle der Juni-Sitzung zeigen, dass die Währungshüter übereinkamen, eine Formulierung zu streichen, die auf eine Tendenz zur geldpolitischen Lockerung hingedeutet hatte.
Die Fed rückt unter ihrem neuen Chef Kevin Warsh die Inflationsbekämpfung in den Mittelpunkt und streicht Signale für eine mögliche Lockerung der Geldpolitik. 08.07.2026 - 21:14 Uhr Artikel anhören
Fed-Chef Kevin Warsh: Er setzt bei seiner ersten Zinssitzung auf einen klaren Fokus. Die Bekämpfung der Inflation hat für die US-Notenbank oberste Priorität. Foto: IMAGO/VCG
Washington. Der neue Fed-Chef Kevin Warsh hat die Notenbank auf der ersten Sitzung unter seiner Leitung auf die Bekämpfung der Inflation eingeschworen. Dies kam in dem expliziten Bekenntnis zum Ausdruck, für Preisstabilität zu sorgen.
Wie aus den am Mittwoch veröffentlichten Protokollen der Juni-Sitzung weiter hervorgeht, kamen die Währungshüter zugleich überein, im Begleittext zum Zinsentscheid eine Formulierung zu streichen, die auf eine Tendenz zur geldpolitischen Lockerung bei künftigen Entscheidungen hingedeutet hatte.
Warsh hat sich vorgenommen, die Notenbank zu reformieren. Er ließ dabei auf seiner ersten Pressekonferenz als Notenbankchef Kritik an der Arbeit der Fed unter seinem Vorgänger Jerome Powell anklingen, die die Inflation in den vergangenen Jahren nicht in den Griff bekommen habe.
Den Mitschriften zufolge konstatierten die Währungshüter, dass die Inflation im Vergleich zum Inflationsziel von 2,0 Prozent weiterhin erhöht sei. Vor diesem Hintergrund war man sich einig, im Begleittext das Ziel der Preisstabilität zu betonen. Eine Mehrheit der Teilnehmer merkte zudem an, dass sie Vorteile in einem kürzeren Text sehe.
Die Zentralbanker hatten den Leitzins in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent konstant gehalten, aber eine mögliche Straffung im Jahresverlauf avisiert. Warsh beteiligte sich allerdings nicht an dem von den Währungshütern zusammengestellten Zinsausblick.
Die Notenbank achtet besonders auf ein Inflationsmaß, das auf die Konsumgewohnheiten der Verbraucher ausgerichtet ist - den sogenannten PCE-Index. Die daraus berechnete Teuerungsrate schnellte im Mai infolge des vom Iran-Krieg ausgelösten Energiepreisschubs auf 4,1 Prozent von 3,8 Prozent im April in die Höhe.
Nach Entspannungssignalen in dem Konflikt kamen zuletzt wieder Kriegsängste auf. Donald Trump hat das vorläufige Abkommen zur Beendigung des Iran-Krieges für nichtig erklärt.
Der US-Präsident drohte der Islamischen Republik zugleich mit einem massiven Militärschlag, was die Anleger an der Wall Street verunsicherte. Die Veröffentlichung der Fed-Protokolle ließ die Investoren weitgehend kalt. Die wichtigsten Indizes verharrten bei ihren Verlusten von 0,1 bis 1,1 Prozent.
Mehr: Warsh pocht auf Preisstabilität und Unabhängigkeit der US-Notenbank
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